Darum geht’s

Meine Songs schreibe ich seit vielen Jahren für mich alleine, zur Bewältigung meiner Erfahrungen, zur Entwicklung meines Wesens.

Fünf meiner Songs werde ich mit Ton und Bild aufnehmen. Mit diesen Videos werde ich mich dann bei möglichst jeder Beiz, jedem Lädeli mit Kundenfeier, jedem Quartieranlass und jedem Kulturort der Deutschschweiz darum bewerben, vor Ort auftreten zu dürfen.

Die Songs

Ich habe nun fünf Songs ausgewählt, die ich aufnehmen, mischen und als Video- und Tonaufnahme fertig produzieren werde. Sie sind in ihrer Art und in ihrem Inhalt sehr verschieden, eher witzig oder eher ernst, eher sanft oder eher laut, eher lang und ausschweifend oder eher kurz … damit kann ich mein Bühnenprogramm ideal präsentieren, die potentiellen Bookenden oder dann die Zuschauenden von Konzerten erhalten so eine gute Möglichkeit der Einschätzung, was sich ihnen dann live bieten wird.

Song 1: Aggressione Meine Idee war es, das Wiegen eines Jahrmarktsongs in ein böses Lied zu verpacken. Ursprünglich entstand es am Klavier mit der typischen Spielweise, bumtätä, bumtätä. An der Gitarre nun habe ich diesen Widerspruch so übersetzt, dass ich die Saiten sanft zupfe, aber mit einer spürbaren, unterdrückten Wut singe. Es geht um häusliche Gewalt, die scheinbar in Ordnung ist, wird dann aber nachvollziehbarer im Scheitern an alltäglichen Dingen. Und die Unfähigkeit, sich seinen Emotionen zu stellen, sie darum zu verdrängen bis sie explodieren, stelle ich so dar. Und dass das vielleicht nicht der beste Weg ist.

Song 2: Huutperfektion Diesen Text schrieb ich im Zug von Zürich nach Hause. Auf dem Tischchen lag eine Glanzpapierzeitschrift mit MakeUp- Tipps. Ich bin meist ungeschminkt, ich sehe einfach nicht genügend Sinn darin, mich im Alltag, jeden Morgen anzumalen. Dafür sind die Morgen zu streng. Doch auch ich verfalle stark dem Glauben, mich verstellen zu müssen, um von anderen Menschen angenommen zu werden. Ich hatte mit meiner Schwester telefoniert und sie war wütend auf mich, ich verstand nicht, warum ich schon wieder was falsch gemacht hatte. Darum der Refrain. Ich wollte alles richtig machen und machte damit alles falsch. Bin ich wirklich so dumm? Muss das so schmerzen? Bei den anderen sieht es so leicht aus. Arbeiten gehen, Freunde treffen, Essen essen, Kleidung anziehen, schminken, zugfahren … ich war ratlos und wusste nicht wie weiter. Heim schlafen gehen hilft da meist auch sehr gut. Oder eben … ein Lied darüber schreiben, um meine Erfahrungen zu untersuchen und für andere erfahrbar machen.

Song 3: Abflog Dies ist mein erster Song. Ich war wütend über mich selbst, über mein Selbstmitleid, und versuchte dies mit etwas Witz zu verarbeiten. Um wieder Boden zu finden. Der Song ist noch immer relevant für mich. Noch immer verliere ich leicht den Boden, werde frustriert, obwohl es mir doch eigentlich so gut geht und ich sehr dankbar sein könnte. Noch immer sorge ich mich zu viel, sehe ich manchmal einfach keinen Sinn im Leben, werde ich allem überdrüssig. Doch diese Momente werden seltener und wenn sie geschehen, dann kann ich inzwischen gut damit umgehen.

Song 4: Weli Mängi Esch Jeh Gnueg Dieser Song ist vom Rhythmus her jazzig, inhaltlich geht es darum, irgendwie immer wieder unzufrieden alleine dazustehen. Jazz ist für mich, und da bin ich sehr beschränkt denkend, ich weiss, aber es ist für mich einfach der Stil der am meisten miserabel kopiert wird. Für mich hat der flachste Pop mehr Herz drin als der gewöhnlich schulisch repetierte Jazz. Jamsessions haben es mir wieder und wieder bewiesen und mich wieder und wieder sehr wütend gemacht. Für mich geht es für alle darum, sein eigenes Genie zu werden. Nicht darum, technisch perfekt nachzuäffen, um anderen zu gefallen. Obwohl wir alle einander abschauen und keine Idee neu ist, so finde ich, ist es doch essentiell das Erfahrene durch sich selbst bewusst UND intuitiv durchzulassen und dann auszudrücken. Das ist der Moment, wo es relevant wird. Im Text beschreibe ich meine Wahrnehmungen kurz nachdem mein damaliger Freund unsere Beziehung beendet hatte. Ich wollte wieder zurück, obwohl mir klar war, dass wir keine gesunde Beziehung mehr zueinander hatten. Mit dem Lied ermutigte ich mich immer wieder dazu, abzuschliessen und weiter zu gehen. Und sang mir zu, dass es in Ordnung ist, wenn ich das grad nicht so elegant löse, mit Alkohol, Selbstbeleidigung, Beziehungsfrust zu ALLEN Menschen … so lange ich gleichzeitig aber wirklich weiter gehe und wieder positiv werde.


Song 5: Glasschueh Für eine Weile hatte ich mit Panikattaken zu kämpfen und darum geht es in diesem Lied. Ausgelöst werden sie bei mir durch Menschenmengen. Fasnacht, natürlich, oder auch einfach ein gemütliches Beizli … wenn ich mich zu sehr für die Menschen öffne, dann spüre ich sie stark in mir drin, werde sie, oder was ich mir einbilde, was sie sind, und da ist viel Frustration und Unnetigkeit im Umgang miteinander. Dummerweise fokussiere ich mich auf diese negativen Erscheinungen und bekomme ab einem gewissen Punkt unglaubliche Angst davor, selbst wiederum in den Fokus dieser negativen Ausschüttungen der Menschen zu gelangen. Ab dem Punkt brauche ich eine Weile, wieder rational zu werden. Am besten hilft Schlaf.

Dafür brauche ich Unterstützung

Ich brauche deine Unterstützung nur für einen Zustupf an meine grundsätzlichen Ausgaben wie die Proberaummiete und die Abschreibungen für mein Material (aka mein Leben). Und ich hoffe, durch diese Kampagne neue Ohren zu erreichen.