Darum geht’s in meinem Projekt

Asmara, Eritrea, im letzten November. Der Zuschauerraum des alten italienischen Opernhauses «Cinema Asmara» ist erfüllt vom Lachen und Schwatzen der Schülerinnen und Schüler in ihren grünen Uniformen. Dann mit einmal ist es still. Die Kinder schauen gebannt auf den kaum achtjährigen Jungen, der sonntäglich gewandet und mit Mikrophon in der Hand die Bühne betreten hat. Souverän begrüsst der junge Moderator das Publikum; seine Scherze kommen gut an, und die Ankündigung der ersten Musikerinnen des klassischen Konzerts «Sounds of Oasis» werden von den Kindern mit grossem Applaus und Gejohle quittiert…

Seit nunmehr sieben Jahren organisiert «Sounds of Oasis» – eine Gruppe von Musiklehrerinnen, Musikern und Eltern – einmal im Jahr dieses Konzert mit jungen Menschen, die an einer der beiden Musikschulen in Eritreas Hauptstadt Asmara ein Instrument spielen oder Singen lernen. Am Nachmittag gibt es eine gekürzte Vorführung für Schülerinnen und Schüler: der Konzertbesuch soll den Kids neben Vergnügen auch Mut machen, für sich das Erlernen eines Musikinstruments in Betracht zu ziehen. Das volle Programm am Abend wird von geladenen Gästen, Eltern und Musikinteressierten besucht. Das «Cinema Asmara» ist jeweils bis zum letzten Platz besetzt.

Wer von den Musikstudierenden im Spätherbst auftreten darf, wird bereits im Frühjahr bestimmt. Bis zum Konzert werden die Ausgewählten in einem speziellen Programm auf den Auftritt vorbereitet: das heisst vor allem auch üben, üben, üben.

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Das Besondere an meinem Projekt

Mozart, Beethoven, Chopin am Horn von Afrika? Was auf den ersten Blick erstaunen mag, hat in Eritrea seit langem Tradition: Klavier und kleine Orgel sowie die klassische europäische Musik haben die italienischen Kolonisatoren ab Ende des 19. Jahrhunderts ins Land gebracht. In der evangelisch-lutheranischen Kirche Eritreas ist Choralmusik bis heute ein fester Bestandteil der Gottesdienste und kirchlichen Feste. Heute gibt es in der Hauptstadt eine klassische Musikszene mit zwei Musikschulen, einem Musikerverband, der oben bereits erwähnten Gruppe «Sounds of Oasis» und – mit erstaunlich vielen talentierten, jungen Musikstudierenden.

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Dafür brauche ich Unterstützung

Eritrea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Da es kein Konservatorium gibt, sind gut ausgebildete Musiklehrerinnen und –lehrer rar. Den meisten fehlt es an fachlichen Kenntnissen, und sie können ihren Schülerinnen und Schüler kaum eine solide Basis vermitteln. Hier haben wir in enger Zusammenarbeit mit der Direktoren von Musikschulen- und Musikerverband vor zwei Jahren angesetzt.

Der Zürcher Pianist Christoph Keller weilte bereits zwei Mal in Asmara und hat sowohl mit Klavierstudierenden als auch mit den Musiklehrenden gearbeitet. Der Wetziker Klavierbauer Urs Bachmann hat einen Container mit Klavieren und Flügeln gespendet und war letztes Jahr mit einem Team von jungen Klavierbauern – darunter eine Frau – in Eritrea, um vorhandene Klaviere zu reparieren und die gespendeten Instrumente zu stimmen. Zudem hat er begonnen, einen jungen Mann für das Handwerk des Klavierstimmens anzulernen.

Dieses Jahr ist im November wieder ein Aufenthalt geplant, während welchem Christoph Keller erneut mit den jungen Leuten pianistisch arbeiten und ausserdem für alle – also auch für Nichtpianisten – Übungen in Solfège und Analyse durch Hören anbieten wird. Diese Workshops sind im vergangenen Jahr auf grosse Resonanz gestossen. Zum ersten Mal wird uns zudem eine Fachkraft in Musikpädagogik der ZHdK begleiten und die Musiklehrenden und fortgeschrittene Studierende im Unterrichten unterweisen. Dabei arbeiten wir eng mit der Gruppe «Sounds of Oasis» zusammen, die für die Organisation der Workshops zeichnet.

Obwohl alle Beteiligten bisher auf ein Honorar verzichtet haben und dies auch für den neu geplanten Aufenthalt wieder tun werden, entstehen Kosten für Reise und Aufenthalt sowie Auslagen für Workshops, Notenmaterial etc. Diese Projektkosten möchten wir mit Hilfe von Eurer Unterstützung decken. Herzlichen Dank!

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