Grundeinkommen für die Zero Waste Mission in Bahia

Meine Mission ist es, den Menschen vorzuleben, wie unser persönlicher Lebensstil ausschlaggebend ist für eine positive Veränderung der Lebensbedingungen auf diesem Planeten – egal wo wir leben. Ich bin Schweizerin, lebe und arbeite seit 2019 in Bahia, Brasilien als Zero-Waste-Botschafterin und als Leiterin eines Kreislaufwirtschafts-Programms, das die illegale Müllentsorgung in einem Tropenparadies verhindert.

Mein Challenge ist es, mit EUR 1000 pro Monat über ein Jahr lang meine Lebenshaltungskosten zu sichern damit ich Zeit in die Projektfinanzierung stecken kann. Speziell in ungewissen Zeiten, fliessen die Finanzierungsbeiträge zäh und es erfordert einen langen Atem um soziale Innovations-Programme umzusetzen.

Meine Arbeit und mein Leben ergänzen sich konsequent: Ich lebe selber zero waste, was heisst, dass ich in meinem Alltag fast keinen Abfall produziere. Darüber blogge ich auf meinem Instagram Profil @casa_lixozero.

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Ein langer Atem ist der Weg zum Erfolg!

Seit 2013 setze ich mich mit dem Verein STOPPP - Stop Plastic Pollution für eine Welt ohne Plastikverschmutzung ein. In einer Partnerschaft mit dem WWF Schweiz haben wir 2018 den «Swiss Litter Report» durchgeführt, die bisher umfangreichste Erhebung von Littering-Abfällen an den wichtigsten Gewässern der Schweiz. Der Report belegt, dass die Belastung der Schweizer Gewässer durch Plastikabfälle konstant wächst. Es ist ein trauriger Fakt, dass die Schweiz als Wasserschloss Europas ihre Verantwortung für saubere Gewässer nicht mehr wahrnimmt.

Auf einer Beratungsreise für ein Öko-Resort in Brasilien lernte ich die Halbinsel Maraú kennen, ein tropisches Naturparadies mit einem katastrophalen Umweltproblem. Der gesamte Müll des Tourismusgebiets, 5000 Tonnen jährlich, werden illegal unter offenem Himmel in ein sensibles Mangroven-Gebiet entsorgt. Die Situation war schockierend für mich, weil Bewohner und die lokalen Behörden sich der Situation bewusst waren, jedoch unternahm keiner etwas dagegen.

Dank meiner Grundausbildung als Linguistin und Journalistin, meiner Weiterbildung als Sustainable Lifestyle Educator und Circular Economy Verfechterin, habe ich ziemlich bald eine einfache und nachhaltige Lösung für das Problem gefunden und in ein «Sustainable Tourism Program» gepackt. Das Programm wurde vom UNO-One Planet Network zertifiziert und befolgt die Zero Waste Regel: rethink, refuse, reduce, reuse, recycle & rot.

Mit einem smarten Ausbildungsprogramm, helfen wir den Menschen vor Ort, ihren Konsum zu überdenken und weniger Abfall zu produzieren und unterschiedliche Materialien zu trennen.

In einem zweiten Schritt wird die Infrastruktur ausgebaut, die eine lokale Verarbeitung von organischen Materialien wie Rüstabfälle, Essensreste, Gartenabfälle, Kokosnüsse, ermöglicht. Organische Abfälle machen über die Hälfte der Gesamtabfallmenge von 5000t/Jahr aus und sind wertvolle Ressourcen, die es gilt in fruchtbaren Boden umzuwandeln. Die Schweizer Botschaft in Brasilien hat das erste Kompostierzentrum in der Region, die Vila Circular in Algodões, mitfinanziert. Sie hat erkannt, wie wichtig es ist, die verschiedenen Materialkreisläufe zu schliessen. Dank dem Unterstützungsbeitrag und der Mitarbeit der lokalen Community verarbeitet die Vila Circular bereits 1 Tonne Küchenabfälle pro Monat zu Kompost und produziert Kokosfasern für diverse Zwecke. Ein Teil des Komposts wird für den Permakultur-Garten der Vila Circular verwendet, der Bio-nahrungsmittel für die lokale Community produziert.

Der dritte Teil des PLZ-Programms besteht aus einem Reverse Logistics System, welches durch eine saubere Trennung von Abfällen und Materialien erreicht, dass der grösste Anteil des anorganischen Abfalls über Waste Picker-Organisationen in Recycling-Anlagen gebracht wird. Zudem werden Mehrweg-Systeme für Getränke und andere Konsumgüter gefördert und angeboten. So kann erreicht werden, dass über 90% der Abfälle gar nicht erst von der öffentlichen Müllabfuhr in die illegale Deponie in den Mangroven gebracht wird.

Das Programm ist sehr vollständig, findet breite Unterstützung und verzeichnet bereits grosse Erfolge. Es ist jedoch ein starkes Leader-Team mit langem Atem nötig, um dieses Programm zu Ende zu führen. Als Projekt-Managerin bezahle ich mir noch keinen Loh aus, damit wir die knappen Ressourcen direkt die Projektarbeit stecken können – was sich bereits ausbezahlt hat.

Dafür brauche ich Unterstützung

Für einen Europäer sind EUR 1000 im Monat allenfalls eine willkommene Unterstützung, aber sie decken seine Grundbedürfnisse Essen, Wohnen, Gesundheit, Mobilität nicht. Mit EUR 1000 im Monat als «Grundeinkommen» kann ich hier in Bahia meine gesamte Lebenshaltung finanzieren und meine Projekte vorfinanzieren. Das Grundeinkommen soll nicht bedingungslos sein, sondern daran gebunden sein, dass ich meinen minimalistischen Zero-Waste-Lebensstil weiter dokumentiere sowie das PLZ-Programm weiterführe.

So werden die 1000 EUR pro Monat verwendet:

  • EUR 210 (R$ 1175) Miete, Strom und Internet
  • EUR 179 (R$ 1000) BioNahrungsmittel, Naturhaushaltsprodukte
  • EUR 214 (R$ 1200) Unterhalt Haus, Food-Garten, Quad
  • EUR 185 (R$ 1036) Internationale Krankenkasse
  • EUR 72 (R$ 400) Transport

EUR 860 TOTAL für die Lebenshaltung

EUR 140 (R$ 784) verbleibend, die in Projektfinanzierung investiert werden können.

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