«Blinder Passagier» ist der ZHDK-Abschlussfilm von mir, Maria Brendle. Die Geschichte handelt von einem Strassenkind, das sich bei einer blinden Frau versteckt. Der Film soll unter anderem zeigen, dass Blinde oft zu Unrecht unterschätzt werden. Für die Finanzierung brauche ich deine Unterstützung.

Synopsis

Als die 8jährige Emma aus dem Kinderheim ausreisst, schleicht sie sich bei der blinden Stefanie ein. Emma glaubt bei der alleinstehenden Frau ein sicheres Versteck gefunden zu haben und fühlt sich bei der Puppenliebhaberin sehr sicher. Ihre kindliche Logik kombiniert die Situation zu einem Glücksfall, schliesslich kann Stefanie sie nicht sehen.

Für die 46jährige Stefanie bleibt das Mädchen natürlich nicht unbemerkt. Strategisch klärt sie die Situation ab, bis sie versteht, was in ihrer Wohnung vor sich geht. Auch für sie ist die Verlockung gross, die Situation als Glücksfall zu deuten.

Emma wünscht sich eine Mama, Stefanie wünscht sich ein Kind, doch beide sind sich so fremd, dass sie den anderen nicht einschätzen können und fürchten, ihn durch zu viel Offensive zu verscheuchen. Für beide würde ein Traum platzen. Das ungewöhnliche Paar entwickelt mit der Zeit eine ganz eigene Form des Zusammenlebens und die beiden finden zueinander. Ohne Bilder und ohne Worte, dafür mit Emotionen.

Doch das kann nicht lange gut gehen, denn die freche Emma klaut im Supermarkt ihre Lieblingskekse und wird erwischt. Stefanie verleugnet sie daraufhin, denn sie fürchtet die Konsequenzen ihres Handelns. Nachdem Emma wieder zurück ins Heim gebracht wurde, fühlt sich Stefanie einsamer als je zu vor. Der Verrat an der Kleinen tut ihr leid und ihr wird bewusst, wie sehr sie das fremde, stille Mädchen in ihr Herz geschlossen hat.

Thema Blindheit

Intensive Gespräche mit Betroffenen haben gezeigt, dass sich Blinde keineswegs hilflos vorkommen, wie dies oft angenommen wird. Sie können sich sehr gut mit ihrer Situation arrangieren und viele der vorherrschenden Klischees stimmen so nicht. Sie haben lediglich eine andere Herangehensweise und werden deswegen oft zu unrecht unterschätzt.

Wir sind es gewohnt, unsere fünf Sinne zu benutzen, um mit Situationen umzugehen: Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken. Wenn jemand nicht sehen kann, versucht er den Gegenüber bestmöglich zu hören. Möchte der Gegenüber aber nicht gehört werden, fallen zwei der wichtigsten Sinne weg. Doch ich möchte in meinem Film einen neuen Sinn entstehen lassen. Einen Sinn, den sowohl ein sehender als auch ein blinder Mensch entwickeln kann: den Sinn, der mit dem Herzen fühlt. Der Film thematisiert die Emotion als 6. Sinn.

Gestaltung und Form

Die Tonebene spielt eine sehr grosse Rolle, da dies die Sinnesebene ist, die für Stefanie am wichtigsten ist. Kleine Dinge, wie das Ticken einer Uhr, gewinnen an grosser Bedeutung. Ein starkes Sounddesign soll den Zuschauer in die Welt der blinden Frau führen. Das Sounddesign soll betonen, was Stefanie wahrnimmt, besonders in den Szenen, in denen sie intensiv lauscht.

Das visuelle Konzept ist kontrastreich wie die beiden Figuren. Die blinde Frau braucht kein Licht und keine Farben in ihrer Wohnung, darum erscheint sie uns anfangs sehr dunkel und trist. Wir erleben Stefanies Wohnung sehr aufgeräumt und kontrolliert. Die Wohnung hat dunkle Ecken. In dieser Dunkelheit versteckt sich die kleine Emma und bringt nach und nach Licht und Farben in Stefanies Leben.

Das heisst, dass Stefanie das Licht in ihrer Wohnung für Emma einschaltet, denn sie hat nie welches gebraucht. Die Farben, die Emma in Stefanies Leben bringt, steigern sich Stück für Stück. Diese Steigerung findet ihren Höhepunkt am Ende. Hier sind wir bei den farbenfrohen Flamingos im Zoo, die mit blühender Phantasie beschrieben werden.

Produktion

Blinder Passagier ist mein ca. 15 minütiger Abschlussfilm im Rahmen meines Studiums an der Zürcher Hochschule. Die Crew wird aus jungen, professionellen Filmschaffenden bestehen die alle gratis arbeiten. Um jedoch Ausstattungs-, Catering- und weitere Kosten zu decken bin ich auf Eure Hilfe angewiesen. Zudem ist es das Ziel den Film audiodeskriptiv zu vertonen, so dass der Film auch für Blinde erlebbar wird, was ebenfalls mit Mehrkosten verbunden ist.

Cast

  • Mandana Schulz
  • Silke Geertz
  • Daniel Frei
  • Aaron Hitz
  • Katrin BlumMax Krause
  • Klemens Trenkle

Crew

  • Regie: Maria Brendle
  • Kamera: Fabian Gamper
  • Ausstattung: Leonie Lieberherr
  • Regie-Assistenz: Ares Ceylan
  • Script: Ines Brändli
  • Produktionsleitung: Moritz Schneider
  • Aufnahmeleitung: Anita Blumer
  • Set-Aufnahmeleitung: Marcos Gomez
  • 1. Kamera-Assistenz: Nathalie Kamber
  • 2. Kamera-Assistenz: Sarah Juestrich
  • Oberbeleuchter: Daniel Eberhardt
  • Beleuchter: Fabian Lüscher / Nik Delley / Stefan Dux
  • Tonmeister: Christian Schäppi
  • Ausstattungsassistenz: Julie Nielsen
  • Kostüm: Jeannine Schnetzler / Jacqueline Maibach
  • Maske: Alexandra Lampart
  • Kinderbetreuung: Silke Dilger