So viel SchönesVon Tim Krohn, am 10.12.2018 15:16

Liebe Freundinnen und Freunde

Es gibt so viel Schönes zu berichten, wo fange ich an? Die Chasa Parli ist fertig renoviert und herrlich warm. Kommt! Sei es, um in der seligen Stille der Val Mütair zu schweben oder um etwas zu lernen. Denn für den Frühling unterrichten bei uns zwei tolle Frauen. Die Designerin Bettine Walther (Vivienne Westwood, Joop!) gibt einen Näh-Workshop der etwas anderen Art, die Journalistin und Autorin Sieglinde Geisel führt ein ins «Schreiben im Flow». Bewerben kann man sich ab sofort, die Kurse sind auch ein tolles Geschenk. Alles Weitere auf www.chasa-parli.ch. Apropos Geschenk: Das vielleicht persönlichste Buch, das ihr verschenken könnt, heisst «Prinzessin auf dem Mist». Denn jedes Vorzugsexemplar wird ganz individuell gestaltet. Bigna, ein fünfjähriges Mädchen aus unserem wilden Tal, erklärt den Erwachsenen die Welt. Die vielfach preisgekrönte Zeichnerin Jacky Gleich hat meine Kolumnen, entstanden für die Zeitschrift «Reformiert», illustriert. Das Buch erscheint vorab in einer Vorzugsausgabe von hundert nummerierten Stück in Leinen gebunden. Aber nicht nur das: Jacky malt jedem einzelnen Buch einen eigenen Umschlag, ich schreibe in jedes exklusiv einen kleinen Text. Zu Weihnachten reicht’s nicht, aber einen Gutschein bekommt ihr. Exklusiver geht’s nicht. Leseprobe und Buch gibt’s hier: www.kwasi-verlag.ch Und nicht zuletzt: Auch die «Menschlichen Regungen» sind noch nicht tot. Im «Merkur» zumindest werden sie über den grünen Klee gelobt: «Lesen Sie Tim Krohns Buch Herr Brechbühl sucht eine Katze, denn so muss Literatur sein! Es ist die Genauigkeit, mit der Krohn seine Figuren betrachtet, etwa die gewaltige Trauer um eine sterbende Ratte. Oder die Anfangsgeschichte über den aufgewühlten, frühpensionierten Tramfahrer Hubert Brechbühl, der an Silvester 1999 darauf wartet, dass die Welt im Jahr 2000 untergeht. Ein geniales Buch zum Verschenken oder Selberbehalten.» Dies anlässlich des Erscheinens des ersten Romans der Reihe als Taschenbuch bei Diogenes. Der neueste Roman, ebenfalls diesen Herbst erschienen, heisst «Julia Sommer sät aus». Der Link dazu: http://www.galiani.de/buch/julia-sommer-saet-aus/978-3-86971-171-3/ Während mein Debüt als Krimi-Autor (unter dem Pseudonym Gian Maria Calonder) seit nunmehr 12 Wochen auf der Schweizer Bestsellerliste rangiert: «Engadiner Abgründe» https://kampaverlag.ch/gian-maria-calonder-engadiner-abgruende/ Zu viel versprochen? Frohes Fest denn! Tim

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Aus der Leere schöpfenVon Tim Krohn, am 29.5.2018 13:46

Liebe FreundInnen warmer Füsse

Die Chasa Parli wird seit zwei Wochen bewohnt, und die ersten Rückmeldungen sind ausgesprochen herzlich. Seraina Koblers kleine Hymne lest ihr unten.

Nun gehen wir einen Schritt weiter und bieten den ersten Workshop an: Schreiben und Yoga, gemeinsam mit der wunderbaren Marjoleine Pitsch.
Worum geht’s? Das Scheitern am Text geschieht oft aus der Unsicherheit heraus, was überhaupt ein guter Text ist. Was, wenn wir uns diese Frage nicht mehr stellen? Wenn wir alle Wertungen fallen lassen? Wenn wir uns frei machen von unseren Erwartungen und Ängsten? Nur noch ganz Ohr und Auge sind? Das Schreiben wird gleichzeitig beiläufig und gross – viel grösser, als dass es noch in Raster wie jenes von «gut» und «schlecht» passen würde. Schreiben so spannungsreich und widerspenstig, wie das Leben selbst ist … Mehr darüber zu lesen gibt’s hier: https://www.haus-parli.ch/veranstaltungen/

Wer Haus Parli unterstützt und siene Belohnung noch nicht abgeholt hat, kann sie sich übrigens gern für den Workshop anrechnen lassen.

Und wenn jemand von euch Lust hat, gemeinsam mit uns weitere Workshops auf die Beine zu stellen, nur zu! Wir sind sehr tatenlustig.

Mit herzlichen Grüssen

Die Krohns

P. S. Und so besingt Seraina Kobler unser Haus: «Früher zogen die Menschen von hier in die ganze Welt aus. Nicht wenige als Zuckerbäcker, wie auf den verwitterten Friedhofstafeln neben der Kirche in Santa Maria zu lesen steht. Heute sollen sie wiederkommen. Die Menschen. In das weite, luftige Tal am äussersten Zipfel der Schweiz. Zum Denken, Schreiben, Lesen, Ruhen. Weil es hier Platz gibt für Gedanken. Und köstliche Milch in Glasflaschen, selbstgebackenes Brot und Kastanien-Honig. Umarmt von einem vierhundert Jahre alten Palazzo. Danke an die Gastgeber Micha und Tim Krohn.»

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Stippvisite #2Von Tim Krohn, am 7.5.2018 21:27

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Liebe Freunde, die ihr das Projekt Chasa Parli mit hundert Franken unterstützt habt: Auf euch wartet noch eine Führung mit Kaffee, Kuchen und kleiner Lesung. Mit einem ersten Rundgang haben wir am 1. Mai das Haus eröffnet, prächtig war’s. Am 13. Mai, 14 Uhr, ist es wieder soweit. Kommt! Anmelden könnt ihr euch hier: https://doodle.com/poll/4nhn4cu6zyspt9wr#table

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Haus Parli so gut wie eröffnet!Von Tim Krohn, am 26.4.2018 20:33

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Liebe Unterstützerinnen

Ein halbes Jahr lang haben wir gerackert, kalt, zugig und finster war’s. Doch nun ist das Haus warm, hell und noch viel schöner, als wir dachten. Die letzten Badezimmerböden werden gerade verlegt, nächste Woche öffnen wir die Türen für die erste Führung.

Das romanische Fernsehen war bereits da: https://m.rtr.ch/novitads/grischun/engiadina/la-chasa-parli-in-refugi-da-quietezza-e-lieu-d-inspiraziun

Und auf unserer Homepage schalten wir sukzessive Bilder der neu gestalteten Räume auf: https://www.haus-parli.ch/die-raeume/ Fehlen nur noch die Gäste! Ihr wart bisher recht zurückhaltend mit euren Anmeldungen. Ziert euch nicht, wir freuen uns auf euch, und wir haben noch in jeder Woche des Jahres Platz.

