Ohne Heimat sein heisst leiden (F.M.Dostojevski)

Mzungu bedeutet in Suaheli ein weisser, reicher Europäer. Mein Film porträtiert den Kenianer Paulo Ojumaa Ojulo, Ehemann meiner Mutter Maggy, der nach zwanzig Jahren Europa in sein Land zurückkehrt und dort nicht mehr ankommt. Seit mehr als vier Jahren begleite ich ihn sporadisch mit der Kamera und dokumentiere sein neues Leben in seiner alten Heimat.

Der Film fängt im Sommer 2013 in Italien/Kalabrien an. In einem kleinen Dorf am Meer leben Maggy und Paulo achtzehn Jahre lang. Sie wird 80 und spürt dass es für ihre Gesundheit besser ist wenn sie wieder in die Schweiz geht. Paulo ist zehn Jahre jünger und soll auf ihren Wunsch nach Kenia zurück.

Es war immer klar, dass er eines Tages heim geht. Zuhause hat er seine Sprache, seine Familie und seine lang vermisste Kultur. Paulos Gedanken kreisten in Italien ständig um das Thema Afrika. Von morgens bis abends afrikanische Nachrichten, Musik und Videos. Auch war seine Familie allgegenwärtig mit ihren nicht enden wollenden grossen und kleinen finanziellen Problemen. Paulo geriet wegen seinen Angehörigen immer wieder zwischen die Fronten. Vielfach stellte er sich auf die Seite seiner afrikanischen Familie und überzeugte meine Mutter dass sie wieder Geld nach Kenia schickte. Zudem überwies sie viel Geld an seine Kinder damit sie ihm ein Haus bauten für seine Rückkehr. Das Geld ist weg und es steht kein Haus.

In Afrika ist es eine grosse Schande mit Wenig oder Nichts aus dem reichen Europa zurück zu kehren. Darum versteckte sich Paulo erstmals in einem Dorf 50 Kilometer von Mombasa entfernt vor seiner Familie . Sie machten ihn ausfindig und forderten Geld. Paulo rannte weg und kaufte sich in einem abgelegenen Buschgebiet nahe der somalischen Grenze ein Stück Land und baute sich ein einfaches Haus. Die Lage ist politisch instabil, immer wieder kommt es zu Unruhen.

Glücklich ist er auch da nicht. Jetzt ist er für seine Umgebung einer, der in Europa gelebt hat, ein «Mzungu», den man betrügen und ausnehmen kann. Fremd geblieben im eigenen Land.

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Das Besondere an meinem Projekt

Das besondere an meinem Film ist mein persönlicher Bezug zu den Protagonisten. Das erlaubt mir eine filmische Nähe, die sonst nicht möglich wäre. Das widerspiegelt sich auch in meiner Arbeitsweise. Ich filme selber, und wenn nötig mache ich auch noch den Ton.

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Dafür brauche ich Unterstützung

Ich stehe kurz vor der Vollendung der Filmarbeiten. Vorgesehen ist noch ein letzter Dreh mit Paulo und meiner Mutter in Italien und der Schweiz. In der Schweiz möchte ich mit ihm zu einem Augenarzt, um seine beginnende Blindheit abzuklären. (Das afrikanische Gesundheitssystem in Mombasa war in dieser Hinsicht eine Katastrophe)

Der Film wurde vom Kanton Luzern und einigen Stiftungen gefördert. Mit Eurer Hilfe mache ich den nächsten Schritt Richtung Fertigstellung. ;.)

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