Worum geht es in diesem Projekt?
Ich durfte mich bereits mit früheren Filmprojekten an die wemakeit-Community wenden. Dank dieser Unterstützung konnten Filme fertiggestellt und sichtbar gemacht werden, die von Zentralasien erzählen: von menschlicher Würde, von Frauen und Kindern, von Ungerechtigkeit und von Themen, die international noch immer viel zu oft übersehen werden. Meine frühere Arbeit am Film KURAK, an dem ich als Produzent beteiligt war, wurde international wahrgenommen und ausgezeichnet. Für mich war diese Anerkennung mehr als ein beruflicher Erfolg. Sie war ein Zeichen dafür, dass Geschichten aus Zentralasien gehört werden können, wenn sie mit künstlerischer Genauigkeit, Mut und Verantwortung erzählt werden. Nun wende ich mich mit einem neuen Filmprojekt an euch – einem Projekt, das schmerzhaft, notwendig und sehr persönlich ist. Gewalt gegen Frauen ist kein privates Randthema und keine nationale Besonderheit. Sie ist eine der hartnäckigsten Menschenrechtsverletzungen weltweit. In Kasachstan ist sie in den letzten Jahren zu einem der schmerzhaftesten gesellschaftlichen Themen geworden. Der Fall des ehemaligen kasachischen Regierungsministers Kuandyk Bishimbayev hat erschütternd gezeigt, dass Gewalt gegen Frauen nicht einfach hinter verschlossenen Türen geschieht. Sie wird möglich, wenn Schweigen, Angst, Machtmissbrauch und institutionelles Wegsehen zu lange akzeptiert werden. Doch unser Film stellt nicht den Täter ins Zentrum. Im Zentrum steht die Frau. Eine Mutter. Eine Familie. Ein viel zu später Anruf eines gleichgültigen Polizisten aus der lokalen Polizeidienststelle. Kinder, die nach einer Tragödie als Waisen zurückbleiben. Eine Welt, in der Gewalt gegen eine Frau am Ende fast zu einer administrativen Formalität wird – wie eine Rechnung, die ausgerechnet die Mutter des Opfers bezahlen soll.
Das Besondere an meinem Projekt
Als Produzent mit zentralasiatischen Wurzeln, der in der Schweiz lebt und arbeitet, fühle ich eine Verantwortung, über das zu sprechen, was oft hinter Worten wie «Tradition», «Familie», «Scham» oder «so ist es eben» versteckt wird. KURAK hat mir schmerzhaft gezeigt, wie notwendig solche Filme sind: International wurde der Film ausgezeichnet, doch in Kirgistan, wo seine Geschichten ihren Ursprung haben, wurde ihm die öffentliche Vorführung verweigert. Dieses Schweigen ist kein Grund aufzuhören — im Gegenteil. Mit PAY THE BILL gehe ich diesen Weg weiter. Ein rein weibliches Filmteam erzählt eine Geschichte über Gewalt gegen Frauen, ohne Schmerz auszubeuten oder Tragödie zur Sensation zu machen. Der Film handelt von Angst, Macht und Schweigen — und von dem Preis, den Frauen zahlen, wenn eine Gesellschaft zu lange wegschaut.

Dafür brauche ich Unterstützung
Der schwierigste Teil des Weges liegt bereits hinter uns: Die wichtigsten Dreharbeiten sind abgeschlossen. Doch genau jetzt beginnt die entscheidende Phase der Postproduktion. Ohne finale Tongestaltung, Musik, Color Grading, Untertitel und die notwendige Kommunikations- und Festivalarbeit kann der Film sein Publikum nicht erreichen. Er kann nicht die Festivals, Kinos, Hochschulen, Menschenrechtsveranstaltungen und öffentlichen Gesprächsräume erreichen, in denen dieses Thema sichtbar und diskutierbar werden muss. Wir sammeln nicht für eine abstrakte Idee. Wir sammeln für die Fertigstellung eines Films, der bereits existiert – und der nun seine Aufgabe erfüllen soll: die falschen Sicherheiten einer Kultur des Schweigens sichtbar zu machen und aufzubrechen.


