«Michailovna hat angerufen»

by Beat

Bern

Das Fotobuch «Michailovna hat angerufen» vereinigt drei Fotoserien über das Leben im russischen Norden; im Dezember 2018 wird es anlässlich der Ausstellung in der Coalmine Winterthur vorgestellt.

CHF 7’315

133% of CHF 5’500

133 %
This is how it worksä

The «all or nothing» principle applies: The project only receives the funds if the funding target is reached or exceeded.

51 backers

Successfully concluded on 19/10/2018

Fotobuch mit literarischen Texten

Was gibt es zu sehen?

Seit Jahren schon reise ich, meist zusammen mit dem Schriftsteller Urs Mannhart, in den peripheren, teils nur mit Sonderbewilligungen zugänglichen Norden Russlands. In dem kleinen Fischerdorf Teriberka, in der komplett vom Staat getragenen Siedlung Dikson und in der vom Rohstoff-Abbau geprägten Grossstadt Norilsk habe ich versucht, Bilder aus dem Alltag jener Leute zu erstellen, die leben, wo der Mensch, schlicht aus klimatischen Gründen, stets ein von harscher Natur geduldeter Gast bleiben wird. Wie leichtfüssig und nonchalant es jenen Menschen gelingt, sich in jener Unwirtlichkeit ein ziemlich normales Leben einzurichten, hat mich immer wieder neu fasziniert. Aufgrund und mit dieser Begeisterung habe ich nun das Buch «Michailovna hat angerufen» zusammengestellt.

Was gibt es zu lesen?

Im erzählerischen Windschatten der Bilder wird das Buch auch Texte bieten, welche es dem Betrachter ermöglichen, neue Sichtweisen zu entdecken. Neben den Texten Urs Mannharts, die literarische und dokumentarische Qualitäten vereinen, freue ich mich vor allem über die Zeilen von Roman, Tanja und Mischa, denen ich dort oben begegnet bin und die nun, extra für mein Buch, in einer für mich rührenden und auch sehr unterhaltsamen Art über das Leben in ihrer aussergewöhnlichen Heimat erzählen.

Und wieso ist das interessant?

Weil es eben ein ungemein hübsches, unaufgeregtes und bestrickend gestaltetes Buch geben wird, gestaltet von hervorragenden Grafikern. Das beginnt bereits beim Cover: Der Schutzumschlag lässt sich auffalten und zeigt eine Landkarte, auf welcher die drei Orte eingetragen sind. Während der Wechsel vom einen zum anderen Kapitel, von «Der Boiler» zu «An der Frostgrenze» und zu «Anzeichen der Verlässlichkeit», immer auch einen Wandel des Papiers mit sich bringt, sollen die literarischen Bildlegenden auf ein zärtlich transparentes Papier gedruckt werden, welches es erlaubt, die auf der darunterliegenden Seite gedruckte Fotografie vage zu erahnen. Die Texte sollen sowohl auf Deutsch, auf Englisch wie auch auf Russisch zu lesen sein.

Folgend einige Einblicke in die mittlerweile überarbeitete Maquette:

Und wem bereitet dies Freude?

Mit dem essayistischen Charakter und der dokumentarischen Haltung richtet sich das Buch an alle, die sich für Reportage-Fotografie wie auch für die Frage des Visuellen im Leben des Menschen und dessen Raum interessieren. Zudem dürfte das Buch von allen geschätzt werden, die sich vertieft mit dem heutigen Russland und seinen peripheren nördlichen Regionen, der postsowjetischen Landschaft, den Themen der Isolation und für die Literatur und deren Zusammenspiel mit Fotografie begeistern.

+++

Projektdetails

Verlag: Kehrer

Fotografien: Beat Schweizer

Texte: Urs Mannhart, Sascha Renner, Mischa Danov, Roman Konik, Tanja Achlomova

Gestaltung und Konzept: B&R

Format: 24x28 cm

Übersetzungen: Slava Gorodetzki, Luzia Böni, Melanie Moore

Lektorat: Alice Grünfelder, Xenia Velihovskya

+++

Ab dem 18. Oktober 2018 ist das Projekt erstmals umfassend und in neu edierten und produzierten Abzügen in der Coalmine in Winterthur zu sehen. Vernissage ab 18.30 Uhr. Ihr seid alle herzlich eingeladen!

Folgend einige Fotografien aus dem Projekt:

Wieso sammle ich hier Geld?

Meine drei Fotoserien über das Leben im peripheren russischen Norden bilden eine Werkgruppe, die ich über Jahre hin mit beträchtlichem Aufwand habe entwickeln können und die nun gereift in Buchform einem grösseren Publikum vorgestellt werden kann. Zwar habe ich, und das freut mich sehr, einen renommierten Verlag gefunden, den in Heidelberg ansässigen Kehrer-Verlag, zwar haben mir verschiedene Institutionen grosse Förderungen zukommen lassen (auch einige Reisen waren möglich allein dank einer grossherzigen Förderung!), – und dennoch fehlen, damit der Verlag das Buch tatsächlich drucken lassen kann, fünfeinhalbtausend Franken. Einfach, weil es ungemein kostspielig ist, ein qualitativ hochstehendes, sorgfältig verarbeitetes und mit liebevollen Details ausgestattetes Buch zu produzieren.