Auch wer «nur» zur Führung kommen mag, soll sich doch bitte hier per Doodle eintragen oder einen anderen Termin vorschlagen, dann schauen wir, dass wir ein paar Leute zusammentrommeln, damit es auch jedesmal ein kleines Fest wird: https://doodle.com/poll/4nhn4cu6zyspt9wr#table

Und bitte werbt für uns, die Chasa Parli ist viel zu schön, um leerzustehen!

Herzlich, eure Micha & Tim

www.haus-parli.ch www.chasa-parli.ch

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Klug buchenVon Tim Krohn, am 17.3.2018 07:40

Liebe Parli-KurzbesucherInnen

Was ich zu sagen vergass: Die Sache mit «der» Übernachtung nehmen wir nicht so streng, ihr könnt auch gern zwei Nächte bleiben. Und es muss kein Wochenende sein. Besonders im Sommer herrscht an den Samstagen viel Ferienreiseverkehr, während die Wochentage schön ruhig sind. Und noch etwas: Unsere Homepage ist online - rudimentär wenigstens: www.haus-parli.ch

Liebe Grüsse! Die Krohns

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Der Frühling klopft an!Von Tim Krohn, am 13.3.2018 21:00

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Liebe Heizerinnen und Heizer

Noch ist die Chasa Parli eine grosse Baustelle, doch wenn nichts Gravierendes dazwischenkommt, ziehen Mitte Mai die ersten von euch ein.

Zwischen Ende April und Mitte Mai sind zudem all jene, die eine Stippvisite zugute haben, eingeladen, sich für eine der vier Führungen mit Kaffee, Kuchen und kleiner Lesung einzutragen. Tut das bitte hier: https://doodle.com/poll/4nhn4cu6zyspt9wr

Alle jene, die in Haus Parli übernachten oder sie gar für eine oder einige Wochen bewohnen wollen: Bitte schickt uns so bald als möglich Terminvorschläge an posta@chasa-parli.ch.

Für Wochengäste gilt die klassische Hotelwoche Samstag-Samstag. An die Kurzaufenthalter der Tipp: Kommt nicht am Wochenende und nicht im August, wenn ihr Ausflügelermassen vermeiden wollt.

Und nun los, wir freuen uns auf euch! Micha & Tim

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Fleissige LieschenVon Tim Krohn, am 6.2.2018 20:46

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Liebe UnterstützerInnen

Nachdem die bitterste Kälte überstanden ist, haben die Handwerker in Haus Parli Einzug gehalten. Der Anblick ist nicht so schön: aufgerissene Böden und Wände, Dreck Dreck Dreck. Aber so muss das sein, und jeden Abend, wenn ich mit der Stirnlampe noch ein paar Stunden im Stall geräumt, gespitzt und geschaufelt habe und die Baustelle abgehe, damit auch nichts brennt, ist es mir eine Freude zu sehen, was wieder geschehen ist. Trotzdem, für euch doch lieber ein Foto, das es mit geheizten Räumen vielleicht nicht mehr geben wird: Eisblumen an den Fenstern der Beletage. Da vermissen wir die Krokusse gleich nicht mehr, die bestimmt bei euch schon blühen.

Alles Liebe aus dem Münstertaler Winter Tim

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Lieber Tim
Danke für diese Bilder. Und danke für dieses Projekt. Jedes Mal, wenn es mir in den Sinn kommt, werden meine Gedanken weit und freundlich.
Alles Gute wünscht Dir und Euch von Herzen,
Claudia

BelohnungenVon Tim Krohn, am 24.12.2017 10:20

Liebe Miteifernde

Das Crowdfunding ist seit vier Tagen Geschichte, der Auftrag für die Heizung ist vergeben, die esten Arbeiter waren sogar schon im Haus, und über Weihnachten werde ich Küchenmöbel nachstreichen.

Zu euren Belohnungen: Postkarten und Schokoladen sind verschickt und haben euch vielleicht sogar erreicht. Hast du eine Besichtungung mit Kaffee und Kuchen gewählt, werden wir uns bei dir melden, sobald abzusehen ist, wann das Haus präsentabel ist, und einige Termine per Moodle vorschlagen. Wer uns über Nacht oder länger besucht, kann gern jetzt bereits Terminwünsche anbringen, sonst melden wir uns bei dir, sobald die Situation der Bäder geklärt ist, dort fehlt uns nämlich auch noch Geld. Momentan können wir daher noch nicht abschätzen, ab wann wieviele Gäste komfortabel untergebracht werden können. Wir rechnen aber damit, dass ab Pfingsten je zwei Partien einziehen können.

Last but not least an all die lieben Menschen, die uns ohne Belohnung unterstützt haben: Bitte meldet euch, wenn ihr doch wenigstens eine Schokolade aus dem Hause Krohn haben oder ein Besüchlein wagen möchtet! Jetzt oder irgendwann - wir stehen auf ewig in eurer Schuld.

Jeder und jedem von euch nochmals tausend Dank. Reich beschenkt – und mit ganz schön Arbeit versehen – verabschieden wir uns in die Feiertage und wünschen euch von Herzen ein glückliches Fest. Vielleicht trägt die versprochene kleine Weihnachtsgeschichte dazu bei, die ebenfalls mit Wärme und Öfen zu tun hat und die du im Anschluss lesen kannst.

Herzlich Micha & Tim

MAJA PADRUTT BÄCKT SICH KINDER

Etwas ausserhalb eines armen Städtchens in den Bergen, in einem kleinen grauen Haus, lebte Maja Padrutt mit ihrem Mann. Paul arbeitete wie alle Männer im Stollen. Die Padrutts waren etwas reicher als die meisten, weil sie keine Kinder hatten. Glücklich machte sie das aber nicht. Eine Schar Kinder war alles, was Maja sich für ihr Leben gewünscht hatte, doch nicht einmal ein einziges, winzig kleines wollte kommen. Inzwischen sah sie so himmeltraurig drein, dass die Menschen die Strassenseite wechselten, wenn sie ins Städtchen kam, die Hunde zogen den Schwanz ein und jaulten. Noch trauriger wurde sie zur Weihnachtszeit. Der Engel, die Verkündung, die unbefleckte Empfängnis, das Kind in der Krippe – wie sehnte sie sich danach, an Mutter Marias Stelle zu sein! Von morgens bis spät sass sie am Fenster, sah in den fallenden Schnee und hoffte auf ein Wunder.

