Kulturerbe erleben beim Kalkbrand 2020 diesen Sommer im Engadin. Das traditionelle Kalkbrennen bietet einen Zugang zum nachhaltigen Baumaterial Kalk. kalkwerk belebt und vermittelt das Handwerk neu.

CHF 32’530

108% di CHF 30’000

"108 %"
Come funzionaä

Vale il principio del «Tutto o Niente»: la somma raccolta verrà corrisposta al progetto, solo se esso avrà raggiunto o superato l’obiettivo di finanziamento.

136 sostenitori

Concluso con successo il 3.5.2020

DAS HANDWERK KALKBRENNEN NEU BELEBEN

Beim Kalkbrand 2020 im restaurierten Feldofen Chalchera in Sur En da Sent im Unterengadin wird unter der fachkundigen Leitung von Kalkist Joannes Wetzel der alchemistisch anmutende Kreislauf und das Wissen zur Herstellung vom «weißen Gold» Branntkalk wiederbelebt. Im Sommer wird ein Team von Kalkbegeisterten 15 Tonnen Kalksteine aufschichten, mittels 60 Ster Holz zum Glühen bringen und den gewonnenen Branntkalk für die Region verfügbar machen.

FASZINATION VOM MATERIAL KALK

NACHHALTIG

Immer mehr Menschen interessieren sich für eine ökologische Bauweise, für einen respektvollen Umgang und Erhalt historischer Bausubstanz und für ein gesundes und langlebiges Bauen. Natürlich, vor Ort produziert, von Hand gemacht, kurze Transportwege, keine Zusatzstoffe - das Jahrtausende alte Bindemittel Kalk ist ein nachhaltiges Baumaterial für die Herstellung von Mauern, Mörtel, Verputzen und Farben.Gebrannter Kalkstein war über Jahrtausende das einzige Bindemittel für die Herstellung von Mörtel, Verputzen und Farben, bis er durch industriell hergestellte Produkte teilweise verdrängt wurde.

NATURPRODUKT

Kalk ist natürlich und hat hervorragende haptische und optische Eigenschaften, ist ökologisch und umweltverträglich, reparatur- und ausbesserungsfähig, diffusionsoffen und feuchtereglierend, luftreinigend und allergikerfreundlich, algen- und schimmel- hemmend, langlebig und von hoher Qualität. Holzgebrannter Kalk war früher ein weit bekannter Baustoff, in jedem Dorf gab es mindestens eine Person, die wusste wie man ihn herstellt und verarbeitet. Dieses Wissen droht in Vergessenheit zu geraten. Durch die regionale Produktion mit dem einheimischen und erneuerbarer Rohstoff Holz, erhält Kalk eine günstige Ökobilanz. Beim Kalkbrand wird das trockene Holz schnell und unter hohen Temperaturen verbrannt - ideale Bedingungen für eine emissionsarme Verbrennung. Der CO2 Ausstoss ist dabei vergleichbar mit einer natürlichen Verrottung im Wald. Der C02 Haushalt der Kalksteine ist ein Kreislauf. Beim Abbinden nimmt der Kalk die gleiche Menge an CO2, welcher er durch den Brand abgegeben hat, wieder auf.

KALKKREISLAUF

1 Natürlicher Kalkstein ist das Ursprungsmaterial bei der Herstellung des mineralischen Bindemittels Kalk.

2 Branntkalk (Stückkalk) wird durch das Brennen von Kalksteinen hergestellt.In Brennöfen werden die Steine bei einer Temperatur zwischen 850-1000°C während mehrerer Tage gebrannt. Der gewonnene Branntkalk reagiert stark mit Wasser und muss daher luftdicht gelagert oder sofort weiterverarbeitet werden.

3 Löschkalk (Kalkmilch) entsteht durch die Zugabe von Wasser zu Branntkalk. Dies löst eine stark exotherme Reaktion aus. In einer Grube unter ständiger Wasserüberdeckung gelagert, ist der sogenannte Sumpfkalk über Jahrzehnte haltbar.

4 Kalkbaustoffe sind - mit der nötigen Erfahrung verarbeitet - enorm langlebig und vielfältig anwendbar. Aus Branntkalk, Löschkalk oder Sumpfkalk und der Vermengung mit Sand und Wasser können verschiedene Mörtel hergestellt werden. Beim langsamen Abbindungsprozess wird CO2 gebunden und es entsteht chemisch wieder Kalkstein.

Kalkmörtel wird nicht nur als Fugenmörtel genutzt, sondern auch für den Verputz von Fassaden und Innenräumen (geseifte Kalkglätte sogar in Nassräumen). Verdichtet kann der Kalkmörtel für Bodenbeläge verwendet werden (z.B. Terrazzo). Aussen- und Innenanstriche entstehen aus mit Wasser verdünntem Sumpfkalk. Kalkfarben bieten der Handwerker*in durch Zusätze wie Erdpigmenten, Kasein usw. ungeahnte malerische Möglichkeiten.

KALK KNOW-HOW

Der Event soll ein Prozess des Lernens und des gegenseitigen Wissensaustauschs ermöglichen, wo Kontakte geknüpft, geforscht und möglichst weitere Kalkprojekte geboren werden. Bei Workshops können Kalkverarbeitungen gelernt werden. Kurse, Führungen und Wanderungen sollen der Wissensvermittlung und Vernetzung dienen.