Naked Performing in Urban Space

Auf Theaterbühnen, in Kunsthäusern und Galerien ist der nackte Körper gang und gäbe, im Stadtraum kommt er nicht oder nur selten vor. Andrerseits sind Kunst und Performances im öffentlichen Raum heute als irritierende Anreger willkommen und gern gesehen. Es darf im Stadtraum alles gezeigt und performt werden, was auch im Kunstraum und im Theater stattfindet, nur der nackte Körper scheint hier ein Tabu zu sein.

Das Body and Freedom Festival will das ändern. Es will Möglichkeiten des nackten Körper im städtischen Raum und Alltag ausloten und dazu beitragen, ihn hier als Mittel künstlerischer Gestaltung zu etablieren.

17 Performanceprojekte aus der Schweiz und dem übrigen Europa zeigen einen vielseitigen Querschnitt um all die kontroversen Fragen zur Stellung des nackten Körpers im öffentlichen Raum.

Wann und wo?

Biel/Bienne, Freitag 21. August 2015, 13 - 19 Uhr, Samstag 22. August, 11 - 17 Uhr, in der Fussgängerzone rund um die Nidaugasse. Ab 20 Uhr jeweils Abendprogramm drinnen. Das Festival wird am Donnerstag 20. August ab 20 Uhr mit einer Butoh-Performance von Imre Thormann im Dachstock der Alten Krone in der Altstadt eröffnet.

Bewilligt und weltweit erstmalig

Das Body and Freedom Festival ist das erste weltweit, das explizit und behördlich bewilligt den nackten Körper im öffentlichen Raum zum Thema macht. Es wäre im jetzigen Umfang ohne die bemerkenswerte Unterstützung durch die Stadt Biel nicht möglich geworden.

Noch vor einem Jahr wurde ein Stadtspaziergang mit Nacktakzenten (siehe Video oben und Bilder unten) nur teilweise bewilligt und die Durchführung des nichtbewilligten Teils mit einer Busse geahndet.

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Mit wem?

Le Corps collectif (FR), Miru Kim (KR/USA), Maria AA (ES), Imre Thormann (CH/DE), Elya May (AU/DE) / Alina Kopytsa (UA/CH), Valentin Tszin (RU) / Flavia Ghisalberti (CH), Lan Hungh (TW/DE), Abraham Hurtado (ES/DE), Till Alexander Lang (DE), Gisela Hochuli (CH), Manuel Scheiwiller (CH), Glynis Ackermann (GB/CH), Jacob Jensen (DE/CH) / Luc Müller (CH), Foofwa d’Imobilité (CH), Katharina Vogel (CH), Kaspar Bucher (CH), Thomas Zollinger (CH)

Dabeisein?

Misch dich unter die Passanten, lass dich überraschen!

Willst du selber an einer Performance teilnehmen? Dann melde dich zur «Prozession der Nackten» in der Altstadt an, während des Glockenläutens der nahen Stadtkirche, ein spezielles Erlebnis. Samstag 22. August 17.45h-18.15h > info@ritualtheater.ch.

Oder findest du es reizvoll, als nackte Zuschauer/in das Vorübergehen der bekleideten Passanten zu verfolgen? Schau dir die entsprechende «Belohnung» an!

Die Finanzierungsfrage

Das Festival hat ein Budget von CHF 51’000. Davon sind durch eine Defizitgarantie der Stadt Biel, Unterstützungen anderer Institutionen voraussichtlich CHF 30’000 gesichert. Dieser Betrag deckt Honorare und Reisekosten der Künstler, aber nicht die Kosten für Übernachtungen, Helfer, Security, Räume, Bewilligung, Filmer, Fotograf und Grafik und Druck des Festivalbooklets und Plakate, welche am Rand der bewilligten Zone aufgestellt werden, damit die Bevölkerung orientiert ist.

Ich hoffe auf die Unterstützung von vielen Freund/innen des Nacktseins und auf Unterstützung von allen, denen es auch um die Freiheit des nackten Körpers im öffentlichen Raum geht und um (Kunst-)Freiheit in einem prinzipiellen Sinn.

Naked Slow Walk Zagreb

Der letzte Nacktauftritt von Thomas Zollinger, zusammen mit Elias Kirsche und Glynis Ackermann, am «Zagreb I love you Festival» 13.09.2014. Das Festival erinnerte an den kroatischen Performancekünstler Tomislav Gotovac, der 1981 nackt durch Zagreb lief. Es gab eine Busse, die wie vereinbart vom Veranstalter des Festivals übernommen wurde. Der Bericht im kroatischen Fernsehen bewirkte eine europaweite online-Medienresonanz.

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