Sie war schon nicht mehr die Jüngste, als sie in einer Dezembernacht sonderbar träumte. Es war kein spektakulärer Traum, ihr wurde nur erst warm und licht im Herzen wie lange nicht mehr, dann sagte eine gutmütige Stimme: «Ein Kind willst du? Na, dann solltest du es dir wohl backen!» «So ein Unsinn», murmelte Maja im Schlaf, sodass Paul erwachte. «So ein Unsinn», sagte sie zu sich auch am anderen Morgen, sobald sie ihren Traum erinnerte. Doch die Wärme und das Lichte liessen sie nicht los. «Warum nicht wieder einmal backen?», dachte sie und stand für einmal fast fröhlich auf. Im Lebensmittelladen kaufte sie Hefe und Mehl, dann knetete sie den Teig. Backen konnte Maja, sie hatte einst Hauswirtschaft studiert, die beste aller Mütter hatte sie sein wollen. Jetzt wunderte sie sich, wie schön es doch war, den weichen, warmen Teig zu kneten. Aus dem Teig formte sie zwei Kinder, die backte sie und wickelte sie in Tücher. Sie sahen kaum anders aus als die Teigmännchen, die zu Sankt Nikolaus verkauft wurden. Die Kinder legte sie auf den Küchentisch, dann wartete sie darauf, dass etwas Wunderbares geschah, und schimpfte mit sich, dass sie so abergläubisch war. Natürlich geschah nichts. Nur Paul rief, als er heim kam: «Wie das duftet!», und küsste sie gleich zweimal. «Wie lange du nicht mehr gebacken hast!», stellte er fest und umfasste ihr glühendes Gesicht. «Du siehst gleich zehn Jahre jünger aus», sagte er und küsste sie ein drittes Mal. Die Träne in ihrem Augenwinkel sah er nicht. Als Maja zu Bett ging, war das Warme, Lichte nur noch eine Erinnerung. «Wie dumm ich war, mich an einen Traum zu hängen», sagte sie sich. Doch kaum war sie eingeschlafen, träumte sie fast denselben Traum ein zweites Mal. Nur mahnte sie diesmal die Stimme: «Denk daran, dein Kind will gut gezuckert sein!»

Am anderen Morgen konnte Maja es kaum erwarten, im Städtchen Zucker, Butter, Rosinen und Eier zu kaufen. All die Liebe, die sie so gern ihren Kindern gegeben hätte, knetete sie in den Teig. Die Teiglinge bestrich sie mit Eigelb, bestreute sie mit Hagelzucker und schob sie in den Ofen. Sie dufteten nach Kinderhaar, doch lebendig wurden sie nicht. So ging es noch mehrmals. Abends schimpfte Maja sich einen Dummkopf und schwor dem ganzen Unsinn ab, nachts riet die Stimme ihr zu einem neuen Rezept, und schon war sie wieder verführt. So backte sie mit Mandeln und Zimt, mit Kardamom und Hirschhornsalz, Vanille und kandierten Früchten … Paul wurde etwas ratlos. All das Gebäck, das sich inzwischen stapelte! «Wie schön, dass du etwas gefunden hast, das dir Freude bereitet», hatte er am dritten Tag gesagt. Am achten sagte er nur noch: «Du hast schon wieder gebacken.» Am zwölften fragte er: «Wer soll das alles essen?» Maja sah ihn nur erschrocken an. «Essen?»

Im Städtchen wollte es der Brauch, dass in der dreizehnten Dezembernacht alle Kinder mit Glocken und Rasseln durch die Gassen zogen, sie klingelten bei jedem Haus und bettelten um Geld und Süsses. Nur zu Padrutts kam keiner – wer so finster drein sah wie Maja, verteilte bestimmt keine Geschenke. Maja wunderte sich selbst darüber kein bisschen, sie verstand zu gut, dass man um Menschen wie sie einen Bogen machte. Auch dieses Jahr sagte sie zu Paul nur: «Hörst du die Kinder? Ist denn schon wieder der Dreizehnte?» «Muss wohl», murmelte Paul, mehr wusste er nicht zu sagen. Wie erschrak Maja, als es am nächsten Mittag an der Tür klingelte. Ein kleiner Junge mit roter Nase, roten Backen und wachsbleichem Gesicht stand im Schnee und sagte das übliche Sprüchlein auf: «Gib Kaffee und Kuchen, Knecht Ruprecht hat gerufen.» Maja starrte ihn erst sprachlos an, dann rief sie verwirrt: «Aber ich habe doch nichts!» Der Junge schien seinen Mut schon zu bereuen. «Aber bei dir riecht es doch so gut», flüsterte er. «Alles missraten», sagte Maja zu dem Jungen, der sie mit grossen Augen ansah, dann quollen ihm Tränen über die Lider. Maja erschrak und schob ihn ins Haus. Wie klein und schmal er war! Maxi hiess der Junge, und am Abend davor hatte er nicht mit den anderen Kindern betteln gehen dürfen, weil sein Vater ihn nachts nicht vor die Tür liess. «Ich will dich nicht auch noch verlieren», hatte er zu Maxi gesagt. Nur bei Tag durfte Maxi betteln gehen, und natürlich kam er überall zu spät. Maxi strahlte, als er Majas Türme von Gebäck sah. «Wie reich du bist», rief er. «Wie viele Kinder du damit beschenken kannst!» Maja wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. «Da, nimm», sagte sie endlich und stopfte seine Tasche voll. Dann schickte sie ihn eilig wieder fort.

Am nächsten Tag kam Maxi wieder. «Ich habe Hunger», sagte er. «Deine Teigmännchen sind die besten auf der Welt.» Maja wunderte sich und holte ihm noch ein paar ihrer missglückten Versuche, sich ein Kind zu backen. Maxi ging aber nicht weg. «Ich habe ganz kalte Füsse», sagte er und wartete, bis sie ihn hinein an den Ofen nahm. Von da an kam Maxi jeden Nachmittag. Er machte bei Maja die Hausaufgaben, und manchmal brachte er Freunde mit. Sie nannten ihn Mini und waren nicht besonders nett zu ihm. Doch er freute sich, wenn ihnen Majas Gebäck schmeckte, und führte sich auf, als wäre er der Gastgeber. Ihren Traum träumte Maja nicht mehr, und schliesslich backte sie auch keine Kinder mehr, sondern Sterne, Herzen und Spekulatius. Das Warme, Lichte blieb ihr trotzdem. Eines Abends wollte sie sogar mit Paul ins Wirtshaus. Sie kamen mit dem Wirt ins Gespräch, die anderen Gäste grüssten sie, und ein Hund legte sich auf ihre Füsse. Alles war anders.

Nun ja, manchmal weinte sie auch jetzt noch. «Ein bisschen traurig werde ich wohl immer sein», erklärte sie Maxi, als er sie dabei überraschte, und Maxi nickte und sagte: «Ich auch.» Seine Mutter hatte in einer anderen Stadt wieder geheiratet und neue Kinder, und er sah sie nur selten. Über Weihnachten allerdings durfte Maxi zu ihr fahren, und er strahlte. Das war einer der Momente, in denen Maja traurig wurde. Sie hatte gehofft, er käme mit den Kindern an Heiligabend zu ihr, und nochmals tüchtig gebacken. Maxi nahm dafür das Gebäck mit in die Schule und verteilte es, und Maja schenkte er eine Kerze, die er in der Schule gebastelt hatte. In der Christnacht dann spazierten Maja und Paul durch die Strassen und bestaunten die Weihnachtsbäume in den Fenstern. Sie stellten sich vor, wie die Kinder überall Majas Gebäck assen und nicht genug bekamen, und waren ganz fröhlich, als sie schliesslich in ihr kleines graues Haus zurückkehrten und Maxis Kerze anzündeten.

