Szenische Lesung mit tänzerischer Aktion

Donnerstag, den 21. Dezember 2017, 20:00 Uhr. Artist Homes Berlin: Hohenzollerndamm 120; 14199 Berlin

Idee, Texte, Tanz und Stimme: Janine Schneider; weitere Sprecherinnen: Eva Günther, Ria Schindler, Flöte: Michael Turnbull, Ton: Thorsten Hoppe.

dichtkunstmonolith. oszillierende begleiterscheinung. langsamkeit. wiederholung. dekonstruktion. nanopartikel an stimme, text und gesprochener sprache. fragmente in neuer begegnung. etwaige zusammenhänge lösen sich auf. nicht zufall, sondern entscheidung. sich gegenseitig als kulisse (wahr) nehmen. wörter in dumpfer umgebung. worte im wandel. auch die musikalische ebene spricht. der zuhörer klebt anfangs am inhalt. verliert aber bald den anschluss, kann nicht mehr folgen. wirft schließlich handlungen über bord. waches und wacheres zuhören wird ersatzweise installiert. im angebot: ein fluss an kostbaren ereignissen und bildern. jederzeit gelegenheit einzusteigen / auszusteigen. die erzählung immer feiner zersplittert. frequentes aufleuchten einzelner signale in der klanglichen wolke. zunehmend. man hört entweder ganzheitlich und/oder fokussiert zu. es gilt keinen roten faden zu finden. man darf den faden ruhig verlieren. wörter, phrasen und gedankenstriche. homogene felder. minimaler bogen. ein medium schaffen für die beobachtung der eigenen wahrnehmung. wer spricht? wer schweigt? es spricht und es schweigt. ein geflecht an information. variierende überlagerung, dichte, spannung und stille. wir kreieren ohne direktes zutun, absichtslos aus dem moment heraus. selbst überrascht bzw. irritiert ob der koinzidenzen. darüberhinaus ins offene. nichts vorgeben. es genügt. dem zuschauer überlassen, wie er was hört und sieht. ich bin es selbst ja nicht! ein wissen um die erfahrung.

Spoken Word Becomes Music.

Die Texte der Tänzerin und Choreographin Janine Schneider in simultaner Lesung werden sukzessive unkenntlich gemacht, klanglich bearbeitet und freigegeben für ein neues, unverbrauchtes, sinnliches Hören. Drei als Kunstfiguren in Rezitation erscheinende Sprecherinnen befördern den Besucher der Show auf Wahrnehmungsebenen jenseits der gängigen Theatererfahrung. Die Flöte konturiert das Wort mittels geräuschhaftem Spiel, sie beschreitet ebenfalls den Weg der Reduktion, um Gewohnheiten zu hinterfragen. «Ich versuche, immer detailliertere Aspekte einer Situation zu erfassen, um sie dann alle einzeln Zufallsoperationen zu unterwerfen, damit ich einen Prozess in Gang setzen kann, der mit nichts in Beziehung steht, was ich zuvor schon erlebt habe.» (John Cage)

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Catch Wave

Statement no thrills: Unsere performances in unterschiedlicher Besetzung sind meditative Felder, von Unaufdringlichkeit und Neutralitat gekennzeichnet. Betrachter und performer durchlaufen während der Show dank stetiger Aktualisierung in Raum und Zeit eine vitalisierende Reise zu sich selbst. no thrills ist Programm: Verzicht auf vordergründigen Spannungsbogen und spektakulären Kurzzeiteffekt, stattdessen beständige Homogenitat und Dichte. Choreografie dient hier der Erforschung von Archetypen menschenmöglicher Bewegung wie Gehen, Stehen und Drehen mit ihrer Wirkung in die Zeit hinein. Die tägliche Arbeit am Material, dem Körper, besteht in der Konfrontation mit der Dauer. (Janine Schneider 2005)

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