Faszination Schmalfilm

Ich bin fasziniert von alten Schmalfilmen. Immer schon. Für ein Kind der 70er gab es nichts Interessanteres, als mit der teuren Technik der Erwachsenen spielen zu dürfen.

Es gab so viel zu entdecken.

Jeder kennt die Faszination, die von vergilbten Fotos im Familienalbum ausgeht. Noch viel mehr Schätze lagern in den Truhen und Kästen unserer Eltern- und Großelterngeneration, die darauf warten, geborgen und bestaunt zu werden: Schmalfilme! Sie waren etwas Besonderes! Nicht nur im Preis, sondern auch in der Handhabung. Teure Projektoren, mühsames Handling oder ein teurer Transfer – kein Wunder, dass viele Familien vergessen haben, dass die Filme irgendwo noch lagern.

Das ist die Basis für mein 8mm-Project. Eine Multimedia Performance im oberösterreichischen Steyr. Zeitdokumente, bewegte Bilder eines lokalen Hobbyfilmers das Grundmaterial. Ergänzt und kombiniert mit dem populärem Film seiner Zeit.

Am Anfang stand für mich die Frage, was die Familie «realer» beschreibt: die inszenierte Wirklichkeit im populären Film seiner Zeit oder die inszenierte Wirklichkeit im Schmalfilm einer echten Familie?

Um das zu entscheiden, muss man beides sehen und erkennen. Es gegenüber stellen, die Bilder dabei auch brechen.

Im Falle des 8mm-Projects/#steyr ist die Familie die des leidenschaftlichen Hobbyfilmers Sepp Mican, der seiner Umwelt seit den 50er Jahren kaum ohne Kamera bekannt war. Er wohnte in der ehemaligen Arbeitersiedlung Eysnfeld in Steyr und dokumentierte sein Leben mit Tausenden von Metern 8mm-Films. Durch seine Linse sah er das Hochwasser von 1959, das Heranwachsen seiner Kinder, die Ferien auf dem Camping-Platz oder die Feiertage in der Hütte am Hengstpass. Nicht viel anders machten es zeitgleich Figuren auf der Leinwand, die sich im richtigen Leben Peter Alexander, Gunther Philipp oder Johanna Matz nannten. Die Notwendigkeiten der Nachkriegszeit ließen die Sehnsüchte auf das kleine Glück zusammen schrumpfen, sowohl im Kino als auch im «realen» Leben. Das 8mm-Projext/#steyr macht sich auf die Suche nach dem privaten Idyll.

Am Ende, und somit als Ergebnis im Frühjahr 2016, steht eine multimediale Performance in Steyr selbst, die den Menschen und dem Ort im Film folgt. Nicht chronologisch und nicht dokumentarisch und schon gar nicht narrativ im herkömmlichen Sinn. Doch das 8mm-Project/#steyr ist auch der Weg dort hin. Über die News hier und den Blog sind die Zuschauer am Entstehen beteiligt. Sie begleiten mich, wenn ich in den Stadt- und Filmarchiven nach Material forsche.

Links und rechts dieses Weges dort hin werden Bilder und Objekte entstehen und kleine interaktive Überraschungen für die Unterstützer bereit stehen. Auch das Werden der Objekte wird in den Nächten Tagen und Wochen dokumentiert.

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Wofür brauche ich deine Unterstützung?

Stummfilme haben den Nachteil, dass sie stumm sind. Ich habe Brian Duffy aus Birmingham, Mastermind des legendären Modified Toy Orchestra, von meinem Projekt überzeugen können. Er wird die Performance live musikalisch begleiten. Für seine Reisekosten und die Übernachtungen brauche ich ebenso Geld, wie für die sorgfältige Digitalisierung von dutzenden Stunden alten Filmmaterials, das leider nicht mehr projektionsfähig ist.

Weiters brauche ich finanzielle Unterstützung für die Archivarbeit in Steyr, der Aufenthalt vor Ort wird auch ein bisschen was kosten.

Eine genaue Aufstellung des Budgets findest du auf meiner Website.

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Was bekommst du im Gegenzug?

Belohnungen, und zwar eine schöne Auswahl davon: Von der einfachen Postkarte bis hin zu einem außergewöhnlichen Katalog gibt es einiges zu entdecken. Daneben individuell bedruckte Turnbeutel für das richtige Feeling von damals. Und du unterstützt ein spannendes Projekt… das ist ja auch was.