No Use Crying Over Spilled Milk
Was passiert, wenn ein Ort seine ursprüngliche Funktion verloren hat? Welche Geschichten bleiben zurück, welche neuen entstehen daraus - und was kommt danach? No Use Crying Over Spilled Milk ist eine interdisziplinäre Performance von unsyn.collective und dem Lichtverein Göral im leerstehenden Hallenbad der PTA in La Neuveville. Wir sind ein Kollektiv von Kulturschaffenden aus den Bereichen Performance, Tanz, Licht, Klang und Szenografie und entwickeln gemeinsam ein Projekt, in dem verschiedene künstlerische Ausdrucksformen aufeinandertreffen und sich zu neuen Möglichkeiten verbinden. Seit fast einem Jahr beschäftigen wir uns mit diesem besonderen Ort. Das ehemalige Hallenbad wird nicht nur zur Bühne, sondern zu einem aktiven Teil der Erzählung. Seine Architektur, seine Materialien und seine Geschichte werden zum Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung zu Aneignung, Verantwortungsübernahme und unausweichliche Transformationsprozesse. Uns interessiert der Moment, in dem eine künstliche Ordnung an ihre Grenzen kommt. Was geschieht, wenn Strukturen, die wir geschaffen haben, nicht mehr aufrechterhalten werden können? Wie übernehmen wir Verantwortung für das, was wir verändert haben? Die Performance bewegt sich zwischen Erschöpfung und Erneuerung, auf der Suche nach Visionen einer Zukunft, die bereits begonnen hat. Durch Recherche, Experimente und einen offenen künstlerischen Prozess haben wir unsere gemeinsame Sprache entwickelt. Tanz, Klang, Licht und Szenografie verschmelzen zu einer immersiven Erfahrung, in der Raum, Körper und Publikum miteinander in Beziehung treten. Im August 2026 zeigen wir No Use Crying Over Spilled Milk vier Mal als 60-minütige Performance im leerstehenden Hallenbad der PTA in La Neuveville.
Mit eurer Unterstützung können wir die finale Produktionsphase abschliessen, die technischen und räumlichen Voraussetzungen schaffen und diesen aussergewöhnlichen Ort für kurze Zeit wieder zum Leben erwecken.
Tanz & Musik
Tanz & Performance
Die Performance entfaltet sich im und um das leere Becken des Hallenbads. Aus materieller, ortsspezifischer und konzeptueller Recherche entwickeln Laura Mercuriali und Rahel Kohlbrenner gemeinsam mit Kim Bigler und Chiara Halter eine zeitgenössische Choreografie, in der Bewegung zu einer Stimme für Kontrolle, Transformation und Erschöpfung wird. Die Tänzer*innen bewegen sich zwischen präziser Komposition und Improvisation und verschmelzen Körper mit Raum und Atmosphäre - so dass auch der Ort selbst zu einem Teil der Performance wird.
Musik
Die Musik entsteht aus Klangaufnahmen und Samples aus dem Hallenbad und wird in engem Dialog mit der Tanz-Choreografie entwickelt. Melissa Holliger (Miel), DJ und Sound-Künstlerin, verbindet improvisatorische Arbeitsweisen mit ihrer Erfahrung im Bereich bewegungsorientierter Musik. Ausgehend von den Rhythmen und Dynamiken des Tanzes schafft sie eine eigenständige Klangwelt, in der Musik und Bewegung einander wechselseitig beeinflussen. Beide übernehmen abwechselnd die Rolle der Erzählerin und der Interpretin, sodass ein fliessendes Zusammenspiel von Aktion und Reaktion entsteht. Wie das einst mit Wasser gefüllte Hallenbad, füllen Klang und Performance den Raum und lassen seine Strömungen wieder neu entstehen.
Licht & Szenografie
Lichtdesign
Wie verändert Licht unsere Wahrnehmung eines Raumes? Wann macht es etwas sichtbar und wann entzieht es etwas unserem Blick? Im verlassenen Hallenbad wird Licht nicht nur zur Beleuchtung, sondern zu einem eigenständigen erzählerischen Medium. Der Lichtverein Göral, bestehend aus Joël Rapeaud, Linus Fässler, Mirko Bölsterli und Sophia Keller entwickelt eine Lichtinstallation, die den Raum fortlaufend verändert. Projektionen auf mit Buttermilch mattierte Glasflächen, Reflexionen, Nebel und der Einsatz einer Live-Kamera schaffen Bilder, die sich mit den Körpern der Performer*innen verbinden und wieder von ihnen lösen. Licht begleitet die Performance nicht nur, sondern wird selbst zu einer Stimme der Erzählung. Licht lenkt den Blick, verschiebt Perspektiven und eröffnet neue Ebenen der Wahrnehmung.
Szenografie
Die Szenografie (Hannah Blaser und Nele Heeb) arbeitet mit konkreten Materialien wie Naturschwämmen, Plexiglas, Netzen, Uranin und Oberflächen, die dem Raum ähneln oder bewusst Gegensätze bilden. Organische und synthetische Materialien treffen aufeinander und lassen die Grenzen zwischen Natürlichkeit und künstlicher Ordnung verschwimmen. Es entsteht eine Umgebung, in der sich Kontrolle und Auflösung, Stabilität und Transformation gleichzeitig zeigen. Das ehemalige Hallenbad wird nicht als Kulisse verstanden, sondern als aktiver Teil der Performance. Seine Architektur, seine Materialien und seine Geschichte prägen die Inszenierung ebenso wie die Menschen, die sich in ihm bewegen.
Damit das Publikum den Raum sicher erleben kann, werden gezielte bauliche Massnahmen umgesetzt, darunter ein Geländer entlang des Beckens sowie angepasste Sitzmöglichkeiten für einen barrierefreier Zugang.












