Heimat für verletzte Wildtiere und Arbeit für Menschen mit Beeinträchtigungen

Johns kleine Farm in prekärer Finanzlage 7.Oktober 2019

Der Privatzoo in Kallnach und der Betriebsleiter John David Bauder steckt in finanzieller Notlage. Ein Brandschaden und zusätzliche Verpflichtungen haben unerwartet hohe Kosten verursacht, die über das Alltagsgeschäft nicht mehr bewältigt werden können. Von einer drohenden Schliessung betroffen sind 286 Tiere und 13 Mitarbeiter. Erneut wendet sich das Zooteam an die Bevölkerung.

Anfang August 2019 hat der Verein Johns kleine Farm, der strategisch für den Zoobetrieb verantwortlich ist, einen neuen Vorstand eingesetzt. Unter der Leitung von Michèle Gehri hat das Führungsteam eine aktuelle Lagebeurteilung vorgenommen und die Buchführung des Vereins geprüft. Diese ergab ein für die Geschäftsführung dramatisches Resultat. Wenn in den nächsten Tagen keine Geldgeber gefunden werden, welche bereit sind, grössere Summen zu investieren, muss der Betrieb eingestellt werden.

Die traurige Konsequenz davon wäre, dass drei Lernende, vier Praktikanten sowie zwei Mitarbeiter auf der Strasse stehen. Für 53 Tierarten müsste ein neues Heim gefunden werden, ein grosser Teil der Zoo-Schützlinge dürfte allerdings kaum vermittelt werden können. Aus Altersgründen wäre es für sie kaum möglich, umplatziert zu werden. Für Wildtiere wie Fuchs, Dachs, Waschbär, Stachelschwein etc. fehlt das Interesse anderer Zoos und wiederum andere Zoobewohner können aus hierarchischen Gründen nicht in bestehende Tiergruppen integrieren oder vergesellschaften werden - so zum Beispiel die Berberaffen.

Johns kleine Farm, die 1996 am Krosenrain 12 in Kallnach auf einer Fläche von 1.1ha eröffnet wurde, wird jährlich von rund 4’000 Menschen besucht – insbesondere auch von Mitmenschen mit Hörsehbehinderungen. Der Verein mit seinen 130 Mitgliedern kümmert sich um die administrative und strategische Führung des Betriebs, während Geschäftsführer und Gründer John David Bauder die operative Leitung des Zoos inne hat. Bauder ist ein international gefragter Experte in Sachen Tierhaltung und Zooführung. Die gute Qualität des Zoos wird von allen Seiten bescheinigt, wie etwa auch der Bericht vom 19. Juli 2019 im Bund bestätigt, in dem der Schweizer Tierschutz Johns kleiner Farm ein gutes Zeugnis ausstellt. Zudem ist Johns kleine Farm vom Sozialstern Bern 2019 nominiert. Denn bereits seit 1998 unterstützt Bauder zusammen mit der IV-Stelle Bern, Freiburg und weiteren Kantonen, verschiedenen Sozialdiensten, dem Kompetenzzentrum für Arbeit sowie diversen Coaches Menschen mit einer psychisch bedingten Leistungseinschränkung beim Ziel, beruflich wieder Fuss zu fassen. Dies durch das Angebot an Tagesstruktur, einem ersten Arbeitsplatz und konkreter Abklärungen. Das alles steht nun auf dem Spiel.

Trotz intensiver Bemühungen seitens langjähriger Betriebsleitung und des jungen Vorstands konnte die finanziell prekäre Lage nicht massgeblich verbessert werden. Ein Fortbestehen ist in der momentanen Situation nicht mehr möglich, da die dringlichen Verpflichtungen sehr viel höher sind als kurz- und mittelfristig über die Betriebseinnahmen generiert werden könnten. Eine staatliche Unterstützung blieb dem Zoo bis anhin verwehrt. Somit bleibt die Hoffnung, dass in wenigen Tagen ein Mäzen oder Investor eine grosse Summe bereitstellt. Andernfalls muss Johns kleine Farm in wenigen Wochen Insolvenz anmelden. Ein Verlust für die Region, viele Menschen und zahlreiche Tiere.

Weitere Informationen zu Verein und Zoo finden Sie online auf http://www.johnskleinefarm.ch/ sowie https://www.facebook.com/Zoo.Johns.kleine.Farm . Für persönliche Auskünfte steht Ihnen Michèle Gehri als Präsidentin des Vereins gerne zur Verfügung.

Wir möchten als Zoo (Bewilligung: WTH/g-8/03) Menschen, besonders auch Mitmenschen mit Hörsehbehinderungen, den direkten Kontakt zum Tier möglich machen, sie alle für das Tier begeistern und über Umwelt-, Natur-, Tier-, und Artenschutz informieren. Wir arbeiten seit 2004 mit der Z.U.N., der Organisation zum Erhalt bedrohter Haus- und Nutzgeflügel in der Schweiz sowie «Pro Specie Rara» (Appenzeller Spitzhaubenhühner, Stiefelgeissen, Spiegelschafe, Fuchskaninchen) sowie dem dem Verein zur Erhaltung der Weißen Barockesel (Ref. Felix Weber und Martin Wehrle, Natur und Tierpark Goldau) zusammen. Der Betrieb verfügt über eine kantonale Bewilligung: WTH – 001590-1, um heimische Findeltiere aufzunehmen, aufzuziehen und ggf. Auszuwildern.

Seit 2004 konnten 19 Lernende die Ausbildung zur TierpflegerIn EFZ in unserem Betrieb abschliessen. Darunter waren neun Lernende mit psychischer Beeinträchtigung, die dank dem Betrieb eine Chance auf einen erfolgreichen Lehrabschluss erhielten.

Der einzigartige Privatzoo darf nicht sterben!

Wenn John’s kleine Farm schliessen muss, verschwindet eine Oase, in der psychisch Beeinträchtigte eine geschützte Arbeitsstätte fanden, in der verletzte Wildtiere aufgepäppelt werden und wo Kind und Hund die Tiere noch hautnah erleben können. Man kann von Zoo’s halten was man will, aber John’s kleine Farm ist eben gerade kein gewinnorientiertes Gefägnis. Wir sind Paten von einem Muntjak und meine Kinder verbinden unvergessliche Erinnerungen mit diesem Ort. Wenn er verschwindet müssen u.U. auch die Tiere, welche keinen neuen Platz mehr finden, eingeschläfert werden.

Dafür brauche ich Unterstützung

Wir benötigen Fr. 50’000.00 um den Betrieb bis Jahresende aufrecht erhalten zu können.

Um eine langfristige und tragbare Basis für den Fortbestand des Zoos zu erreichen, sind Fr. 80’000 bis Fr. 120’000.– nötig.