Ein Buch für Männer, die Allies im Kampf gegen Gewalt an Frauen sein wollen: Wie du Gewalt erkennst, eingreifst, wenn deine Freunde abdriften, und Verantwortung übernimmst, statt wegzuschauen.

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Comment ça fonctionne

Le principe du «tout ou rien» s’applique: l’argent ne sera reversé au projet qu’à condition d’avoir atteint ou dépassé l’objectif de financement.

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Darum geht’s

In den beiden Sachbüchern «Hast du Nein gesagt?» und «Niemals aus Liebe» haben meine Co-Autorin Natalia Widla und ich über Gewalt aus der Perspektive der Betroffenen von sexualisierter Gewalt geschrieben und sind der Frage nachgegangen, was Männer dazu bringt, Frauen Gewalt anzutun.

Warum braucht es dieses Buch?

Bei den Recherchen hat uns immer wieder die Frage beschäftigt, wie wir Männer dazu bringen, sich gegen Gewalt an Frauen einzusetzen. Und nur zu oft hörten wir von Überforderung und Unsicherheit. Darum richtet sich mein neues Buch direkt an Männer. Vor allem an diejenigen, die nicht nur «keine Täter sein» wollen, sondern aktiv Verantwortung übernehmen möchten.

Im Zentrum steht eine vermeintlich einfache Frage: Was kannst du konkret tun, wenn du Gewalt siehst – in deinem Freundeskreis, in der Familie, im Büro, online? Wenn ein Freund seine Partnerin kontrolliert, ständig abwertend über Frauen redet oder in die Manosphere abdriftet? Und was tust du, wenn du merkst, dass dein eigenes Verhalten anderen Angst macht, auch wenn du es nicht so nennen willst?

Wir leben in einer Zeit, in der gefühlt wöchentlich eine neue Chatgruppe bekannt wird, in der sich Männer darüber austauschen, wie sie ihre Freundinnen am besten unter Drogen setzen und missbrauchen können; um die Videos danach mit dem Chat zu teilen. Es ist aber auch die Zeit, in der die Scham die Seite wechseln muss, wie Gisèle Pelicot sagte – die übrigens selbst von ihrem Mann betäubt, vergewaltigt und anderen Männern zum Missbrauch angeboten wurde.

Es sind aber praktisch immer Frauen, die sich gegen diese Gewalt einsetzen. Die darüber schreiben, dagegen demonstrieren und konkrete Forderungen an die Politik stellen, wie etwa im Fall von Collien Fernandes, die mutmasslich von ihrem Ex-Mann Christian Ulmen «digital vergewaltigt» wurde.

Die Gewalt selbst aber geht von Männern aus und sie wird geschützt von anderen Männern. Es ist darum unabdingbar, dass Männer anfangen, ihre Verantwortung wahrzunehmen im Kampf gegen Gewalt an Frauen.

Mein Buch ist als niederschwelliger Interviewband mit Fachpersonen aus Männer‑ und Jungenarbeit, Täterarbeit, Beratung und Forschung zur Manosphere geplant und soll Männern zeigen, wie sie zu Allies werden können. Es erklärt, wie Gewalt beginnt und sich normalisiert, lange bevor sie wahrgenommen wird. Es nimmt typische Situationen aus dem Alltag: der «Witz» in der Gruppe, das Wegschauen bei übermässig eifersüchtigem und kontrollierendem Verhalten, das passive Mitlesen in Chats mit frauenfeindlichen Inhalten. Und zeigt auf, wie oft an diesen Stellen schon entschieden wird, ob Gewalt still mitgetragen oder eben unterbrochen wird.

Männer bekommen im Buch konkrete Tools an die Hand: Woran erkenne ich, dass ein Freund gefährlich abgleitet? Wie spreche ich ihn an, ohne alles sofort eskalieren zu lassen? Wo sind Grenzen, an denen ich klar Stopp sagen oder Hilfe holen muss? Und wie kann ich mit meiner eigenen Scham und Abwehr umgehen, wenn ich merke, dass ich selbst Teil des Problems bin?

Das Buch bleibt dabei nah an der Realität der Betroffenen: Die Erfahrungen, die wir in «Hast du Nein gesagt?» und «Niemals aus Liebe» gesammelt haben, bilden den Hintergrund. Das neue Buch legt den Fokus darauf, was Männer daraus für ihr eigenes Handeln lernen können.

Dafür brauche ich Unterstützung

Ich rechne mit einem Arbeitsaufwand von ungefähr 50 Tagen, was beim empfohlenen Tagessatz von rund 600 Franken 30’000 Franken Gesamtkosten bedeutet. Einen Teil davon möchte ich mit diesem Crowdfunding erreichen, einen Teil habe ich bei Stiftungen beantragt (Spoiler: Ein hartes Pflaster für Sachücher) und einen Teil werde ich selbst decken.

Bereits unser zweites Buch, «Niemals aus Liebe», wurde durch ein Crowdfunding mitfinanziert. Sad, dass feministische Sachbücher noch immer vor allem durch eigene Auslagen und die Community unterstützt werden müssen. Umso nicer, wenn du dabei sein möchtest. An dieser Stelle darum schon ein grosses Danke für deinen Support!