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Die erste Reise

Auf meiner Reise in die Stadt Aleppo im Bürgerkriegsland Syrien im Dezember 2012 berichtete ich in persönlichen Beiträgen auf dem Blog NERDCORE.de unter anderem über eine von Ärzten verlassene psychiatrische Klinik nahe der innerstädtischen Frontlinie. Wie in weiten Teilen der Stadt gab es auch dort weder geregelte Lebensmittelzufuhr noch Brennstoff für die im Winter dringend benötigten Öfen oder Medizin und einfache Hygieneartikel.

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Was dann geschah

Wieder in Deutschland, publizierte ich meine Berichte in dem Schweizer Magazin REPORTAGEN. Ich gab mehrere Radiointerviews, in denen ich auch immer wieder die Umstände der erwähnten Klinik beschrieb. Auch wurde ich als erster Augenzeuge des Konflikts in Syrien vor den Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Bundestages geladen, um meine Erlebnisse zu schildern.

Die geschaffene Öffentlichkeit meiner Erlebnisse erzeugte überraschend viel Resonanz. Besonders zu der von mir beschriebenen Situation in der Klinik meldeten sich unabhängig voneinander mehrere Radiohörer_innen und Leser_innen, um ihre Anteilnahme auszusprechen. Immer wurde auch der Wunsch nach Hilfe formuliert.

Die zweite Reise

Zusammen mit einem Freund, der im Rahmen seiner PhD-Arbeit aus einer kritischen Perspektive «Geopolitics of Private Security Companies» untersuchte, plane ich seit einiger Zeit eine weitere Reise nach Aleppo. Neben der Recherche zur aktuellen Lage im Land ist ein primäres Ziel auch der erneute Besuch der Klinik. Der Besuch soll die aktuelle Situation erkunden und mögliche Wege ausloten, wie den Menschen dort konkret geholfen werden kann.

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Die Finanzierung

Da sich de Situation in Syrien von Tag zu Tag ändert, kann das Gelingen der Reise nicht garantiert werden. Nichtsdestotrotz ist die Reise fest geplant. Da wir ihr grundlegendes Zustandekommen nicht von einem Crowdfunding-Projekt abhängig machen wollen, bitten wir nicht um Finanzierung der Reisekosten (Flug, Logistik, Übersetzer_in etc.), sondern nur um eine Mit-Finanzierung von Teilen des noch benötigtem Equipments. Dies ist eine ballistische Weste mit Helm und eine Kamera mit Videofunktion.

Wir wollen die Hilfsaktion aufgrund der beschriebenen schwierigen Lage im Land möglichst direkt und unabhängig organisieren. Leider sind bislang alle Versuche der Kontaktaufnahme aus der Ferne gescheitert, auch deshalb wollen wir selbst ins Land reisen, auch wenn wir uns dabei realen Gefahren ausliefern. Schutzwesten bieten ein Mindestmaß an Schutz. Vor Ort soll erkundet werden, wer momentan für die Klinik verantwortlich ist, wo Hilfe konkret angesetzt werden kann (Medizin, Nahrung, Kleidung, Decken etc.) und wie diese sinnvoll und auch längerfristig aufrecht erhalten werden kann. Die Kamera ist nötig, da wir die Lage so gut wie möglich dokumentieren wollen. Eine Foto- und Video-Dokumentation soll zum einen die Lage in Aleppo und speziell die in der Klinik dokumentieren. Mit Hilfe der Aufnahmen und gewonnenden Erkenntnissen möchten wir dann eine größere Spendenaktion auf die Beine stellen.

Wird dieses Projekt getragen und kommen im Rahmen der Kampagne weitere Gelder zusammen, werden diese zu 100% der Reise und der Klinik zu Gute kommen, ob mit Spenden für Nahrung, Medizin oder dem Versuch des Aufbaus von Strukturen zur längerfristigen Hilfe.

Bekannterweise ist die die humanitäre Lage in Syrien katastrophal. So leiden die Menschen nicht nur an den Folgen direkter Kampfhandlungen und der Vertreibung aus ihren Wohnungen, sondern auch an steigender Armut, Hunger und der Kälte während der Wintermonate. Nach aktuellen Zahlen starben durch den Konflikt in Syrien bislang 90.000 Menschen und mehr als zwei Millionen Menschen mussten fliehen und befinden sich unter schlechten Bedingungen in Flüchtlingslagern. Internationale Hilfeleistungen sind nur schwer zu realisieren und verlaufen sich oft in politischen Querelen.

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Unsere Motivation

Wir wissen, dass eine selbstorganisierte Hilfsaktion in einem seit nunmehr über zwei Jahren im Bürgerkrieg versunkenen Land nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein kann. Doch aufgrund der pessimistischen Aussicht auf politische Hilfe einer internationalen Staatengemeinschaft, der Stagnation der Kampfhandlungen im Land und den somit immer verhärtenden Fronten zwischen allen beteiligten Parteien, wollen wir die Menschen dort nicht im Stich lassen und zumindest in einem kleinen Rahmen konkret helfen.

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Die Rewards

Hier geht´s zu den Art-Prints der 500 & 1500 Reward-Marke: www.openwallsgallery.com

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Weitere Fotos / Slideshow

Alle hier gezeigten Photos sind auf meiner ersten Reise im Dezember 2012 entstanden. Die ganze Serie gibt es hier in der Slideshow: