Saatgut Unabhängigkeit, Klimawandel und ökologischer Landbau

(klick auf «CC» für Untertitel zum Video)

In den letzten Jahrzehnten sind Indiens Bauern in eine schlechte Lage geraten. Traditionell hatten Familien ihre eigenen Saatgutlager und führten ihre eigene Saatgutvermehrung durch. Aber eine Kombination aus unerfüllten Versprechungen aus der grünen Revolution und anfänglich subventioniertem Saatgut von Chemieunternehmen hat alles verändert.

Jetzt gibt es einen kommerziellen Saatgutmarkt, der von ausländischen multinationalen Konzernen dominiert wird, die eine Ökologie der Abhängigkeiten bei Bauern geschaffen haben, welche sich jährlich verschulden, indem sie nicht nachbaufähiges Hybridsaatgut, chemische Düngemittel und Pestizide kaufen - oft ohne zu wissen, wie man sie richtig und sicher verwendet.

Dies ist ein schwerwiegendes Problem, da 60% der Menschen hier mit der Landwirtschaft verbunden sind und viele von ihnen in der Subsistenz leben. Auf dem Markt ist das Ergebnis deutlich sichtbar: Man findet nur eine geringe Nutzpflanzenvielfalt und keine angepassten Sorten.

Das wollen wir ändern und den Bauern eine echte Wahlmöglichkeit bieten. Unser Ziel ist es, eine Saatgut-Initiative für Nordost-Indien zu schaffen, die in der Lage ist, den Bauern lokal angepasstes Saatgut zu liefern, wobei wir das traditionelle Wissen nutzen, moderne Vorgehensweisen des biologischen Landbaus anwenden und diese mit Schulungen zur Saatgutproduktion kombinieren.

Pabhoi Greens ist heute ein biologisch zertifizierter und vielfältiger Betrieb, der mit Mischfruchtanbau, Fisch, Wurmkompost, Bienenzucht und Gemüse arbeitet. Mit 35 Arbeitern aus 9 verschiedenen ethnischen Gruppen auf dem Betrieb versuchen wir, einen ganzheitlichen Ansatz zu leben, der auf Gleichberechtigung basiert und frei vom Kastenwesen ist. Da wir wollen, dass Frauen und Bäuerinnen stark und selbständig sind, bieten wir Schulungen zu ökologischer Landwirtschaft an. Mehr als 4’000 Bäuerinnen und Bauern, StudentInnen und Menschen aus Landfrauenvereinigungen kommen jedes Jahr zu Schulungen auf unseren Hof.

Unsere Iniatiative bettet sich in eine agrarökologische Bewegung ein, die dem Klimawandel mit Resilienz durch Souveränität, Diversität und Lokalität begegnet. Mit einem Klima, welches Bäuerinnen und Bauern jedes Jahr auf die Probe setzt, sind Massnahmen wie eigenes Saatgut, lokal angepasste Sorten, aber auch Kompostwirtschaft, Mischanbau, ökologische Wirtschaftsweise und hohe Biodiversität von grösster Bedeutung.

Picture 183976c6 0f8b 4fbc afe0 c2895118ced1Picture 8154fc4b 71ef 47ca b8eb 7741116bc8daPicture 5715cc60 0b3b 4b69 a180 344929412bebPicture f08fb926 c6e7 4e69 be12 ddd8127db59dPicture 4d0cbf9b 8d2e 4b31 9a9f 5ccf29b03002Picture 7a42f4b2 113b 4a1f a668 73461e0cc055Picture c17f6682 89cf 45d5 9d21 99216c9db87fPicture a9a34cb1 c3c4 4e9a a217 9cf6c9ed4e2dPicture 1e8d2d56 728f 4f61 b2c0 be53852668c9Picture 79557c06 680f 4b4d 9c1f 4b773b304349Picture 07d1c8b8 9877 4441 8905 bccad384f69c

Saatgut-Projekt bei Pabhoi Greens

Als Biobauer habe ich immer die Notwendigkeit verspürt, dass wir selbst Saatgut haben müssen, da wir unsere Unabhängigkeit bei Saatgut neben vielen anderen Dingen verlieren. Daher habe ich beschlossen, das Augenmerk auf die Produktion von Bio-Saatgut für unseren Staat und das ganze Land zu lenken. Wir begannen 2015 mit einer kleinen Saatgutproduktion von einheimischem Sorten. Damit begann der Prozess und fingen an, unsere Zeit und Energie zu investieren, um zu lernen, wie wir die verschiedenen Schritte am besten durchführen können: Samen sammeln, sie züchten, den Selektionsprozess zu gestalten. Unser Ziel ist es, das Saatgut zu erhalten und auch bestimmte Samen zu züchten, die jeder Landwirt selbst behalten kann. Darüber hinaus haben wir ein Unternehmen gegründet, in dem wir nicht nur unseren Züchtungsprozess durchführen, sondern auch versuchen, unsere Initiative langfristig finanziell selbsttragend zu machen.

Wir haben große Schritte gemacht, haben aber noch einiges zu lernen, da es eine Sache ist, Gemüse anzubauen, aber eine andere, Saatgut zu vermehren. Wir konnten nach Europa reisen und uns über die ökologische Saatgutproduktion informieren und Partnerschaften aufbauen. Inzwischen haben wir Versuche mit über 250 verschiedenen traditionellen und nachbaufähigen Sorten durchgeführt und vier Jahre lang Saatgut in kleinem Massstab produziert und versuchsweise vermarktet. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Die Bauern sind zufrieden, und unsere Initiative hat eine motivierende Anzahl von Saatguttüten verkauft.