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Der Abschied naht, die Arbeit ruftVon Tim Krohn, am 19.12.2017 21:01

Liebe Miteifernde

Wemakeit zählt bereits die letzten Stunden unseres Crowdfundings für Haus Parli ab. Das heisst, man kann noch unterstützen. Doch wir sind bereits sehr glücklich. Rund hundert Menschen werden uns im kommenden Jahr in der Val Müstair besuchen, gegen fünfhundertmal werdet ihr bei uns schlafen, zwei-, dreihundertmal mit uns essen. Drei Dutzend Schokoladentafeln sind gegossen und gehen übermorgen auf die Post, die Postkarten liegen bereit. Dazu sind die Pläne für die Heizung gemacht und der Baukommission eingereicht, die Handwerker, die Denkmalpflege und Behörden wurden kontaktiert, es wird intensiv geräumt, elektrifiziert, geputzt und möbliert. Kurz: Wir haben einen neuen Job. Zusätzlich zu unserem bisherigen. Denn unsere Brötchen verdienen Michaela und ich nach wie vor mit dem Schreiben, alles Geld aus dem Haus Parli fliesst wiederum ins Haus. Darüber hinaus, was immer wir aus unserem Verdienst erübrigen können. Haus Parli soll wieder das Prachtstück werden, das es einmal war. Der bestmögliche Nährboden für eine eigenwillige, quergedachte und mutige Kultur romanischer, deutscher und wer weiss, welcher Sprachen noch. Weitere Informationen werdet ihr bald unter www.haus-parli.ch beziehungsweise www.chasa-parli.ch finden. Aber noch bleiben 35 Stunden, in denen viel geschehen kann … Jeder Franken hilft, einen sehr besonderen Ort in der Val Müstair mit Wärme und Leben zu füllen.

Grazia fichun! Tim

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Advent, AdventVon Tim Krohn, am 16.12.2017 11:10

Weil wir morgen auf Reisen sind, kommt die neue Adventsgeschichte schon heute. Frohe Besinnung!

TRANSVESTITISMUS

Erich Wyss wusste nicht recht, was er sagen sollte, als einige Tage vor Weihnachten Hubert bei ihm klingelte, um sich zu erkundigen, was er zu Heiligabend vorhabe. »Die Sache ist die«, erklärte Hubert, »ich habe für drei Personen im ’Schwänli’ reserviert, wo Ruth und Alex einen Fondueabend geben. Ich hatte vor, dich und Edith-Samyra dorthin einzuladen, und Edith-Samyra hatte mir auch schon zugesagt. Vorhin hat sie mir jedoch gestanden, dass sie eigentlich als Köchin in der Thuner Gassenküche engagiert ist, und die finden keinen Ersatz für sie. Keine Frage, dass das Vorrang hat, auch wenn ihr das Engagement inzwischen nicht mehr in den Kram passt, weil es mit einem gewissen ’Bärli’ verbunden ist, den sie hinter sich lassen möchte. Doch zugesagt ist zugesagt, finde ich. Und so komme ich, um dich zu fragen, ob wir nicht zu zweit ins ’Schwänli’ möchten.« »Wir, zu zweit, wie zwei Schwule?«, fragte Erich. »Nein. Außerdem habe ich schon etwas vor.« »Ach«, sagte Hubert. »Da kann man nichts machen, dann feiere ich eben allein. Und was tust du zu Silvester?« »Das entscheidet sich nach Weihnachten«, sagte Erich aus dem Stegreif. Tatsächlich hatte er für Weihnachten zumindest vage Pläne. Huberts Bemerkung mit dem Puff war ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen, dazu kam, dass er das Jahr mit einer schwarzen Null abschloss, und das, obwohl er im Frühling im Konstanzer Casino 20 000 Mark verspielt hatte. Das war eine Bilanz, die zu seiner Zeit auf der Post eine kleine Feier wert gewesen wäre, und deshalb wollte er sich nun etwas gönnen. Zwei Tage vor Heiligabend rief er daher bei einem Escortservice an, dessen Nummer er auf einem Abziehbild gefunden hatte, das im Tramhäuschen Quellenstrasse am Billettautomaten klebte. Die Frau, die abnahm, hieß Beverly, aber er musste zweimal nachfragen, ehe er den Namen verstand, weil sie dermaßen säuselte. »Ich würde gern ein Fräulein für den Heiligabend mieten«, sagte er. »Ui, das wird nicht einfach«, sagte Beverly. »Zu den Feiertagen sind wir praktisch ausgebucht. Außerdem gilt da der Feiertagstarif, das wird nicht billig.« »Geld spielt keine Rolle«, sagte Erich. »Und ich will auch keinen Sex, falls Sie so was denken, sondern eine Dame um die achtzig, die mit mir den Abend so verbringt, wie ich ihn die letzten zwanzig Jahre mit meiner Frau verbracht habe.« »Um die achtzehn, sagten Sie?«, fragte Beverly. »Achtzig«, rief er ungeduldig, »ich bin es doch nicht, der hier so säuselt! Sie kann auch meinetwegen siebzig sein, solange sie eine gewisse Reife hat.« »Wir vermitteln keine Frauen in diesem Alter«, sagte Beverly. »Ich wüsste auch nicht, wo Sie die finden, vielleicht in einer Freak Agency.« »Was soll das sein?«, fragte er. »Sprechen die da Englisch? Ich will, dass sie Deutsch spricht.« »Die sprechen schon auch Deutsch«, sagte Beverly, »wenn sie überhaupt sprechen können. Dort können Sie Zwerge, Transvestiten oder Krüppel mieten.« »Sie haben wohl falsch verstanden, ich will nur eine Frau im besten Alter«, sagte Erich und legte auf. Im Tagblatt fand er noch weitere Agenturen, doch die Auskunft war jedes Mal dieselbe, Frauen über 40 gab es nicht zu mieten. Das empörte ihn, und er war nahe dran, dem Tagblatt einen Leserbrief zu schreiben. Doch dann stellte er sich vor, was Gerda dazu meinen würde: »Wenn du anonym schreibst, Erich, drucken sie ihn gar nicht ab, und setzt du deinen Namen drunter – allzu viele Erich Wyss kann es in der Stadt nicht geben –, stehen danach die Frauen vor unserer Tür Schlange, aber bestimmt nicht die Sorte, die du haben willst.« Also ließ er es bleiben, dafür verbrachte er zwei Stunden vor dem Kleiderschrank, suchte Gerdas Garderobe aus und überlegte, ob er Hubert nicht voreilig abgewimmelt hatte. Vielleicht hätte der sich überreden lassen, statt im ’Schwänli’ hier bei ihm zu feiern, und wenn Hubert dazu noch Gerdas Kleid trug und sich Gerda nennen ließ, war das fast so gut wie eine Beverly. Erich war sich nur nicht sicher, ob er einen ganzen Abend lang Huberts Schweißfüße ausblenden konnte. Dafür schlüpfte er schließlich selber in Gerdas Abendkleid, ein Deluxe-Modell von C&A aus den 70-ern, und darin gefiel es ihm so gut, dass er es nicht wieder ausziehen mochte, bevor er zu Bett ging. Auch als er am anderen Tag den Tannenbaum vom Balkon holte und ihn schmückte, trug er Gerdas Garderobe – diesmal eines ihrer Haushaltskleider –, und er wunderte sich sehr, um wie viel leichter ihm der Alltag fiel. Eine Weile grübelte er, bis er den Begriff für seinen neuen Zustand fand – »beschwingt« war das Wort, das es traf. Nun lachte er sogar über seine Griesgrämigkeit. Als es Mittag schlug, stand plötzlich Edith-Samyra im Flur – er musste die Klingel überhört haben – und brachte ihm zwei große Gänsekeulen, Rotkohl und Kartoffelpuffer. »Ich habe für Thun probegekocht«, erklärte sie, »und jemand muss das essen.« Ihm war es peinlich, dass sie ihn im Kleid antraf. »Ich fand gerade keine Schürze«, log er, »und zu Heiligabend wird bei uns geputzt, das ist so Tradition.« »Senf und Ocker stehen dir«, sagte sie ganz selbstverständlich. Und nachdem sie ihn auf beide Wangen geküsst und »Merry Christmas« gewünscht hatte, flüsterte sie ihm ins Ohr: »Du machst das ganz hervorragend, Erich. Genießen wir, was wir haben, statt darüber zu jammern, was uns fehlt.« Und genau das fiel ihm plötzlich ausgesprochen leicht. Als er im Fernsehen Drei Nüsse für Aschenbrödel sah, einen von Gerdas Lieblingsfilmen, tanzte er sogar bei jeder Walzerszene mit und wedelte mit einem Schal, als sei es Aschenbrödels Schleppe. Edith-Samyras Essen stellte er auf den Balkon, zu Heiligabend hatte es schon immer Lachs mit Meerrettichschaum gegeben, dazu Aufbackbrötchen und russischen Salat und zum Dessert Schwarzwälder Eistorte. Allerdings trank er dieses Mal keinen Rimus-Kindersekt, sondern eine kleine Flasche Freixenet, danach war er so guter Laune, dass er lauthals mitsang, als ein Knabenchor mit Karel Gott die schönsten Weihnachtslieder hören ließ. Und als die Glocken von St. Josef zur Mitternachtsmesse läuteten, zog er kurz entschlossen Gerdas Persianermantel an, legte vor dem Badezimmerspiegel etwas Rouge auf, setzte seine Schiebermütze mit den Ohrenklappen auf – denn das Thermometer zeigte minus 15 Grad – und ging zur Kirche. Auf dem Vorplatz sah er Hubert und den Jungen aus dem zweiten Stock, doch er hielt sich abseits. Er ging auch nicht zur Kommunion, obwohl ihn die Entschei- dung schmerzte, Gerda hätte sie ganz sicherlich nicht ausgelassen. Doch dann meinte es der liebe Gott so gut mit ihm, dass er sogar Messdiener mit Hostien die Gänge entlangschickte. Um eine zu ergattern, brauchte er sich nur bis zum Ende seiner Sitzreihe durchzukämpfen. Zu Hause feierte er dann zu dritt noch etwas – er, Gerda, und das Jesuskind –, und war, obwohl die zweite Flasche Freixenet ihm sauer aufstieß, auch um drei Uhr früh noch so vergnügt, dass er Beverly anrief, um sich für die Zukunft als gepflegte Herrenbegleitung anzubieten. Leider war Beverly wohl schon zu Bett gegangen, und um auf Band zu sprechen, lag ihm inzwischen die Zunge zu schwer im Mund.

