Darum geht’s bei Familia

«Ein Traum den man alleine träumt, ist nur ein Traum. Ein Traum den man zusammen träumt wird Wirklichkeit» Yoko Ono

Familia ist ein Austauschprojekt mit Kindern und Jugendlichen aus Daressalam/Tansania und Zürich/Schweiz. Ziel ist es, durch den gemeinsamen künstlerischen Prozess, eine Begegnung zwischen den Teilnehmenden zu ermöglichen und den kulturellen Austausch über Lebensformen, Wertehaltungen und Weltanschauungen zu unterstützen.

Tansania – eines der ärmsten Länder weltweit. Schweiz - eines der reichsten Länder weltweit. Was passiert wenn Menschen aus diesen unterschiedlichen Lebensrealitäten aufeinandertreffen, sich in einem künstlerischen Prozess miteinander verbinden und eine gemeinsame Inszenierung erschaffen?

«Das alte System vom reichen Europa und dem armen Afrika hat keine Zukunft. Deshalb muss es einen grundlegenden Wechsel in der Entwicklungspolitik geben. Wir brauchen ein ganz neues Denken.» Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Das neue Denken ist nicht nur Angelegenheit der Politik. Es ist auch Aufgabe des Theaters, gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen. Theater ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Theater als kollektive Kunstform kann und soll Gesellschaft reflektieren, verhandeln und bestenfalls mitgestalten. Theater hat die Kraft, kulturübergreifend Brücken zu schlagen und in die Herzen der Menschen zu wirken.

Die drei Phasen der Projektarbeit:

Phase 1 findet in Tansania unter der Leitung von Kasmiri Massion statt. Mit den Kindern, Jugendlichen aus dem Heim, den Kindern aus der Bajeviro School, den Männern und Frauen aus dem Fischerdorf und einem Musiker aus Kunduchi, erarbeitet er derzeit Songs und Tänze der Region. Ein gemeinsames Lied mit der ganzen Gruppe aus Tansania und der Gruppe aus der Schweiz ist in Auftrag gegeben worden. Alle Darsteller/-innen haben dafür die folgenden Fragen beantwortet: Wovon träume ich? Was lässt mein Herz singen? Was bringt mich zum Weinen? Was ist mein Geschenk für die Welt? Aus den Antworten wird ein Lied entwickelt, welches beide Gruppen und ihre Sprachen miteinander verbindet. Grundlage für die Theaterarbeit in Tansania bildet die Geschichte «Der reiche und der arme König», von Mama Abdallah aus Kunduchi/Daressalam. Zu dieser Geschichte werden Szenen, Choreografien und Lieder entwickelt. Im Juli/August 2019 fliegt das Leitungsteam aus Zürich nach Tansania, um mit der Gruppe in Kunduchi weiter zu experimentieren, zu arbeiten und zu forschen. Zusätzlich zu den Proben sind gemeinsame Ausflüge geplant, so dass ein Kennenlernen der unterschiedlichen Gruppen aus Tansania möglich ist und durch gemeinsame Erlebnisse ein Ensemble entsteht.

Phase 2 findet parallel dazu in Zürich mit Kindern und Jugendlichen statt. Wir suchen im Laufe unseres Probenprozesses eine Geschichte aus der Schweiz aus und entwickeln dazu genauso wie in Daressalam Szenen, Tänze und Musik.

In Phase 3 begegnen sich die Gruppen aus Tansania und der Schweiz in Kunduchi, Tansania (Juli/ August 2020). Dort bringen sie sich gegenseitig die erarbeiteten Tänze, Lieder und Szenen näher und setzten sich vertieft mit kulturspezifischen Theaterkonzepten und Vorstellungen von Ästhetik auseinander. Ziel ist es, die vorbereiteten Elemente der beiden Gruppen in einer gemeinsamen Inszenierung zu verbinden und zu bereichern. Der gesamte Arbeitsprozess wird filmisch festgehalten und als Dokumentarfilm auf Festivals gezeigt.

Was geschieht, wenn Teilnehmer/-innen unterschiedlicher Herkunft die Regeln des Alltags außer Kraft setzen und gemeinsam Theater erschaffen? Wie können wir Rahmungen setzten, um ein gemeinsames, lustvolles Tun zu ermöglichen?

