Eine Symphonie im Alleingang!

Eine Symphonie, die normalerweise von 100 Musikern gespielt wird, mit einer einzigen Person aufführen? – Auf der Orgel ist es möglich! Die Transkription der 9. Symphonie Anton Bruckners von Eberhard Klotz für das königliche Instrument soll nach einer erfolgreichen Konzerttournee durch den deutsch-Schweizerischen Organisten Thilo Muster nun auf CD gebannt werden.

Es handelt sich um eines der bedeutendsten und tiefgründigsten Werke des ausgehendes 19. Jahrhunderts, in dem der spät berufene und spät zu öffentlicher Anerkennung gelangte Anton Bruckner sein eindrucksvolles musikalisches Vermächtnis ablegte, das zugleich weit in die Zukunft weist. Obwohl Bruckner fast ein Jahrzehnt – von 1887 bis zu seinem Tod 1896 – an dem Werk arbeitete, hat er es nicht vollenden können. Vom groß angelegten Schlusssatz, den Bruckner resignierend und hoffend zugleich »dem lieben Gott« gewidmet hatte, existieren nur umfangreiche Skizzen.

Dass die Sinfonie auch in ihrer unvollendeten Dreisätzigkeit aber wie eine mächtige Einheit erscheint, verdankt sie nicht zuletzt dem gewaltigen Adagio des dritten Satzes, das in seiner Ausdruckskraft wie kompositorischen Dichte und Kühnheit einen ebenbürtigen Gegenpol zum monumentalen Kopfsatz schafft und Bruckner selbst für das Schönste hielt, das er je geschrieben hat. Auf der Orgel gespielt entfaltet die Symphonie eine ganz eigene, großartige Wirkung, die sich nicht mit der Orchesterfassung vergleichen lässt, und die sowohl die geistliche Dimension als auch die Modernität dieser Musik umso stärker hervortreten lässt.

Die Aufnahme soll im Frühjahr 2019 an der großen, symphonischen Stahlhuth-Orgel der Pfarrkirche Sankt-Martin in Düdelingen, Luxemburg, für das neue und innovative belgische Label organroxx eingespielt werden.

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Warum auf der Orgel?

Doch wozu dienen Orgelfassungen großer symphonischer Orchesterwerke aus dem 19. Jahrhundert in unserer Zeit überhaupt? Sie können zum einen die lange, große und reiche Tradition der Orgeltranskription als eigenständige musikalische Kunstform, als Teil der abendländichen Musiktradition, wieder lebendig werden lassen und künstlerisch beleuchten. In diesem Sinne ist auch unser Aufnahmeprojekt in Düdelingen zu verstehen: Orgeltranskription als eigenständige Kunst und nich als Ersatz für das originale Orchesterwerk. Zum anderen erlaubt eine Transkription einen neuen, frischen Blick auf ein schon allzu bekanntes Werk und so haben auch Konzertgänger immer wieder bestätigt, dass sie «die Neunte» so von einer anderen Seite kennengelernt hätten.

So schreibt etwa das Bündner Tagblatt nach einer Aufführung in der Stadtkirche Chur: «…[Musters] Spiel und seine Registrierkunst setzten Bruckners Komposition zusammen mit der gelungenen Bearbeitung in ein neues Licht, rangen der ursprünglichen Partitur das Wesentliche ihrer musikalischen Aussage ab und ermöglichten es so, die Substanz des künstlerischen Wollens des Komponisten herauszufiltern. Insbesondere die Transzendenz des dritten Satzes dieser brucknerschen ’Neunten’ erhielt solcherart viele neue Facetten, die im eng gewobenen Klangteppich eines Sinfonieorchesters kaum in einer solch transparenten Art und Weise aufscheinen können.»

Ein eindrucksvolles Konzert in der Ludwigsburger Friedenskirche mit der 7. Sinfonie Bruckners, dem der Bearbeiter im Alter von 12 Jahren beiwohnte, führte ab 1985 zu einer intensiven kompositorischen Auseinandersetzung mit Bruckners Werken und – da er selbst auch Organist ist – zu eigenen Bearbeitungen der Symphonien Bruckners für die Orgel, wobei die Transkription der 9. Symphonie am Anfang stand. Bis zum Brucknerjahr 2024 (Anton Bruckner wurde 1824 im oberösterreichischen Ansfelden geboren) sollen alle 9 Symphonien Bruckners in Orgelfassungen einer interessierten Öffentlichkeit in Publikationen zugänglich sein. Mittlerweile liegen neben der «Neunten» bereits die 4., 5., 6. und 7. Symphonie in Orgelfassungen beim Merseburger-Verlag in Kassel vor. Zudem ist eine Analyse der 9. Symphonie als Buch in Vorbereitung.

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Wir brauchen Ihre Unterstützung

Für dieses 8-tägige Aufnahmeprojekt benötigen wir neben der ideellen Unterstützung für ein aussergewöhnliches und in der Orgelwelt einmaliges Vorhaben (Die 9. Symphonie als Orgelfassung wurde weltweit bislang noch nirgends auf Tonträger eingespielt) natürlich auch finanzielle Mittel. Neben den Kosten für die Aufnahme selbst, fallen Künstlergagen, Kosten für Reise und Unterbringung, Assistenten und Registranten, Orgelstimmung sowie für das Booklet und für die Herstellung der CD an. Unterstützen Sie uns, profitieren Sie von unseren exklusiven Belohnungen und werden Sie Teil eines außergewöhnlichen musikalischen Projekts!

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