Entwurf
Darum geht’s
An den Rekrutierungstagen der Armee werden alle Stellungspflichtige auf Herz und Nieren geprüft, bevor diese zu Angehörigen der Armee (AdA) werden. Dabei gibt es einen Sporttest sowie psychologische und medizinische Untersuchungen. Basierend auf den Testergebnissen, dem Bedarf der Armee und den Wünschen des Teilnehmers wird jedem von einem Rekrutierungsoffizier eine passende Funktion zugeteilt. Anspruchsvollere Funktionen wie z.B. Grenadier oder Infanterist sind für jene mit hoher Motivation und guten Testergebnissen bestimmt, während andere in weniger anspruchsvolle Funktionen wie z.B. Küchenlogistiksoldat oder Betriebssoldat eingeteilt werden. Dabei sind die Testergebnisse an der Rekrutierung die Hauptkriterien für die Zuteilung zu einer passenden Funktion. Der Funktionsentscheid ist in der Praxis endgültig und kann kaum angefochten werden. Ferner erlaubt die Schweizer Armee keine Funktionsänderung für Soldaten, die ihre Fitness seit der Rekrutierung signifikant gesteigert haben und motiviert sind, eine körperlich und geistig anspruchsvollere Aufgabe zu übernehmen.
Dies ist nicht nur ineffizient, sondern auch unfair und im Hinblick auf die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen der Schweizer Armee kontraproduktiv. Es braucht dringend Regelungen, die Funktionswechsel in anspruchsvollere Funktionen für motivierte Soldaten ermöglichen. Im Folgenden erläutere ich die Gründe dafür:
- Nach wie vor kämpft die Armee mit Personalmangel. Jedes Jahr brechen tausende Rekruten die Rekrutenschule (RS) vorzeitig ab. Insbesondere weisen körperlich anspruchsvolle Truppen wie Infanteristen oder Grenadiere die höchsten Abbruchquoten auf. Entsprechende Gesetzesänderungen würden es ermöglichen, dem Rückgang der Bestände in diesen Truppengattungen entgegenzuwirken. Kampftruppen sind die wichtigsten Einheiten jeder Armee. Gleichzeitig sind dies jene Teilstreitkräfte, die den undankbarsten und härtesten Auftrag übernehmen - dem Feind direkt gegenüberzustehen. Im Ernstfall braucht es genügend Freiwillige, welche den «Drecksjob» übernehmen wollen und können.
- Die aktuelle globale Sicherheitslage ist angespannt und besorgniserregend. Aufgrund dieser unberechenbaren Dynamik kann die Schweiz jederzeit in eine Krise involviert werden und benötigt engagiertes Armeepersonal. Motivierte junge Männer und Frauen, deren Loyalität auf Überzeugung von unseren Werten basiert, sind das Rückgrat unserer Armee und sind - anders als Ausrüstung - nicht käuflich. Es ist die Pflicht der Armee, sich für motiviertes und fähiges Personal einzusetzen.
- Das Fähigkeitsspektrum jedes Menschen ist dynamisch und keinesfalls konstant. Deshalb sind die Tests an der Rekrutierung lediglich eine Momentaufnahme. Das Militär muss flexibel und bereit sein, die Funktion eines AdA an dessen Leistungen und Anforderungen anzupassen. Unsere Armee ist am effizientesten, wenn sie die Fähigkeiten aller AdA gezielt nutzt und jeder seinen Stärken und seiner Eignung entsprechend gefördert und gefordert wird.
- Die Milizarmee umfasst über 100 unterschiedliche Funktionen, von welchen alle einen unterschiedlich hohen Einfluss auf die Verteidigung haben. Das Tätigkeitsfeld einiger Funktionen wie Betriebssoldat, Küchenlogistiksoldat, Büroordonnanz etc. spielt sich in der Kaserne oder in der Küche ab, weit weg vom Geschehen auf dem Feld und lassen sich zum Teil mit zivilen Tätigkeiten vergleichen. In der Praxis gibt es immer genügend Armeeangehörige, die diese Aufgaben übernehmen wollen. Wer jedoch bereit ist, seine Leistung zu steigern und von einer solchen Funktion in eine anspruchsvollere zu wechseln, mehr Verantwortung und fordernde Aufgaben zu übernehmen, generiert einen Mehrwert für die Armee und soll eine zweite Chance erhalten.
Das habe ich vor
Mit einer Petition an den Bundesrat möchte ich auf dieses Problem aufmerksam machen und fordere adäquate Gesetzesänderungen, welche einen Funktionwechsel und eine damit verbundene Ausbildung (zweite RS) ermöglichen. Konkret fordere ich dass:
- AdA, die die RS bestanden haben, auf freiwilliger Basis einen Wechsel in eine anspruchsvollere Funktion beantragen dürfen. Dabei entscheidet eine geeignete Stelle wie das Kommando Rekrutierung unter Berücksichtigung des Bedarfs und der Sinnhaftigkeit für die Armee, ob dieser Antrag angenommen wird.
- AdA, die für den Funktionswechsel und die Ausbildung in einer zweiten RS zugelassen werden, nur den Sold und Erwerbsersatz erhalten, der ihnen im Rahmen der bereits geleisteten Diensttage noch zusteht. Für die aus der zweiten RS resultierenden zusätzlichen Diensttage soll kein oder ein reduzierter Erwerbsersatz sowie Sold vergütet werden. Ziel ist, dass die aus einer solchen Gesetzesänderung resultierenden zusätzlichen Diensttage keine Mehrkosten verursachen und für die Armee finanziell vernachlässigbar bleiben.
- Das Mindestalter für die RS-Vollendung und (Neu-)Rekrutierung um fünf Jahre erhöht wird. Die Schweizer Milizarmee ist insofern ineffizient und im internationalen Vergleich nicht mehr zeitgemäss, als dass militärdiensttaugliche Personen ab einem Alter von 25 Jahren nicht mehr rekrutiert werden.
Dafür brauche ich Unterstützung
Mein Ziel ist es, für diese Petition 40’000 Unterschriften zu sammeln, um sie anschliessend bei der Bundeskanzlei einzureichen. Folgende Werbemittel/-instrumente werde ich einsetzen, um das Ziel zu erreichen:
- ca. 5000 Flyer gestalten und drucken lassen (Kosten: ca. 1500CHF)
- ca. 1000 Unterschriftenbogen drucken lassen (Kosten: ca. 250CHF)
- Verteilen von Flyern und Unterschriftenbogen durch Promotionsdienstleister (Kosten: ca. 9500CHF)
- Werbung für die Kampagne via Social Media, Vereine, Parteien, Nachrichtenportale etc. (Kosten: ca. 1000CHF)
Als nicht erwerbstätiger Student bin ich nicht in der Lage, alle finanziellen Mittel selbst aufzubringen und kann lediglich mit 2000CHF aus eigener Tasche beitragen, weshalb ich auf deine Unterstützung angewiesen bin. Die geschätzten Kosten für die Werbekampagne und die Sammelphase belaufen sich auf ca. 12’000CHF. Bist Du mit einer Spende dabei? Ich würde mich sehr darüber freuen - merci vielmal!