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Das Besondere an unserem Projekt

Familia lässt im besten Fall erleben, wie wir wieder mehr miteinander anstatt gegeneinander leben können, wie wir uns gegenseitig unterstützen und inspirieren können, anstatt die Lebensgrundlagen zu entziehen und in ständiger Konkurrenz und im Machtkampf, zu leben. Familia stützt das Gefühl der Verantwortung füreinander. Familia macht Mut, einen Schritt aufeinander zuzugehen und sich klar zu werden, dass wir letztendlich eine Familie sind und zusammengehören.

Unser Körper, unsere Stimme, unsere Persönlichkeit ist einzigartig und wertvoll. Durch die Erfahrung des Theaterspielens hat man die Möglichkeit seine eigene Kraft und seine Stärken kennenzulernen und einzusetzen. Wenn wir gemeinsam in unsere Kraft kommen, spielt jeder seine einzigartige Melodie, die im Klang mit den Anderen ein wunderschönes Orchesterwerk ergibt. Es gibt nichts Schöneres und Wertvolleres als zwischenmenschliche Beziehungen, Begegnungen und das Interesse füreinander.

Feedback von Kindern aus der bisherigen Theaterarbeit:

«Bei mir hat sich seit der Arbeit an «Wünsch dir was» viel geändert. Zum Ersten habe ich für mich mitgenommen, mein Leben in vollen Zügen zu geniessen. Zum Zweiten, dass ich dankbar bin für alles, was ich habe, denn es gibt Kinder, die nicht mal ein Zuhause haben und zum Dritten, dass ich mit den Sachen sparsam und bewusst umgehen sollte. Ich werde das Projekt bestimmt nicht mehr vergessen. Es hat uns alle was gelehrt. Die Tour nach München war toll und mega lustig. Ich weiss noch, als uns die Schüler in der Turnhalle schlafend entdeckt haben. Ich würde sagen das, dass eines der tollsten Erfahrungen in meinem Leben sein wird». (Anjeza, Schweiz)

«Ich habe mir sehr viel Mut mitgenommen und ich freue mich sehr auf das neue Projekt in Tansania. Ich hoffe wir können danach noch mehr Projekte machen. Ich bin sehr dankbar für das Theaterspielen und sehr stolz auf Theresa, dass sie das alles gemacht und erfunden hat. Danke. Das ist sehr inspirierend.» (Majalis, Zürich)

«I had a very good time with you although it was so short and I can’t even explain how good it was. I will miss you and I will miss how you worked with us, I will miss to play theatre and to swim. I will never forget you and our work. It will stay in my heart forever.» (Nuru, Tanzania)

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Dafür brauchen wir Unterstützung

Wir brauchen Geld für unsere Flüge, unsere Unterkunft und die Reisekosten für die Teilnehmenden in Kunduchi. Zudem möchten wir die Organisation Help2Kids und deren Mitarbeitenden unterstützen. Bei allen Theaterproben möchten wir den Teilnehmenden Essen und Getränke zur Verfügung stellen und ihnen somit ein tolles, unvergessliches Erlebnis ermöglichen.

Im Kinderheim (Help2kids) kommen unterschiedliche Kinder und Jugendliche zusammen. Manche Kinder haben noch Eltern, können aber nicht zu Hause leben, da die Eltern schwer krank und zu arm sind, um ihre Kinder zu versorgen. Viele Kinder mussten Gewalt und unterschiedliche Formen des Missbrauches erleiden. Es gibt einige Kinder, die sich von ihrer Mutter während der Geburt oder dem Stillen mit AIDS angesteckt haben. AIDS ist nach wie vor ein grosses Problem in Tansania. Es mangelt an Aufklärung und Möglichkeiten der Behandlung, da es für den grössten Teil der Bevölkerung zu teuer ist, oder sie gar nicht wissen, dass sie den Virus in sich tragen. In dem Heim, unterstützt von Help2kids, werden die Kinder medizinisch versorgt, sie erhalten zu essen, haben einen Schlafplatz und die Möglichkeit zur Schule zu gehen.

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