Aus: Tim Krohn, Erich Wyss übt den freien Fall, Roman Galliani Berlin 2017

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Recumpensa rumantschaVon Tim Krohn, am 15.12.2017 20:50

Liebe Miteifernde

Für die letzten Tage unseres Crowdfundings eine Belohnung speziell für Romanisch Schreibende - kommt her und arbeitet mit mir an euren deutschen Übersetzungen oder Texten. Denn Haus Parli soll nicht zuletzt ein Ort für romanische Literatur sein.

Chars salüds Tim

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HeldenVon Tim Krohn, am 12.12.2017 14:43

Leute, ihr seid meine Helden!

Tatsächlich haben wir unser stolz gestecktes Etappenziel erreicht, 33’000 zu Ende der Woche 3. Nun greifen wir nach den Sternen: 44’000 sollen es zum Schluss sein, denn das würde heissen, dass neben der kleinen Einliegerwohnung auch die beiden prächtigen Flure und ein weiteres Atelier beheizt wären, wenn ihr uns besucht - und damit ist schon ein regulärer Betrieb garantiert. Seid daher so lieb, werbt weiter, oder verschenkt noch die eine oder andere Belohnung zu Weihnachten. Ich erinnere daran, als «Gutschein» gibt es eine Geschichte, die ihr unterm Christbaum lesen könnt.

Alles Liebe! Tim

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Frohen AdventVon Tim Krohn, am 10.12.2017 13:50

Zum wiederholten Dank für all eure Unterstützung eine weitere Adventsgeschichte (inklusive kleine Predigt):

