Ästhetische Schwarmintelligenz wird zu einem poetischen Rausch im Kurz-Essay-Film

Eine vorhandene, etwa 10 Minuten lange Roh-Skizze des Kurz-Essay-Films braucht noch sehr viel Liebe und Hingabe beim Feinschliff, damit ich den Flugkünsten der Stare mit meinen Film entsprechen kann. Ja, der Film wird auch eine Liebeserklärung.

Für diesen Feinschliff geht es hier jetzt um Lizenzgebühren des Soundtracks, Kosten für das digitale Mastering bei Belichtung, Farbe und Sounddesign sowie die sehr zeitaufwändige Filmmaterialsichtung der inzwischen rund 300 angefertigten Clips, deren Auswahl und des bildgenauen Filmschnitts. Mein Ziel ist es, diesen Kurz-Essay-Film nun so gut zu machen, dass er auf vielen Filmfestivals angenommen wird und ein breites Publikum erreicht.

Diese Starenschwärme sind Kunst! Sie kommen ohne einen Chef-Star aus. Sie vollziehen sich von Abertausenden Staren rein impulsgesteuert, chaotisch und doch höchst diszipliniert, geschmeidig, rasant und völlig friedlich.

Viele kennen diese unglaublichen Flugkünste der Stare und bewundern sie im TV oder Internet. Aber stelle dir bitte vor, es gibt diese Kunstwerke am Himmel vor deiner Haustür und niemand nimmt sie wahr! So geschah es letzten Herbst in Huningue, unmittelbar bei Basel. Bezeichnenderweise werden die Stare auch im Alltag nicht wahrgenommen. D.h. durch immer weniger Nistmöglichkeiten und eine kürzer werdende Nahrungskette verringerte sich ihr Bestand in Europa um ca. 30-70 % (je nach Quelle) in den letzten 30 Jahren – Artensterben vor der Haustür.

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Starenschwärme fliegen auf Philip Glass

In der Tradition des authentischen Autorenfilms habe ich bereits Ende der 1990er-Jahre rund 20 Super-8-Kurzfilme, überwiegend Essayfilme, als Autodidakt selbst produziert. D.h. Idee, Buch, Kamera, Ton und Schnitt wurden meist von mir selbst erstellt. Nun stoße ich mit meinem ambitionierten Kurz-Essay-Film über die Starenschwärme am Dreiländereck an meine Grenzen. Erst war ich wochenlang bereit, die Gewohnheiten der Starenschwärme zu studieren und zu dokumentieren. Nach und nach bezog ich immer neue Positionen auf Balkonen von freundlichen Anwohnern und auf Rohbau-Dächern, um den Schwärmen mit meinen Kameras so nah wie nur möglich sein zu können. Im Laufe des Jahres 2018 habe ich dann noch zahlreiche, sehr gezielte Zeitraffer-Aufnahmen von Himmelserscheinungen angefertigt, die in Verbindung mit den Staren-Clips den Essay-Charakter vervollständigen. Außerdem habe ich in den letzten 12 Monaten rund 20 Fassungen zunächst ohne Ton geschnitten, da ich keine Gelegenheit hatte, mich auf den Ton zu konzentrieren, den ich eben als so sehr wichtig im Film ansehe. Bis ich im Sommer auf einen ganz besonderen Soundtrack aufmerksam wurde. Dieser Track passt perfekt zu meinen Aufnahmen und meinen Vorstellungen, wie der Film wirken soll. Er stammt von dem berühmten Komponisten zeitgenössischer Musik, Philip Glass aus New York, aus dem legendären Essay- und Avantgardefilm Koyaanisqatsi von 1982. Ich hätte kaum davon zu träumen gewagt, diese Musik für meinen Kurz-Essay-Film nutzen zu dürfen. Mir liegt nun auch die endgültige Zusage vom Label aus New York für die weltweiten Filmrechte für Filmfestivals des Tracks vor. Manch befreundeter Filmemacher hat mir abgeraten, gerade diesen Track für meinen Essay-Film zu nutzen, da er durch den Ursprungsfilm, Koyaanisqatsi, eben so stark belegt sei. Aber davon mache ich mich frei. Ich möchte auch keinen «Klein-Koyaanisqatsi-Kurzfilm» machen, sondern meinem Essay-Film und den Starenschwärmen das Bestmögliche bieten.

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Dem Himmel sei Dank … und nun brauche ich dich!

Als freier Fotograf sowie als unabhängiger Kunst- und Kurz-Filmschaffender bin ich es gewohnt, meine Projekte so zu konzipieren, dass ich sie allein stemmen kann. Die Fotoausstellung «Schwärmen von Schwärmen» in der Stellwerk Basel Galerie Anfang 2018 z.B. habe ich natürlich komplett selbst finanziert. Das kann man erwarten. Beim Kurz-Essay-Film stellt es sich anders dar. Hier habe ich eine unerwartet große Zahl von hochwertigen Clips, die ich bis heute noch nicht einmal konzentriert sichten konnte. Über alle Maßen bin ich ja hocherfreut, dass mir die Filmrechte für diesen besagten Track von Philip Glass zugesagt wurden, was mir eine Ehre und Herausforderung zugleich ist. Deswegen möchte ich alle Akribie in die Post-Produktion legen, damit ich bildgenau meine Aufnahmen zum Track montieren kann. Obwohl ich die Lizenzgebühren als sehr freundlich und vergleichsweise niedrig empfinde, tarifiert vom Management als Non-Profit-Kunstfilm, stellen sie mich neben den weiteren Posten vor neue Herausforderungen. So kommen z.B. die sehr zeitaufwändige Filmmaterialsichtung und die Auswahl aus den inzwischen rund 300 angefertigten Clips, der zeitliche Aufwand für die konzeptionelle Aufbereitung dieser ausgewählten Sequenzen, die Kosten des digitalen Masterings in puncto Belichtung, Farbe und des Sounddesigns (neben der Musik sind weitere Elemente wie Originaltöne enthalten), Untertitel und des bildgenauen Filmschnitts hinzu. Auch muss ich technisch bei Hard- und Software nachrüsten.

Für den wunderbaren Fall, dass ich mein Ziel hier erreiche und weitere Beträge über 100% hinaus eingehen, würde ich sogar meiner geplanten immersiven Installation von den Starenschwärmen näher kommen. Das wäre himmlisch :)

Also mit jedem Franken / Euro hilfst du mir, diesen Kurz-Essay-Film so gut zu realisieren, dass er seinen Weg zu Film-Festivals weltweit finden wird.

Vielen lieben herzlichen Dank für deine Unterstützung!