Eine Hektare Monstergras. Ein leerstehendes Haus. Ein Plan.
Surinam liegt an der Nordostküste Südamerikas zwischen Guyana und Französisch-Guyana. Ein brach liegendes Stück Land, das zu unserer Stiftung gehört, wollen wir wiederbeleben. Nachdem vor einigen Jahren alle 300 Orangenbäume gefällt worden waren, wurden elf Fischteiche ausgehoben, von denen wir einige sukzessive wieder zuschütten, um Platz für die Bäume zu schaffen. Der Plan: ein Kakao-Mischwald – ein Kakao-Erlebnis-Garten: Kakaobäume, Fruchtbäume, Schattenbäume, einheimische Arten – in Agroforstwirtschaft, einem System, das in diesem Klima Sinn macht, das sich gegenseitig trägt und über Jahre hinaus Früchte abwirft. Unterstützt werden wir von lokalen Partner:innen, die das Handwerk der Kakaoweiterverarbeitung kennen und das Wissen darüber lebendig halten. Auf dem Grundstück steht ein ebenerdiges Steinhaus mit großzügigem Atrium, das darauf wartet, wieder zum Leben erweckt zu werden. Es soll ein lebendiger Ort für den Austausch werden, ein Kakao-Informationszentrum für einheimische Kakaobauern und interessierte Touristen gleichermaßen. Es soll Wissensaustausch stattfinden können – über alle Herausforderungen von Klimaveränderung und Anbaumethoden im Allgemeinen und über den Kakaoanbau im Speziellen. Es wird eine kleine Informationsausstellung geben, Events wie zum Beispiel Schokoladenherstellung oder Degustationen und Trainings können organisiert werden. Das Projekt trägt bei zu einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung für Klein(kakao)bauern/bäuerinnen und soll Experimentierfeld sein im Umgang mit den Herausforderungen der Klimaveränderung in den feuchten Tieflandtropen. Brigitte lebt seit 2006 in Surinam – weit weg vom Schweizer Alltag, mitten in der tropischen Pflanzenwelt, die sie seitdem Blatt für Blatt zu verstehen lernt. In dieser Zeit hat sie auch ein großes Netzwerk an Gleichgesinnten aufgebaut. Sie ist die Initiatorin und treibende Kraft hinter dem Projekt. Stefan hat sich 2023 entschieden, seinen nächsten Lebensabschnitt in der Wärme zu verbringen und mit seinem handwerklichen Geschick einen großen Beitrag zum Gelingen dieses Projekts zu leisten.
Wofür wir Unterstützung brauchen: Für die Anlegung des Kakao-Gartens/Waldes: Da das Terrain sehr flach ist (wie überall in der Küstenzone), ist es wichtig, eine bestimmte Höhe zum Pflanzen zu erreichen, damit die Wurzeln in der Regenzeit nicht zu viel Staunässe erhalten. Einer der Gründe: In den letzten Jahren haben heftige Regenfälle zugenommen und das Wasser versickert weniger schnell. Aus diesem Grund werden wir die Setzlinge in 50 cm hohen Kisten mit einer Fläche von 1 × 1 Meter pflanzen. Während sie gedeihen, füllen wir den Raum zwischen den Kisten in Bahnen mit organischem Material auf. So kann auf dem vorwiegend aus Lehm bestehenden Boden eine humusreiche Schicht entstehen. Ein Weg muss angelegt werden – für das Errichten, aber auch für späteren Unterhalt und Ernten. Die Pflanzung ist 100 m von der Zufahrtsstraße entfernt. Material, Arbeit und Transport müssen bezahlt werden. Für das Haus: Der größte Punkt ist die Dachreparatur; wir wollen dieses anheben, um für bessere Durchlüftung zu sorgen. Dann braucht es einiges an Renovierungsarbeiten, Ausbesserungen, Streichen und rudimentärer Einrichtung. Auch hierfür: Material, Arbeit und Transport.
Warum Kakao
Surinam und der Kakao – eine vergessene Geschichte Kakao ist in Surinam zu Hause. Der Baum wächst hier seit jeher wild im Regenwald – lange bevor europäische Siedler begannen, ihn systematisch anzubauen. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden ausgedehnte Plantagen entlang der Küste, und Surinam wurde zu einem bedeutenden Kakaoexporteur. Bemerkenswert: Gemäss der surinamischen Autorin Cynthia McLeod sollen zeitweise rund 15 Prozent der Plantagen unter Schweizer Führung gestanden haben. Dann kam die Krüllotenziekte – die Hexenbesenkrankheit. Der Pilz befällt die Triebe des Kakaobaums, die daraufhin büschelartig und verformt wachsen, wie ein Hexenbesen. Er verwüstete die Plantagen, der Kakaoanbau brach zusammen. Es war wiederum ein Schweizer, der der Katastrophe wissenschaftlich auf den Grund ging: Gerold Stahel trat 1914 seinen Dienst an der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Surinam an, identifizierte den Erreger und blieb über 36 Jahre im Land – als Forscher, Pflanzenzüchter und stiller Chronist der surinamischen Flora. Das Wissen von damals ist vielerorts verloren gegangen. Die Flächen lagen brach. Doch seit einigen Jahren regt sich wieder etwas. Die Regierung fördert aktiv Kleinbauern im Kakaoanbau, Trainings werden angeboten und Netzwerke aufgebaut. Das Projekt «No Bean Left Behind» erforscht zusätzlich, wie der Kakaobaum in seiner ganzen Vielfalt genutzt werden kann – von der Bohne bis zur Schale. Oft sind es die Frauen in den Gemeinschaften, die die Initiative nehmen, die auf dem Feld arbeiten gehen. Sie sind es auch, die den Trainings folgen und mehr lernen wollen. Genau hier setzt unser Projekt an.
Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
Es gibt viel zu tun. Ein 100 Meter langer Zufahrtsweg muss angelegt werden, um an den verbleibenden Weihern vorbei – die in der Trockenzeit auch als Wasserreservoir dienen – organisches Material zu transportieren. Der zugeschüttete Teil ist sehr flach, weshalb wir die neuen Kakaobäume zunächst in Kisten pflanzen und so mit der Zeit die Bodenhöhe erhöhen. Das Projekt fungiert dabei auch als Experimentierfeld, weil viele Felder in der Region dasselbe Problem kennen. Am Haus muss das Dach repariert werden, Material und Werkzeug müssen beschafft und Arbeiter entlohnt werden. Und damit das Haus in seiner Bestimmung ganz aufgehen kann, braucht es Möbel und eine rudimentäre Einrichtung. Das Atrium wird als Informationszentrum genutzt: Eine kleine Ausstellung zeigt die Geschichte des Kakaos und die Anbaumethoden in Surinam. Auf Wunsch finden dort auch Degustationen in gemütlichem Ambiente statt. In einem weiteren Schritt wird ein Spazierweg durch den Garten angelegt – und mittendrin ein traditioneller Unterstand gebaut, zum Entspannen und Geniessen. Mit 20 CHF pflanzt du einen Baum. Mit 100 CHF flickst du ein Stück Dach. Mit mehr wird das hier richtig spannend … Hier wächst etwas Neues – nicht nur für uns, sondern für die Gemeinschaft und die Zukunft. Werde Teil davon. Das Crowdfunding startet bald. Bleib dabei.




