Kompetenz

Eigentlich hatte Pit vorgehabt, den Heiligabend mit seinen Eltern und Brüdern zu verbringen. Doch als er zuhause anrief, um sich zu erkundigen, wann gegessen wurde und ob es noch etwas zu besorgen gab, stritt er sich mit seinem Vater gleich wieder so heftig, dass er es vorzog, in der Röntgenstrasse zu bleiben. Petzi war schon seit dem Morgen in Rheineck, um ihrer Mutter noch beim Einkauf zu helfen und danach traditionsgemäß gemeinsam mit ihrem Vater den Baum zu schmücken. Natürlich wäre Pit bei Petzis Eltern auch willkommen gewesen, aber er fand es romantischer, in männlicher Askese dem ganzen Festtagstrubel zu trotzen. Als es eben dunkel wurde, klingelte aber Hubert Brechbühl und stand mit einem großen Kochtopf vor der Tür. «Ich sah Licht bei euch und dachte, vielleicht könnt ihr noch etwas zu essen gebrauchen», erklärte er. «Edith-Samyra hat für zehn Leute gekocht, dann ist sie nach Thun gefahren, und ich sitze auf den ganzen Gänsekeulchen.» Und als Pit ihm sagte, dass er allein war, schlug Hubert vor, sie beide könnten etwas musizieren und danach gemeinsam essen. Daraus wurde ein sehr schöner Abend. Erst übten sie Charlie Hadens Song for Che, den Pit kurz zuvor bei seinem neuen Zeitvertreib entdeckt hatte – er saß ganze Tage lang bei Jecklin in der Jazzabteilung und hörte sich durch die Regale. Dann aßen sie die Gänsekeulchen, und zwar alle, Pit hatte noch nie so zarte Gans gegessen. Während des Essens schwärmte er Hubert von Glenn Gould vor, den Hubert noch nicht einmal dem Namen nach kannte und über dessen beide Aufnahmen der Goldberg-Variationen Pit seine Maturaarbeit geschrieben hatte. Als Nachtisch hörten sie sich hintereinander weg erst die 1955-er, dann die 1981-er-Aufnahme an. Hubert zeigte sich begeistert, was man alles hören konnte und wie plastisch die Musik doch wurde, wenn man Kenntnisse hatte wie Pit. Allein die Tatsache, dass die ’81-er in einem Beat gespielt war und nicht wie die ’55-er aus in sich abgeschlossenen Takes bestand, sondern einen großen, radikalen Bogen spannte, innerhalb dessen Gould das Tempo immer wieder mal verdoppelte, so dass es endlich sage und schreibe das 16fache der Eingangs-Aria betrug – eine Zahl, die sich dazu mehrmals spiegelte, beispielsweise darin, dass die Aria zweimal 16 Takte hatte und das ganze Werk in wiederum zwei Sätze mit je 16 Sätzen unterteilt war –, faszinierte ihn so sehr, dass Pit die CD noch ein zweites Mal abspielen ließ, und diesmal dirigierten oder tanzten sie dazu im Sitzen. Noch vergnügter wurden sie, als Hubert erzählte, sein Hobby in der Jugendzeit habe darin bestanden, Bus- und Lastwagengeräusche nicht nur zu erkennen, sondern auch zu imitieren, und der Reihe nach den kernig hämmernden Saurer Schnauzerwagen FBW der VBZ zum Besten gab – der dem FBW-AS47-Kipper mit DD-Motor akustisch zum Verwechseln ähneln sollte –, das weiche, fast vergnügte Schnurren oder Singen des CT1D-Motors des Saurer 4HP, den Saurer 5B von 1931, den 2C von 1942 und den 5C (1947), alles Kipper mit Turbolader und einem höchst sonoren Bass, dazwischen einen Dodge, danach die neuen Saurer, die ihr Grundgeräusch mit einem hohen Heulen überlagerten, und zuletzt den kreischenden Motor des BLD, das ratternde Stakkato eines CR1D-4-Zylinders und die blassen, ungeliebten Baumgartner mit mechanischem Lader, die Hubert despektierlich «Furzer» nannte. Inzwischen läuteten die Glocken zur Mitternachtsmesse, und Hubert prahlte etwas dürftiger mit einem Halbwissen zur Orgel der Sankt-Josefs-Kirche, einer Kuhn Männedorf mit irgendwie besonderen Manualen, das Pit mit einem kurzen Ausflug ins Internet präzisierte. Spontan entschieden sie, die Orgel nun auch anzuhören. Allerdings verließen sie das Haus recht überdreht und alles andere als weihnachtlich gestimmt. Die gesetzte, feierliche Stimmung in der Kirche irritierte Pit deshalb zuerst. Während Hubert weiter plaudern wollte, holte ihn die Schwere seiner letzten Wochen wieder ein. Er vermisste Petzi und ärgerte sich über sich selbst, weil er nicht mit ihr nach Rheineck gefahren war. Auch der Organist ließ ihn leiden, weil er der allgemeinen Schwäche der Menge, die langen Töne abzukürzen, nichts entgegensetzte. Dazu kam, dass Hubert in seinen geflüsterten Witzeleien weiter kaum zu bremsen war. Dann hielt aber der Pfarrer eine Predigt, die sie beide ruhig machte. Er sprach von den verborgenen Schätzen der Menschheit. Ausgangspunkt war nicht die Weihnachtslegende, sondern Markus 10, Vers 21: Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. «Ich glaube, wir alle kennen dieses Gefühl, dass uns etwas fehlt», begann der Pfarrer. «Oft wissen wir nicht, was, und so rennen wir einer diffusen Lücke nach und versuchen sie zu stopfen. Wir geraten in Not, denn dass wir nicht erkennen können, was uns fehlt, lässt dieses Fehlende immer größer erscheinen. Wir wissen nicht, ist die Lücke außerhalb von uns oder in uns selbst? Sind wir selbst vielleicht in irgen¬deiner Weise beschädigt? Und natürlich erkennen wir, wenn wir uns mit anderen vergleichen oder in uns forschen und grübeln, ganz viele Lücken, viel Leere, viele Mängel. Das macht uns Sorgen, und in unserer Sorge werden wir blind für das, was uns umgibt. Wir haben keine Zeit mehr, uns um andere zu kümmern – beziehungsweise schieben wir die Sorge um unsere Umwelt bis zu dem Zeitpunkt auf, an dem wir uns vervollkommnet haben werden. Was, reden wir uns ein, kann ich anderen schon geben, solange ich selber in der Not bin? Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. Wenn ich eine Mauer baue, und die Mauer hat eine Lücke, und die Sorge darum, wie ich diese Lücke schließen kann, besetzt meine Gedanken, dann bin ich in der Not. Wenn ich mir dagegen sage: Die Mauer hat eine Lücke, aber brauche ich die Mauer überhaupt?, dann wird die Lücke mit einem Mal zum Tor, zur willkommenen Öffnung hinaus in die Welt, und ich bin meine Sorge los. Die Schätze des Menschen sind nicht sein Besitz, seine Schätze sind die Lücken. Der Schönheitsfleck. Der kleine Makel. Ja, das Gefühl oder die Angst, dass uns etwas fehle, kann überhaupt nur entstehen, solange wir besitzen. Solange wir uns an etwas klammern, an unseren Reichtum, unseren Ruf oder auch unser Können. Man kann alles endlos vervollkommnen, man kann sich bilden, sich stählen, sich operieren lassen, und doch bleibt diese Lücke. Denn was den Menschen liebenswert macht, was jeden einzelnen von uns bedeutsam, einzigartig und unendlich kostbar macht, sind Dinge, nach denen man nicht streben kann. Im Gegenteil, das Streben verschüttet sie. Der Mensch, der nach nichts strebt, ist in sich schön. Der Mensch, der keine Mauer um sich braucht, ist von strahlender Schönheit. Der Mensch, der nichts weiter sein will als Gottes Schöpfung, ist nicht nur unermesslich reich und schön, er entwickelt auch ungeahnte Kraft. Er ist imstande, Jesus nachzufolgen und das Kreuz zu tragen. Das Einfachste ist also zugleich das Größte, Gewaltigste überhaupt, wonach wir streben können. Die Angst macht uns Menschen klein und hässlich. Das Vertrauen darin, dass Gott dich erschaffen hat, wie du bist, weil er dich so – genau so – als vollkommen ansieht, macht dich frei. Frei, andere zu lieben. Für das, was sich in der Lücke offenbart, im Mangel, für das, was nicht Mauer ist. Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. Amen.» Als Pit und Hubert danach nebeneinander die Kirche verließen, gab es einen Augenblick, in dem sie sich ansahen und wussten, sie suchten beide die Lücke in der Mauer. Das war schön, und als sie danach noch bei Pit ein Bier tranken, sprachen sie anders miteinander. Hubert erzählte von seiner kleinen Sorge, was Edith-Samyra diese Nacht in Thun treiben mochte. Er schimpfte auch mit sich, dass er sie überhaupt hatte gehen lassen – nein, er hatte sie sogar dazu überredet oder schlimmer noch, fast genötigt, obwohl er gleichzeitig nichts so sehr gehofft hatte, als dass sie bei ihrem Entschluss bleiben möge, in Zürich zu bleiben, bei ihm, und mit ihm zu feiern. Und nun meldete sie sich nicht einmal auf eine SMS, die er ihr gleich nach dem Essen geschrieben hatte: «Gänsekeulchen hochgelobt und ratzeputz verspeist. Denke an dich. Frohe Weihnacht.» Danach kamen sie auf Edith-Samyras Angebot zu sprechen, Pit ein Pflegepraktikum in Glarus zu vermitteln. Pit erzählte von Petzis Sorge, was wäre, wenn sie eine Fernbeziehung führten – eine Sorge, die er selbst allmählich teilte. «Was genau ist denn die Sorge?», erkundigte sich Hubert. «Was wohl? Dass wir uns verlieren», sagte Pit. «Hm, ich denke jetzt mit Pfarrer Läuchli», sagte Hubert. «Wenn ich einem Menschen meine Lücke zeige, werde ich so schön, dass der andere gar nicht anders kann, als mich zu lieben. Habe ich das recht verstanden?» «Mag sein», sagte Pit. «Aber was das Glarnerland angeht, so bleibt immer noch mein Ekel vor den Hierarchien. Wenn das Gesundheitswesen wirklich so streng autoritär organisiert ist, wie Edith-Samyra sagt – und sie muss es ja wissen – kriege ich dort die Krätze.» «Wirklich? Ich hätte damit keine Probleme», sagte Hubert. «Mir genügt es, meine Aufgabe zu kennen. Das Drumherum ist mir egal.» «Das ist wohl eine Frage des politischen Bewusstseins», sagte Pit und merkte selbst, wie überheblich er klang. Doch Hubert schien nicht gekränkt. «Ja, vielleicht fehlt mir das politische Bewusstsein», sagte er nur. «Aber ich habe es bisher nicht vermisst.»