Etwas weiteres haben wir auch gelernt, dass wir auch von den Kunden Unterstützung erhalten können, denn Geschmack ist in Indien wichtig. Lokal angepasste und häufig nicht-Hybrid-Sorten haben unter unseren klimatischen Bedingungen eine bessere Chance, zu reifen, was dem Geschmack sehr zugute kommt.

Picture c7083677 cb95 4783 935b a135f93022ccPicture f4c5c577 602c 435a b7ab 4849aa3c181cPicture a61e93b2 90e4 40ee 8e3e 68f56d8deaa4Picture e07867d1 f37b 4a07 bd63 1d5f3c5610bfPicture 2f4220fe f869 4cc6 ac57 d846a515a5e3Picture 6623474e f1db 4e56 a2fb 24caa166b95aPicture 9004586c 259c 4fd8 a24c 5a2fb85e2959Picture c33e3b82 b174 4b44 a4fb 0e0f7dfe482fPicture 3557840f e774 4bea a337 e16e23f53d08

Nächste Schritte im Saatgutprojekt

Um unsere Aufgabe weiter und das Saatgut zurück zu den Menschen zu bringen, brauchen wir deine Unterstützung. Das Projekt wächst, aber die Farm kann die anstehenden, notwendigen Entwicklungsschritte nicht vollständig finanzieren. Wir erhalten keine staatlichen Subventionen oder externe Finanzierung.

Wir haben 10 Personen, die im Saatgutprojekt arbeiten und sich um Planung, Produktion, Selektion, Trocknung, Reinigung, Keimprüfung und Verpackung in Saatgutbeutel kümmern. Wir müssen Gewächshäuser bauen, um die Saatgutkulturen vor dem tropischen Monsunregen zu schützen. Einige Pflanzenarten brauchen bestimmte kalte Wetterbedingungen, um zu blühen und Saatgut zu produzieren. Für diese Pflanzen arbeiten wir mit Bäuerinnen und Bauern im Hochland von Arunachal Pradesh und Nagaland zusammen und haben erfolgreich mit der Produktion von Brassica-Samen (Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi) begonnen. Gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern in den Dörfern müssen wir eine effiziente und qualitativ hochwertige Produktion erarbeiten. Wir haben die Möglichkeit, in 5 nahe gelegenen Dörfern Schulungen durchzuführen, bei denen die Bauern an der Saatgutproduktion interessiert sind und beim Aufbau eines Vermehrungsnetzwerks mithelfen können.

In dieser Crowdfunding-Kampagne arbeiten wir mit zwei Finanzierungsstufen. Die Erste liegt bei 33’000 CHF, aber wir hoffen insgesamt 50’000 CHF einzusammeln. Wir bezwecken damit, wichtige Infrastruktur zu erhalten, einen Teil unserer Projektgehälter für die nächsten zwei Jahre finanzieren zu können und uns dabei zu helfen, die geplanten Schulungen zu ermöglichen.

Hier sind einige unserer aktuellen Kosten und geplanten Verbesserungen:


Aktuell

  • Löhne im Saatgutprojekt (10 angelernte Arbeiter pro Jahr): 780’000 Rupien > 9’700 CHF
  • Reisen zu Teststandorten in Arunachal und Nagaland: 118’000 Rupien > 1’400 CHF

Geplant

  • Projektassistenz (pro Jahr): 288’000 Rupien > 2’800 CHF
  • Gewächshaus: 1’160’000 Rupien > 14’400 CHF
  • Stromsicherung: 340’000 Rupien > 4’200 CHF
  • Luftentfeuchter: 140’000 Rupien > 1’700 CHF
  • Windsichter: 180’000 Rupien > 2’200 CHF
  • Kühllager: 190’000 Rupien > 2’600 CHF
  • Ausbildungsprojekt in Dörfern: 120’000 Rupien > 1’500 CHF

Bitte unterstütze unsere Kampagne und ermögliche den Kleinbäuerinnen und -bauern in Indien, besseren Zugang zu biologischem Saatgut für einen diversifizierten Anbau zu erhalten.


Besonderen Dank an:

  • WFSCAN - Alumni-Netzwerk des World Food System Center (Kommunikation)
  • Sativa Rheinau AG (Saatgut-Spende bei den Belohnungen und Versandunterstützung)
  • Team Pabhoi Greens (für den täglichen Einsatz)
Picture 29e9e413 a62b 4618 9fd3 b7523af112c0Picture ee9e28b8 980b 4c34 968c f14d9501a78dPicture 235b4a20 3efe 4cc7 95a7 1ee96331117aPicture e8cd3d32 c5f8 4ac5 bafc 43abcc0fa845Picture 47113079 0406 4da1 9328 c13c462ec395Picture 63683f24 3444 470c 84c7 db97a9994a31Picture 2fee5fe8 9b51 4c16 bd61 40d3bfd99cb9Picture a0e8fb5d e0da 470b b51b ec8aad61af33Picture 2e51516c c19b 4849 9755 eeb4bdd26f71Picture 356049f7 3d26 4a94 bf74 61aa113667c5Picture 2e68f3e5 19dc 4df5 8966 02881d2730fePicture 05dd6e51 dfea 4a21 b46e 41c990229d52