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Ein Denkmal für eine normal-verrückte Frau!

Sie war eine Grenzgängerin, irgendwo «us em Tütsche-n-uss». Sie arbeitete bei der Badener «BBC», war mit einem polnischen Juden verheiratet, hiess vor ihrer Heirat Spillmann, noch vorher Moser – doch wie hiess sie ursprünglich, woher kam sie, wer war sie?

Sie war die erste dramatische Person in meinem Leben, eine wichtige Figur meiner Kindheit - doch leider konnte ich sie nicht mehr richtig kennenlernen: Sie sprang 1986 aus dem Fenster.

Heute bin ich Theaterschaffender und betreibe «oral history». Befrage die noch lebenden Nachbarinnen und Nachbarn, befrage die Ämter und meine Mutter und mache daraus ein dokumentarisches Stimmen-Theater.

Volkstheater im Internet – und Historie von ganz unten!

Das «Historische Museum Baden» integriert das kleine Projekt in die grosse Ausstellung zur 200-Jahr-Feier der Gemeinde Ennetbaden. Die Premiere wird dort am 19. Mai 2019 stattfinden, um 16 Uhr.

Das andere Ennetbaden ist hier Thema: Das der ArbeiterInnen, BBCistInnen und der Bauern am Lägernnordhang, die nicht Rebbauern sind.

Es geht um Anonymität und Persönlichkeit.

Von der Anonymität des Mehrfamilienhauses, über die der Behörden, über die Unauffindbarkeit eines Menschen mit Namen Moser, bis zum Erscheinen und Verschwinden eines polnischen Juden - …

Von der Persönlichkeit einer normal-verrückten Frau, über die erzählender NachbarInnen - bis zur Frage, wie relevant denn so ein anonymes, vergessenes Kleine-Leute-Schicksal ist.

Menschen, denen dieses Projekt gewidmet ist:

Es gibt Menschen, die leben dramatisch. Wortlos, sprachlos. Ohne dass sie selber davon erzählen könnten. Ohne dass es je ein Theaterstück gibt, oder einen Film, oder eine Netflix-Serie. Diesen Menschen ist dieser Podcast gewidmet.

Und es gibt Menschen, die können erzählen. Einfach so. Und es wird nie Literatur. Auch diesen Menschen ist dieser Podcast gewidmet - und das Romänli gibt es zum Trotz dazu!

Dafür brauche ich Unterstützung

Das Projekt wird von der Gemeinde Ennetbaden, der Stadt Baden, dem Kanton Solothurn und zwei Stiftungen unterstützt - zusammen mit 7’500 Franken. Die Unterstützung des «Historischen Museum Baden» ist rein infrastrukturell. Das Romänli sollte ursprünglich billig als Bastei-Heftli gedruckt werden, nun hat die Graphikerin aber ein so schönes Unikat entworfen, dass das ein Schweizer Drucker machen muss. Das kommt dann 2’000 Franken teurer - und die sollen mit diesem Fundraising aufgefangen werden!