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Darum geht’s

Viele Milchbauer in Kolumbien wohnen abgelegen und haben kein Zugang zu fliessendem Strom. Sie benutzen Gas aus den Flaschen. Das Problem ist jedoch, dass dies sehr teuer ist. Viele Bauern leben von dem was sie selber Kultivieren können und verbrauchen einen grossen Teil der produzierten Produkte selber. Der Rest kann verkauft werden aber die Existenskosten sind zu hoch als das sie sich Luxus leisten könnten. Gas ist leider noch ein Luxusgut. Oftmals wird noch mit Holz gekocht, welches wiederum einen Rückgang der Urwäldern in der Region bedeutet.

Das Besondere an meinem Projekt

Ich baue eine Vergärungsanlage die mit Molke betrieben wird, um mindestens den Eigenbedarf an Biogas der Produzenten abzudecken. Molke ist ein sehr unterschätztes Nebenprodukt beim Käsen.

Ich habe in meinem Hostel in Kolumbien täglich gekäst und hatte aus rund 22- 24L Milch rund 20L Molke als Neben- respektive Abfallprodukt und nur 2-2,5 Kg Käse.

Da ich Energie und Umwelttechnik studiere, konnte ich dies nicht auf mir sitzen lassen und habe aus grossen Metallkanistern, Schläuchen und wenig weiteren Materialien eine Biogasanlage gebaut welche man Kanisterweise separiert befüllen und entleeren konnte. Das Gas ist brennbar und das ohne jegliche Rauchentwicklung. Das ist wichtig für Gasherde im Haus.

Auch andere biologisch abbaubare Materialien können benutzt werden unter anderem Gemüse, Kuhmist, Gras und Holz.

Täglich habe ich etwa 2 Kg Käse hergestellt und 20L Molke als Nebenprodukt erhalten. Wenn 20 Liter Molke vergärt wird, ergibt dies etwa 200 Liter Biogas (0.2m3) Methan hat einen Heizwert (die Energie die frei wird bei der Verbrennung) von 6.5 kWh/m3 und aus 0.2m3 Biogas erhält man 1.3kWh Energie.

Um einen Liter Wasser um einen Grad zu erwärmen braucht man 0,00116111 kWh Energie. Das Bedeutet man könnte damit rund 1100L Wasser um einen Grad erhitzen oder 14Liter Wasser auf 100°C heizen.

Aber wieviel braucht ein Haushalt? Grob kann man den Durchschnittswert sagen: Eine durchschnittliche Dusche (Verbrauch von 12l/min) von 5 Minuten verbraucht 60 Liter Warmwasser (um max. 20°C erhitzt). bei 0,00116111 kWh Energie pro Liter Wasser und °C ergibt das einen Energiebedarf von etwa -> 1.4 kWh pro Person für warmes Duschwasser.

Also entweder man kocht sich 14 Liter Wasser auf 100°C oder man duscht gemütlich 5min mit 40°C warmen Wasser.

Die meisten kochen ja nicht so viel Wasser, um zu essen sie duschen aber vielleicht länger. Um es zu vereinfachen nehmen wir an es sind täglich etwa 2kWh Energie die aus dem Methangas pro Person benötigt werden für Duschen und Kochen.

Es leben jedoch meist mehrere Personen in einem Haushalt darum richtet sich dieses Projekt an Käsebauern die nicht nur 20Liter Milch bestellen um etwas Käse zu machen (wie ich es tat) sondern selber Kühe besitzen.

Nur schon eine einzige moderne Milchkuh gibt täglich bis zu 50 Liter Milch. Bei der Vergärung entsteht daraus ca. 450L Biogas. -> 2,9kWh Falls man es schafft die Gülle und den Mist kontrolliert einzusammeln kann man täglich eine Menge Biogas zusätzlich produzieren -> 3.6kWh

Eine Kuh produziert somit täglich etwa 5.5 kWh vergärbare Energie in Form von Milch, Kuhmist und Gülle. Eine Kuh liefert somit genügend Energie um konstant Warmwasser für fast drei Personen zu liefern.

Das Gute daran ist, dass auch die Umwelt enorm geschont wird. 1 Kilogramm Methangas, welches unkontrolliert in die Umwelt gelangt, hat die gleiche Auswirkung auf die Atmosphäre wie 21 bis 25 Kilogramm CO2. Darum wird und muss überschüssiges Methangas bei Anlagen immer verbrannt werden. Wenn wir also diese Materialien kontrolliert und nicht einfach auf dem Feld vergären oder wegwerfen, wird das Methangas welches so oder so entsteht vernichtet, bevor es in die Atmosphäre gelangt und dies sogar mit einer enormen Energiegewinnung. Das vergärte Material hat keinenfalls an Qualität verloren. Es kann weiterhin wie zuvor auch z.B. an Schweine verfüttert oder als Dünger genutzt werden.

Eine Kuh kann mit der richtigen Anlage für 2,5 Personen Warmwasser für weniger als 100$ Entwicklungshilfe produzieren. Die Milchbauern besitzen meistens jedoch 5 bis 20 Kühe und haben somit potential Nachbarn mitzuversorgen.

Dafür brauche ich Unterstützung

Ich benötige finanzielle Hilfe.

Das Ziel ist es, so viele Milchbauern wie möglich mit diesen einfachen Vergärungsanlagen auszustatten (siehe Links unten).

Das Ziel ist es, diese Anlagen zu etablieren und nachhaltig das Wissen darüber in der Region von Guatape Kolumbien zu verbreiten. Kleinere Biogasanlagen können sogar unter 30$ realisiert werden.

Monatlich können so mit wenig Spendengeldern eine enorme Menge an Biogasanlagen und eine hohe Reichweite erreichet werden. Ziel: 15 Biogasanlagen im ersten Monat

Das Projekt beinhaltet den Lohn eines Koordinators (500.-CHF/Monat) in Kolumbien, den ich persönlich einarbeiten werde. Aus Erfahrung sind solche Projekte nicht mit Freiwilligen vor Ort erfolgreich ausführbar. Die Kultur ist verschieden und für eine zuverlässige Ausführung des Projektes braucht es eine zuverlässige und motivierte Person. Der angestrebte Lohn von 500.- CHF liegt deutlich über dem Mindestlohn von ca. 250.- CHF, es reicht gut um im Mittelstand zu leben. Ich werde ehrenamtlich antreten.

Wir werden zusammen bei lokalen Veranstaltungen das Projekt präsentieren und Anmeldungen verteilen. Aus denen suchen wir geeignete Kandidaten für die ersten Pilotprojekte und werden nach einer Planungsphase sofort beginnen, mit den Kandidaten zusammen Vergärungsanlagen zu bauen.

Der Koordinator vor Ort hat die Funktion, die Kolumbianer zu schulen und mit ihnen zusammen die Anlagen aufzubauen, zu warten und zu helfen, wo immer es geht. Er wird mit mir Rücksprache halten können und von mir jederzeit Hilfe erhalten.

Die Ideen und Ziele sind:

  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Unabhängigkeiten schaffen
  • Kandidaten in Vergärungsanlagenbau involvieren und so Knowhow für die Funktionsweise und den Gebrauch vermitteln
  • Bei Notfällen vor Ort Hilfe, Reparaturen oder Ähnliches anbieten können
  • Vertretung vor Ort -> Transparenz und Berichterstattung
  • Erfolgsbericht zur Analyse
  • Ausweitung des Projekts auf weitere Regionen und Länder.