Darum geht’s

Fledermäuse bilden mit 30 Arten die grösste Säugetierordnung der Schweiz. Davon kann etwa die Hälfte auch in der Stadt Zürich beobachtet werden. Die Fledermäuse leben heimlich und bleiben von uns Menschen oft unbemerkt, da sie nachtaktiv sind. Die Lebensraumansprüche der einzelnen Arten sind unterschiedlich: Es gibt Arten wie die Zwergfledermaus oder Weissrandfledermaus, die sich gerne im Siedlungsraum aufhalten und ihre Verstecke in Dachvorsprüngen oder kleinen Spalten an Häusern haben. Andere Arten, wie der Grosse Abendsegler, bewohnen Baumhöhlen in Parkanlagen und Stadtwäldern und nutzen diese als Paarungs- und Überwinterungsquartiere. Obwohl viele Fledermausarten gefährdet sind, weiss man immer noch wenig über ihre Verbreitung und Raumnutzung im Siedlungsgebiet.

Im Projekt «Fledermäuse in der Stadt – Grosse Abendsegler und ihre Baumhöhlen schützen» wollen wir mit Radiotelemetrie und neuartigen GPS-Sendern Quartiere von Abendsegler in Bäumen in der Stadt Zürich und den umliegenden Stadtwäldern suchen. Danach werden diese Quartierbäume markiert, damit sie vor dem Fällen geschützt sind.

Zusätzlich zur Markierung der Tiere mit Sendern werden wir mit der Unterstützung von Freiwilligen weitere Baumhöhlenquartiere suchen. Dabei nützen wir eine Eigenheit der Grossen Abendsegler Männchen aus: Zur Paarungszeit sitzen diese in den Eingängen ihrer Baumhöhlen und locken mit auch für Menschen hörbaren Balzrufen die Weibchen an. Folgt man diesen unverwechselbaren Rufen, können weitere Baumquartiere gefunden werden.

Das Projektteam besteht unter anderem aus erfahrenen Biologinnen und Fledermausforschern. Diese haben bereits mehrfach Fledermäuse telemetriert und kennen sich daher bestens mit dem Abfang, dem Handling und dem Markieren der Tiere und der Technik aus. Das Projektteam arbeitet mit der Stiftung zum Schutze unserer Fledermäuse in der Schweiz und den regionalen Fledermausbeauftragten des Kantons Zürich zusammen. Alle benötigten Bewilligungen werden bei den zuständigen Behörden eingeholt.

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Das Besondere an meinem Projekt

Die Radiotelemetrie ermöglicht es, bislang unbekannte Abendseglerquartiere in der Stadt Zürich und den umliegenden Wäldern zu finden. Diese Methode wurde bereits früher erfolgreich in Naturschutzprojekten in der Schweiz und International mit Grossen Abendseglern angewendet und hat sich dabei bewährt.

Grosse Abendsegler nutzen während der Paarungszeit im Herbst mehrere Quartiere und wechseln oft zwischen den einzelnen Quartieren hin und her. Mit Minisendern, die den Fledermäusen mit Medizinalkleber auf den Rücken geklebt werden, können so bisher unbekannte Quartiere ausfindig gemacht werden. Neben den Telemetriesendern möchten wir eine neue Art Sender testen: Sogenannte GPS-Datenlogger. Anders als bei Telemetriesendern, welche Signale aussenden, die mit einem Empfänger geortet werden können, ermitteln GPS-Datenlogger ihre Position mittels Satelliten und speichern die Positionsdaten in einem internen Speicher. Mit den zusätzliche GPS-Datenloggern erhalten wir spannende Daten über die Jagdgebiete und die Raumnutzung der Grossen Abendsegler.

Erst seit kurzem ist es überhaupt möglich, Fledermäuse mit GPS-Datenlogger auszustatten, da diese erstmals leicht genug gebaut sind. Die Sender wiegen rund 5% des Körpergewichts der Fledermäuse und stellen damit keine gravierende Belastung der Tiere dar. Zudem fallen die Sender nach 5-10 Tagen selber ab.

Deine finanzielle Unterstützung ermöglicht es uns, einzelne Abendsegler mit Sendern auszustatten und so Quartiere zu orten!

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Dafür brauche ich Unterstützung

Telemetrie ist eine zeitaufwändige und nicht ganz billige Methode. Dieses Pilotprojekt ist Teil eines grösseren Projektes zum Schutz der Fledermäuse im Siedlungsgebiet. Zuerst müssen die Fledermäuse bei nächtlichen Fangaktionen abgefangen und mit Sendern markiert werden. Am nächsten Tag werden die Peilsignale geortet und so die Positionen der sendermarkierten Tiere lokalisiert und Quartiere ausfindig gemacht. Dazu benötigt man kleine, leichte Sender und das dazugehörige Empfangsgerät, um die Signale zu orten. Deine Spende ermöglicht es uns, die Materialkosten für die Radiotelemetrie- und GPS-Sender und die Empfänger zu decken!

Unser Projekt zu unterstützen lohnt sich sogar doppelt, denn dank des Science Boosters wird jeder gespendete Betrag von der Gebert Rüf Stiftung verdoppelt!

Herzlichen Dank für deine Unterstützung!