Darum geht’s

Die Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 im Senegal sind ähnlich wie in der Schweiz, treffen dort jedoch nicht nur auf eine total andere Wirtschaftsform sondern auch auf eine Bevölkerungsstruktur mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren… (Detailinfos siehe unten). Verheerende Folgen zeichnen sich nicht aufgrund des Corona-Virus ab (Stand 27. April 2020: 8 Tote), sondern die Menschen werden ihrer Verdienstmöglichkeiten beraubt! Einige Familien ernähren sich momentan von 300 CFA / ca. 50 Rappen. Wir wollen sofort helfen - bevor die Menschen (ver)hungern. Deshalb werden wir Nahrungspakete und Gesichtsmasken verteilen (Details unter: Dafür brauche ich Unterstützung). Obwohl Hilfe zur Selbsthilfe der goldene Weg ist, geht es hier und jetzt tatsächlich ums Überleben. Bisher konnte die Bevölkerung in Thiaroye | Dakar von keiner Unterstützung des Staates profitieren.

Wir, das sind Inna & Christina Cissokho. Wir sind zwei engagierte Frauen, die sich beide für die Ärmsten der Gesellschaft einsetzen wollen. Christina hatte die Chance, in der Schweiz geboren zu sein, ein Ethnologiestudium mit halbjähriger Feldforschung in Mali zu absolvieren. Dazu hat sie einen CAS in internationalem Projektmanagement absolviert. Christina macht das Fundraising. Inna ist in Thiaroye im Senegal geboren, hat Finanzen an der Uni in Dakar studiert und sich als Kassierin für diverse NGOs eingesetzt. Sie wird die Umsetzung im Senegal leiten. Wir beide sprechen uns ab und entwickeln Ideen. Wir garantieren, dass die Spendengelder bei den Menschen ankommen - wir beide arbeiten ehrenamtlich. Da die Idee innerhalb von wenigen Tagen entstanden ist und das Geld sofort gebraucht wird, ist noch nicht alles fertig: die Homepage www.socialfootprint.ch wird erstellt werden und die Projekterfolge dort dokumentiert.

Detailinfos: Im Senegal wird die Wirtschaft von Kleinst- und Kleinunternehmen (99%) dominiert. Die Wirtschaft ist hauptsächlich im informellen Sektor angesiedelt. D.h. die Mehrheit der Menschen kämpfen mit alternativen Strategien um ihr Überleben. Sie haben keine regelmässigen Löhne. Kurzarbeit wie bei uns und finanzielle staatliche Unterstützung: Fehlanzeige! Überbrückungszahlungen von der Regierung sind im betroffenen Quartier Thiaroye | Dakar (Hauptstadt) nicht angekommen. Für die Menschen sind die Massnahmen der Regierung von Macky Sall eine grosse Herausforderung:

  • Lockdown von 20 Uhr bis 6 Uhr; viele Läden wurden geschlossen. Im Projektvideo sieht man die aktuellsten Bilder, wie die Menschen Schlange stehen…
  • Beschränkungen gibt es für den Menschen- und Güterverkehr.
  • Versammlungsverbot. Durchsetzung mit Polizeigewalt. Statt Bussen setzt man hier auf eine Tracht Prügel.

Felwine Sarr, senegalesischer Ökonome beschreibt, wie schwierig «social distancing» im senegalesischen Kontext ist. Dort grüsst man sich, in dem man sich berührt. Manchmal legt man sich zur Begrüssung die Hand an Stirn und Herz. Leben heisst dort zusammensein.

Die NZZ titelte am 25.4.2020 bezüglich Covid-19 in Afrika: «Die grosse Katastrophe ist nicht Covid-19». Der Biologe und Malaria-Experte Christian Engeler verweist im Artikel nicht nur auf die gesundheitlichen Folgen, die desaströs sind. Er stützt die von uns gesammelten Augenzeugenberichte (vgl. Projektvideo) und sagt: «Viele Leute verhungern, wenn sie nicht mehr auf die Strasse gehen und Geld verdienen können».

Deswegen: unser Projekt ist mit 5000 sfr eher tief gesetzt im Vergleich zu der grossen Tragödie die sich jetzt abspielt. Wir bitten sehr, auch bei Projekterreichung weiterzuspenden. Die Zeitspanne des Projektes ist nur 14 Tage, damit wir das Geld sofort für Nahrungsmittel und Masken einsetzen können. Das Geld kommt nur der senegalesischen Bevölkerung zu Gute. Sie zahlen also nicht für administrative Aufwände.

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Témoignage | Augenzeugenberichte

Die vier Frauen wurden von Inna Cissokho am 26. April 2020 interviewt. Die Videos sind auf Wolof (Nationalsprache), wurden aber auf Deutsch zusammengefasst im ersten Projektvideo. Es sind Zeitzeugnisse, welche bewegend und eingehend die Situation zeigen. Auch ohne Wolofkenntnisse. Weitere Augenzeugenberichte sind auf dem youtube Channel «Social Footprint» einzusehen.

Dafür brauche ich Unterstützung

Unser Projekt ist von Frauen für Frauen!

Inna und Christina Cissokho möchten das gesamte Geld den Menschen im dichtbesiedelten Quartier Thiaroye zukommen lassen. Im Senegal werden Survival Kits zusammengestellt und an möglichst viele Haushalte verteilt. Ein Haushalt besteht aus ca. 10-15 Menschen und kann mit ca. 50 CHF / 2 Wochen ernährt werden. Ein Survival Kit beinhaltet:

  • 50 kg Reis
  • 5 Liter Öl
  • 3 kg Tomatenpüree
  • 500 gr Salz
  • 1 kg Milchpulver
  • Kenkeliba (Tee)
  • Zucker
  • Seife
  • Gesichtsmasken (pro Person eine).
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