Das Festival

Der Begriff «Theater» hat sich im Laufe der letzten Zeit gewandelt und soll deshalb in einen erweiterten Kontext gestellt werden. Theater entspricht schon lange nicht mehr nur dem konventionellen Gedanken, einen sprechenden Schauspieler auf der Bühne zu sehen. Das Theater hat viele Sprachen gefunden, um sich auszudrücken: Performance, Bildende Kunst, Tanz, Klassischer Gesang, Video etc... Jede Art von Kunst-Genre kann im Theater wiedergefunden werden. Das ist ziemlich viel und ziemlich aufregend. Wir begreifen diese Formenvielfalt als Chance.

Wir interessieren uns für alles, was keinen festen Ort hat. Für die Künstler ist das Nichtwissen existenziell. Wir handeln im Unbekannten und erst die Kunst erlaubt es uns, die Welt neu zu erschliessen. Wir wünschen uns, dass die Künstler auf der Suche sind und die Besucher sie dabei begleiten und selbst Suchende werden. 

Die Umsetzung: Neue Wege, Neue Räume

Wir wollen andere Formen und Formate zeigen und die Stadtgalerie Bern und den Innenhof des PROGR in eine kreative Spielwiese und einen Ort des Verweilens verwandeln.

Bereits im letzten Jahr haben wir das Fest im PROGR-Hof erfolgreich realisiert. Dieses Jahr laden wir euch wieder dorthin ein. Nach wie vor werden wir zusammen auch Theater sehen, wobei dieses Mal unser Raum auch in der Stadtgalerie angesiedelt sein wird. Der Reiz dieser Lokalität besteht in seiner Funktion als Ausstellungsraum, so dass sie uns die Chance bietet, verschiedene Bühnen- und Ausstellungsformate in einem neuen Kontext zu entdecken. Dort, wo sonst Kunstwerke ausgestellt werden, werden jetzt verschiedenste Kunst-Werke gezeigt, wobei die Grenzen der Genre verwischen.

Das Programm

Vom 24. bis 26. Juli findet unser Festival statt. An allen drei Tagen die gleiche Form. An allen drei Tagen ein neuer Inhalt:

  • Hüpfburg springen: Durch das Springen werden wir schwerelos, nicht denkend und erleben so die Freude im grenzenlosen Raum des Kindseins.
  • Essen: Das Essen ist eine Tradition, die allen selbstverständlich bekannt ist. Das Essen planen wir als italienische Familie, als «LA FAMIGLIA» einzunehmen. Es wird achtköpfige Gruppen geben, wobei je ein Schauspieler das Tischoberhaupt ist und die anderen Teilnehmer jeweils als ein Teil der Familie und je nach Hüpfart in der Prüfung charakterisiert wird. So wird jeder in eine Figur schlüpfen und diese dann am Tisch spielen.
  • Spazierengehen: L. Burckhardt hat die Spaziergangswissenschaft begründet, ihm ging es darum, die Umwelt bewusster wahrzunehmen und aus dem blossen Sehen ein Erkennen werden zu lassen. Er verliess den Seminarraum, um sich bewegend der Wirklichkeit anzunähern. Und diese Ideen finde ich auch für meine Documenta interessant: «dem gesetzten Rahmen zu entkommen und sich selbst zu verlieren.» (Adam Szymczyk) SKILT fragt sich: wer möchte das nicht auch? Darum gehen wir im Selbstversuch spazieren und nähern uns langsam dem «Innen« an.
  • Performance, Video, Räume, Sound-Installation, Theater, interaktives Kampfspiel und Tanz sehen, hören und miterleben: Wir werden alles gemeinsam machen, es sei denn, du willst an der Bar mal eine Pause machen oder den Kopf in der Hüpfburg verlieren.
  • Am Feuer reden wir schliesslich über das Gesehene und werden den Kopf zum Glühen bringen, bis der gesamte PROGR-Hof leuchtet: Am Ende eines jedes Abends werden wir uns wieder auf dem Hof am Feuer treffen, um uns auszutauschen. Eingeladene «Experten» diskutieren dabei gemeinsam mit dem Publikum. Dabei interessiert uns die Meinung hier von kunstnahen und kunstfernen Menschen.

Das Publikum

In Zeiten der Facebook Vereinsamung ist ein gemeinsames Erleben des Unmittelbaren ein immer kostbareres Gut geworden. Du kannst dir das Festival als eine Art gemeinsame sinnliche Denk-Oase vorstellen. Sei Teil dessen. Wir freuen uns auf dich!

Die Künstler

Presse zum Fest, 2013

«(…) Draussen im Hof lief währenddessen ein Theaterfest, das auch manch Ungewohntes bot. Eine Hüpfburg als Bühne, das ist neu und sehr hübsch. Dosenwerfen und Rezitiereren. Das Leben ist ein Spiel - so kann man das kunterbunte Treiben vielleicht zusammenfassen. Ob Bühne oder Spielplatz, das ist ein wenig einerlei. Und so wurde gestern munter durcheinander gewürftelt, experimentell Verstiegenes und ergreifend Simples, Grossangerichtetes und Kleinkunstiges. Theater kann das auch, oder besser: Theater muss das auch können, so ein Spiel ohne doppelten (Bühnen)Boden.» Der kleine Bund

Wir brauchen deine Unterstützung

Mit deiner Hilfe können wir die Reise- und Unterkunftskosten der Künstler decken. Das Feuerholz für die gemeinsamen Abende im Hof wird dann sicherlich vom Förster aus der Umgebung kommen.