Aus «Erich Wyss übt den freien Fall» (Roman Galiani Berlin 2017)

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Es hakt!Von Tim Krohn, am 9.12.2017 08:52

Liebe Miteifernde

Da lief es gerade so wunderbar, da kommt die Nachricht, dass die Maurerarbeiten für die Heizung komplizierter werden - wutsch, sind 10’000 wieder weg. Dabei arbeitet der Maurer schon zum Freundschaftspreis. Daher: Bitte bleibt dran, plant eine Reise in die Val Müstair und sagt’s weiter – auf dass das wunderschöne Haus Parli viele glücklich mache!

Danke Tim

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Haus Parli, Woche 3Von Tim Krohn, am 5.12.2017 10:07

Nachdem ihr uns so reich beschenkt habt, stecken wir das Ziel diese Woche hoch: 33’000.- Das würde bedeuten, dass die gesamte untere Wohnung ihre Heizkörper bekommt. Und weil Weihnachten naht, sende ich jedem, der einen Aufenthalt in Haus Parli verschenken möchte, meine Weihnachtsgeschichte «Maja Padrutt bäckt sich Kinder» zum Vorlesen und Anhören unterm Weihnachtsbaum – wahlweise als Datei, als gewidmetes Skript oder als Audiodatei.

Herzlich Tim

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Zum DankVon Tim Krohn, am 3.12.2017 13:45

Frohen Advent euch allen!

HÖHENANGST Aus «Erich Wyss übt den freien Fall»

Mona war vor der Weihnachtsaufführung so aufgeregt, dass sie sogar noch im Schlaf ihre vier Zeilen rezitierte:

Liebe Tiere, liebe Welt

Wie mein Licht die Nacht erhellt

Soll von nun an eure Liebe

Stärker sein als Hass und Hiebe

Die Verse – wie überhaupt das ganze Stück – hatte Herr Shala geschrieben, ein junger Pädagoge mit kosovarischen Wurzeln, der zusammen mit Frau Friedrich die Kindergartengruppe leitete. Er hatte als Kind und Jugendlicher fünfzehn Jahre lang im Theater Metzenthin gespielt und führte auch Regie. In einem langen Brief an die Eltern hatte er ausgeführt, dass und warum und in welcher Weise das von ihm kreierte Stück konfessionsneutral sei, und darum gebeten, dass auch zu Hause nicht mehr von Weihnachten und dem Christkind gesprochen werde, sondern – think global, act local – vom »Fest der Liebe« und der »Engelsmacht, die Freude schafft«. Er hatte sogar einen neuen Liedtext zu Stille Nacht, heilige Nacht, geschrieben, den die Familienmitglieder auswendig lernen sollten, damit im Anschluss an die Aufführung alle gemeinsam singen konnten. Auch den musste Julia mit Mona jeden Abend vor dem Einschlafen üben, obwohl sie ihn so idiotisch fand, dass er sich ihr schon beim ersten Durchlesen unerbittlich eingebrannt hatte, außerdem sang Mona das Lied tagsüber fast ununterbrochen.

