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Nachbau N-20.2 Arbalète

Die N-20.2 Arbalète wurde 1951 durch das Flugzeugwerk Emmen als Versuchsflugzeug konstruiert, gebaut und für Versuchszwecke geflogen. Die Auslegung als Nurflügler, mit vier Jet Triebwerken und einer Maximalgeschwindigkeit von 720km/h ist auch heute, nach fast 70 Jahren noch geradezu sensationell.

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Das Flugzeug

Die Flugzeuggeometrie entspricht einer auf 60% verkleinerten Version des damals geplanten Jägers «Aiguillon». Die Konstruktion besteht (fast) ausschliesslich aus Holz. Als Antrieb wurden zwei Piméné Triebwerke jeweils über und unter der Flügelhinterkante angebracht. Für das einziehbare Fahrwerk kamen Komponente des Dh-100 Vampire und der Me-108 zur Verwendung. Mit dieser Konstruktion wurde in vielerlei Hinsicht Neuland betreten. Es galt die in zahllosen Berechnungen und Windkanalversuchen gemachten Voraussagen zu erfliegen. Anlässlich der 91 durchgeführten Flugversuche wurden diese bestätigt oder gar übertroffen. Nach Abschluss der Versuche wurde das Flugzeug am 20.5.1954 ausser Betrieb genommen. Es ist heute im Fliegermuseum Dübendorf ausgestellt.

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Das Projekt

Das Ziel des N-20.3 Arbalète Projektes ist eine flugfähiger Nachbau des Flugzeuges. Dabei sollen moderne Materialien und Herstellungsmethoden eingesetzt werden so weit dies den ursprünglichen Charakter des Flugzeuges nicht verändert. Es ist ein ausgesprochen ambitioniertes und gleichzeitig faszinierendes Projekt. Der Aufwand wurde bisher durch eigenen Mittel sowie einer Spende der Antique Aircraft Assocciation of Switzerland finanziert. Das Vorgehen erfolgt schrittweise mit erreichbaren Zwischenzielen. So soll der Bau des Rumpfes zusammen mit dem Leitwerk Ende 2021 vollständig abgeschlossen sein. Der Zweck dieser Kampagne ist die Restfinanzierung dieses wichtigen Teilschrittes sodass danach der Bau des Flügels in Angriff genommen werden kann. Danach folgt die Beschaffung und der Einbau der Triebwerke. Der Zeithorizont liegt bei ca. 6 Jahren.

Viele Fragen sind noch offen und werden laufend geklärt. Die Konstruktion des Fahrwerkmechanismus beispielsweise erwies sich laut der Testflugprotokolle als problematisch. Der Ein-und Ausfahrvorgang war mit Rattern begleitet, dauerte zu lange, die Schleifkupplung des Getriebes lief heiss, die Sicherung des Elektromotors sprach an und die Schneckenräder zeigten Anfressspuren. Hier muss eine andere Lösung gefunden werden. Diese ist inzwischen konstruiert, muss jetzt aber noch detailliert beschrieben und durchgerechnet werden bevor die Produktion beginnen kann.

Das Team:

Mein Name ist Stefan Weber, ich bin beruflich Linienpilot und gelernter Maschinenmechaniker. In den vergangenen 30 Jahren war ich in verschiedenen Flugzeugrestaurations und Unterhaltsprojekten involviert. In meinem Projekt werde ich tatkräftig von der Experimental Aviation of Switzerland unterstützt. Dabei erhalte ich hochqualifizierte Beratung zu Flugzeugbau, Engineering, Aerodynamik, usw. Meine Arbeiten werden regelmässig von einem anerkannten Spezialisten in Flugzeugholzbau inspiziert.

Stand des Projektes:

Von den rund 1000 Werkstattzeichnungen liegen rund 850 als Kopien der Originale vor. Dazu kommt eine grosse Zahl von Dokumentationen, Berichten, Windkanalprotokollen, und Berechnungen. Auf diesen Grundlagen wurde ein detailliertes CAD Modell des Flugzeuges erstellt. Auf dieser Basis wird das Flugzeug gebaut.

Der Baubeginn fand vor ca. 3 Jahren statt. In dieser Zeit konnte die Seitenflosse, das Seitenruder und der Rumpf in der Grundkonstruktion (ohne Beplankung) gebaut werden. Die Spanten wurden hochpräzise auf einer CNC Maschine gefräst, die Gurte einzeln formverleimt. Das verwendete Holz ist ausnahmslos hochqualitatives Flugzeugbauholz. Als Klebstoff kommt ein moderner Zweikomponenten-Holzleim zum Einsatz. Die Holzarbeiten sind so weit abgeschlossen, dass mit dem Einbau der Steuerelemente, des Bugfahrwerkmechanismus sowie dem Rumpftank begonnen werden kann. Jedes Teil dazu muss einzeln angefertigt werden was sehr zeit- und kostenintensiv ist. Bis zur Erreichung des Zwischenzieles (Abschluss des Rumpfes) ist mit folgenden Kosten zu rechnen:

Material für Beplankung: bereits eingekauft.

Herstellung Steuerelemente: 6000.-

Herstellung Treibstofftank: 5000.-

Herstellung Bugfahrwerkmechanismus: 4500.-

Total 15500.-

Der Aufwand für die Konstruktion, Berechnung, Einbau, Werkzeug und Hilfsmittel wird durch mich übernommen.

Die Arbalète ist ein Zeugnis Schweizerischer Innovation und Flugzeugbaukunst. Alleine die Auslegung als Nurflügler macht sie zu einem ausserordentlich eleganten Flugzeug. Zusammen mit den Flugleistungen stellt sie sogar heute so manches Fluggerät in den Schatten. Es wäre eine Sensation dieses Flugzeug wieder in der Luft zu sehen.

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