"Warten unter einem Dach", Kurzfilm, 30 Min.

Im Asylzentrum Juch in Zürich Altstetten, haben seit 2014 über 7000 Asylsuchende ihre ersten Wochen in der Schweiz verbracht. Im Schnitt wohnten rund 300 Erwachsene und Kinder aus über 20 Ländern zusammen unter einem Dach. So auch der Kameramann Ibrahim Yaghi, der das alltäglichen Leben im Zentrum mit seiner Kamera festhielt. Seine Erzählstimme führt uns durch den Film, der uns einen Einblick in das Zentrum von innen gewährt, und BewohnerInnen wie BetreuerInnen zu Worte kommen lässt.

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Das Asylzentrum Juch

Das besondere am Asylzentrum Juch ist, dass hier erstmals in der Schweiz das beschleunigte Asylverfahren- welches seit März 2019 in der ganzen Schweiz in Kraft getreten ist- als Pilotprojekt getestet wurde. Die maximale Aufenthaltsdauer im Zentrum betrug 140 Tage.

Betreut wurde das Zentrum im Auftrag des Staatssekretariats für Migration SEM von der Fachorganisation AOZ Zürich. Seit September 2018 ist das Zentrum nur noch reduziert in Betrieb. Ein Grossteil der ehemaligen Arbeiterbaracken wurde bereits abgerissen. Im September 2019 soll das neue Bundesasylzentrum im Duttweiler-Areal seinen Betrieb aufnehmen, und das Provisorium Juch nach über 4 Jahren definitiv schliessen.

Ibrahim: «Im Juch habe ich viele Momente und Geschichten mit Menschen unterschiedlichster Kulturen und Sprachen erlebt. Es war eine ganze Welt auf engem Raum- eine neue und völlig ungewohnte Situation für mich, und auch für die Anderen. Wir waren einander fremd und doch in der selben Situation. Kontakte knüpften sich schnell. Die BetreuerInnen hatten alle Hände voll zu tun. Es gibt keine Dokumentation über dieses Zusammenleben. Mit diesem Film möchte ich etwas davon festhalten und vielleicht auch verarbeiten. Er gibt der Zeit meines Wartens einen Sinn.»

Als Ibrahim mir vorschlug, den Film zusammen zu machen, war ich sofort interessiert. Ich hatte mich oft gefragt, wo und wie die Asylsuchenden hier eigentlich wohnen. Und wo sonst leben überhaupt 300 Menschen aus über 20 Ländern, in einer für sie völlig neuen und ungewissen Situation zusammen unter einem Dach? Wie ist es da?

Auch wenn kein Asylzentrum repräsentativ für alle Zentren in der Schweiz sein kann- schon garnicht Eines, in welchem ein neues Verfahren zum ersten mal ausprobiert wurde- so waren die Dreharbeiten doch eine einmalige Möglichkeit, einen Einblick in Eines von ihnen zu erhalten.

Die Drehbewilligung erhielten wir, da Ibrahim selbst dort wohnte. Zum Schutz der Privatsphäre der BewohnerInnen wurde Medien ansonsten nur beschränkten Zugang gewährt.

Auch nach Ibrahim’s Aufenthalt, sind wir über das letzte Jahr hinweg immer wieder hin gegangen, haben gedreht, mit Bewohner und BetreuerInnen gesprochen.

Mit diesem Film wollen wir einen Einblick in das alltägliche Leben im Asylzentrum Juch geben. Berührungsängste - wo vorhanden - abbauen, und nicht zuletzt etwas von diesem Ort und seiner Stimmung festhalten, über den es kaum Dokumentationen gibt, und der ab September 2019 Geschichte sein wird.

Dafür brauchen wir Unterstützung

Für die Dreharbeiten und den Rohschnitt sind wir bisher aus eigenen Mitteln aufgekommen. Um den Feinschnitt mit einer Cutterin, Farbkorrekturen, Sprechaufnahmen im Tonstudio, Tonmischung sowie die Filmmusik bezahlen zu können, brauchen wir jedoch noch Unterstützung.

Die Vertriebsmöglichkeiten des Filmes sind wir noch am abklären. Aber selbstverständlich werden wir alle UnterstützerInnen auch nach dem Crowedfunding weiterhin informieren, wie es mit der Nachbearbeitung vorangegangen ist, und wo und wann der Film zu sehen sein wird!

Es würde uns riesig freuen, diesen Film mit eurer Unterstützung fertig stellen zu können!