Helle Nacht, Engelsnacht

Maus und Eul’ gemeinsam wacht

Kauz und Rabe mit kräftigem Schall

Selbst die Schäflein im warmen Stall

Rufen einander zu

Liebe im Herzen trägst du

Helle Nacht, Engelsnacht

Alles scherzt, alles lacht

Lernt verzeihen, verbannt die Wut

Jedes Wesen ist rein und gut

Ruft einander zu

Liebe im Herzen trägst du

Und damit, dass alle Anwesenden einander reihum die Hände reichten, sich in die Augen sahen und dem Gegenüber versicherten: »Liebe im Herzen trägst du«, sollte der offizielle Teil des Abends denn auch enden. »Tun wir, was wir können, für eine bessere Welt«, lautete der Schlusssatz von Herrn Shalas Elternbrief. Mona ihrerseits hatte nicht nur darauf bestanden, dass neben ihrer Oma auch Selina, Moritz, Onkel Hubert, Petzi, »Rohrmann«, Jack und Roger zur Inszenierung eingeladen wurden. Sie malte auch jedem Einzelnen einen Engel, den sie mit »Mona« beschriftete, und Julia musste jeweils eine Kopie von Herrn Shalas Brief beilegen. Bis eine Stunde vor der Aufführung war Mona Feuer und Flamme. Erst als die Gäste eintrafen, geriet sie durcheinander. Frau Friedrich musste nämlich eine Änderung bezüglich Herrn Shalas Weisungen bekanntgeben: Das Händeschütteln nach dem Lied sollte auf Anraten der Gesundheitsdirektion ausgelassen werden, um die Gefahr einer Grippe- oder Mumps-Epidemie zu minimieren. Julia übersetzte ihr in Kinderdeutsch, was Frau Friedrich bekanntgegeben hatte, und Mona verstand die Welt nicht mehr. Nachdem sie sich durchs Gedränge zu Frau Friedrich vorgekämpft hatte, wollte sie wissen, ob das Berührungsverbot auch für sie galt. »Das gilt gerade für euch Kinder«, sagte Frau Friedrich, »ihr seid nun mal Virenschleudern. Aber eure Familie dür ihr natürlich umarmen.« Mona heulte schon vor dem letzten Satz los, und es dauerte, bis Julia sie so weit beruhigt hatte, dass sie ihren Kummer in Worte fassen konnte. »Jetzt darf ich Moritz gar nicht auf den Schoß klettern, und Selina auch nicht, und Oma auch nicht«, schluchzte sie. »Dabei bin ich doch ein Engel. Wie mein Licht die Nacht erhellt. Ich bin lieb, niemand ist so lieb wie ich. Ich bin keine Dingsda-Schleuder!« »Nein, das bist du nicht«, versicherte ihr Julia, »und wenn du gestern Moritz auf den Schoß klettern durftest, sehe ich keinen Grund, wieso du es nicht auch heute tun darfst. Gefährlich sind die Viren nur für ganz alte Leute und für Frauen mit einem Baby im Bauch.« Aber Mona fand es schon furchtbar genug, dass die vor ihr Angst haben sollten, wo sie doch ein Engel war und dafür da, dass die Leute keine Angst mehr hatten. Und das Ende vom Lied war, dass sie sich nicht mehr aufs Podest traute, von dem herab sie ihre Verse hätte sagen sollen. »Sie glaubt nicht mehr, dass sie ein Engel ist, und fürchtet abzustürzen«, erklärte Julia Selina, als die kurz hinter die Bühne kam, und als sich die Vorstellung wegen Mona um eine halbe Stunde verzögert hatte, beschloss ihre versammelte Gästeschar, hinter die Bühne zu gehen und ihr gut zuzureden. Außer »Rohrmann«, Jack und Roger, die sich höflich entschuldigt hatten (»Rohrmann« hatte eine Eule mit Engelsflügeln für sie gezeichnet), waren alle gekommen. Selina versuchte sie zu umarmen, doch Mona war ganz außer sich und wollte sich von ihr nicht anfassen geschweige denn trösten lassen. »Ist sie denn dort oben nicht festgemacht?«, fragte Edith-Samyra. »Doch«, sagte Julia, »mit einem soliden Karabinerhaken, außerdem ist das Podest gerade mal 1.50 m hoch.« Während Moritz sich vor Mona hinkniete und mit ihr redete, unterhielt Edith-Samyra die Runde damit, wie sie jeweils ihre Höhenangst bekämpfte. »Es hilft mir, mich mental mit den Mechanismen zu verbinden, die mich sichern«, erklärte sie. »In der Seilbahn stelle ich mir vor, das Seil, die Stützen, die das Seil tragen, und die Sockel, die die Stützen im Boden verankern, seien alle ein Teil von mir, dann fühle ich mich nicht mehr ausgeliefert, sondern stark und raumgreifend. Hänge ich am Kletterseil, bin ich auch der Karabinerhaken, die Klettereisen und der Fels. Nur wenn ich mich frei bewegen muss, auf einem Berggrat beispielsweise oder einem Hausdach, will nichts helfen, da gerate ich in Panik. Seht ihr, ich schwitze bereits, wenn ich davon rede.« Dann richtete sich Moritz wieder auf. »Wir sind einen Schritt weiter«, berichtete er. »Mona geht hoch, wenn Julia sie begleitet.« »Na Prost«, sagte Julia. »Hoffen wir, das Podest hält das aus.« Tatsächlich ging dann alles glatt – außer dass Mona den Text vergessen hatte und Julia ihren Part bestritt. Doch immerhin war Mona schon wieder so weit, dass sie ihren Gästen während der Vorstellung zuwinkte, und als Julia den Einsatz zum Schlusslied verschlief, knuffte sie sie in die Rippen. Und mit dem Schlussapplaus war dann sowieso alles vergessen, Mona kletterte vom Podest wie ein Zicklein, stürzte sich in die Menge, krähte unablässig: »Liebe im Herzen trägst du«, und umarmte alle, die sie zu fassen kriegte. Dann ließ sie sich von ihren Gästen feiern. Julia beschloss, aus ihrem Noteinsatz das Maximum herauszuholen, machte sich auf dem Podest ganz klein und entzog sich so Herrn Shalas Weltumarmungsgeste. Moritz fand sie schließlich dort oben und brachte ihr ein Glas Punsch. »Wie war ich als Engel?«, fragte sie. »Cool«, sagte er, »oder heiß. Jedenfalls das Licht in Person. Und wie fühlt man sich so über allem?« »Frag lieber«, antwortete Julia, »wie sich eine Mutter fühlt, wenn das eigene Kind zur gesellscha lichen Belastung wird und niemand helfen kann als sie – wenn überhaupt.« »Der Applaus wäre ohne euch bestimmt nur halb so groß gewesen«, sagte Moritz. Julia grinste. »Und weißt du, was Mona mir dabei ins Ohr geschrien hat? ’Ich will aber nicht berühmt werden, Mama! Ich will ganz normal sein, so wie du.’ Und ich dachte schon, ich bin ihre Heldin.« Dann sahen sie, wie Pit Edith-Samyra aus der Weltumarmung weg ins Innere des Podests lotste, und kletterten ihnen nach. Gleich stieß auch Selina zu ihnen. Aber Mona entdeckte sie. »Pfui, pfui, pfui«, rief sie und zog alle einzeln hoch. »Kommt, ihr Drückeberger, alles scherzt, alles lacht!« Und als Mona ihre Oma und die Gäste aus der Röntgenstrasse allesamt zum Ringelreihentanzen zwang, wagte nicht einmal Frau Friedrich einzuschreiten.

© Galiani Berlin 2017

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100%Von Tim Krohn, am 2.12.2017 11:30

Liebe Miteifernde

Wir haben unser Ziel erreicht, sind sehr froh und sagen herzlich danke - trotzdem, gefeiert wird noch nicht (mit einer kleinen Ausnahme, siehe unten). Denn natürlich träumen wir von mehr.

Die Heizung ist da, doch noch fehlen die Radiatoren. 25 braucht das Haus, um rundum warm zu sein. Ein Radiator kostet, Einbau inklusive, 1500 Franken. Man rechne …

Um bis zum 21. 12. möglichst viele Räume erschliessen zu können, schalten wir neue Belohnungen auf, vor allem für Menschen, die wirklich Ruhe wollen.

Euch aber doch eine kleine Belohnung vorweg: Jeden Sonntag erscheint an dieser Stelle eine Adventsgeschichte, zuletzt dann auch eine richtig fette Weihnachtsgeschichte - damit ihr, falls ihr denn einen Aufenthalt in Haus Parli verschenken wollt, nicht mit leeren Händen vor den Christbaum tretet.

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Woche 2Von Tim Krohn, am 27.11.2017 21:13

Liebe Miteifernde

Fröhlich nehmen wir die zweite Woche in Angriff. Dazu warten wir mit einigen neuen Belohnungen auf: einem Essen mit der Meisterköchin Anna Pearson, einer kleinen sinnlichen Versenkung und einer Entscheidung fürs Leben fast frei Haus. Denn ja, wir haben gut die Hälfte unseres Wunschbetrags erreicht, doch Ausruhen gilt nicht. Mit Haus Pauli haben wir uns viel vorgenommen, und ganz klammheimlich hoffen wir natürlich, aus dieser Aktion nicht nur die Heizung selbst bestreiten zu können, sondern auch schon den einen oder anderen Radiator. Fünfundzwanzig davon sollen es schlussendlich sein, jeder kostet nochmals rund 1’500 Franken. Deshalb seid so lieb, spielt weiter mit, sprecht eure Freunde an – damit ihr, wenn ihr uns dereinst besucht, auch ganz bestimmt nicht friert.

Herzlich aus der sternenklaren Val Müstair Tim

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Wunderbarer StartVon Tim Krohn, am 23.11.2017 09:41

Liebe UnterstützerInnen, ihr seid grossartig, tausend Dank! Am dritten Tag ist das erste Drittel schon fast voll. Allerdings wird es nach hinten immer schwieriger, bitte sagt’s also weiter, werbt für die schöne Sache.

Liebe Grüsse aus der Val Müstair! Tim

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