Acht und neunzig Seiten

Drei Jahre lang habe ich fieberhaft an diesem Projekt gearbeitet, schließlich entstand eine Ausstellung in der «Charim Galerie Wien» als Installation und eine Publikation in deutscher Sprache mit dem «Verlag für moderne Kunst».

Es ist mir ein Anliegen, das Buch nun dreisprachig herauszubringen: Ungarisch, Deutsch, Englisch. Dazu möchte ich den Text ins Englische übertragen lassen und eine Auflage von 1500 Stück produzieren.

Mein Ziel ist es, damit weltweit möglichst viele Menschen zu erreichen. Um das verwirklichen zu können, brauche ich eure Unterstützung.

Was ich ausserdem noch verwirklichen möchte

Wenn ich genügend Unterstützer finde, würde ich die Austellung gerne an weiteren Orten zeigen.
Für mehr Informationen dazu besucht bitte die Website des Projekts.

Was mich bewegt

Das Schicksal meine Mutter ist auch ein Teil meines Lebens. Als junger Mensch habe ich nie damit gerechnet, dass mich dieses Thema eines Tages dermaßen beschäftigen wird. Aber die Zeit, in der wir heute leben, trägt viel dazu bei, dass es an die Oberfläche gelangt und alles andere als abstrakt erscheint. Die politischen Entwicklungen hindern uns daran zu «vergessen». Ihre Geschichte geht uns alle an.

Meine Arbeit

Dieses kleine rostbraune Heft mit der verblassten Handschrift meiner Mutter wurde in der Familie aufbewahrt, seit ich denken kann. Es war für mich immer schon ein Relikt aus der Vergangenheit. Ich fühlte, dass es voll von Trauer und Geheimnissen ist. Als ich ein Kind war, war es in der obersten Lade ihrer Biedermeierkommode versteckt. Einige Male versuchte ich es heimlich zu lesen. Bis vor kurzem schien es unmöglich. Das Heft enthält Notizen, die meine Mutter ab Mai 1945, mit 23, Jahren, niedergeschrieben hat, kurz nach ihrer Befreiung durch die Rote Armee. Sie war damals, nach ihrer Deportation nach Auschwitz und Ravensbrück, auf dem langen Weg nach Hause.

Jedes Wort, das zum Vorschein kam, berührte mich tief und machte mich neugierig auf mehr. Ich konnte nicht aufhören,obwohl ich inhaltlich nichts fand, das ich nicht schon geahnt oder gewusst hätte. Die Alltäglichkeit, das «nichts Besondere» – schließlich war sie schon «frei», und dann noch diese sieben Monate des Heimwegs. Weiterhin im Ungewissen, ohne Privatsphäre, mit den Bildern im Kopf, dem Verlust menschlicher Würde und dem ständig gegenwärtigen Schicksal anderer Menschen rundherum. Die Ungewissheit, ihre verlorene Familie jemals wiedersehen zu können, und immer wieder die Frage, ob sie noch am Leben sind, ob ein Wiedersehen überhaupt möglich ist, ob sie jemals wieder alle zusammen an einem Tisch sitzen wurden ... Gerade diese Alltäglichkeit, dieses nichts Besondere der Aufzeichnungen schockierte und erschütterte mich.

Die Vorlagen für die grossformatige Malerei sind ganz kleine schwarz-weiss Fotografien aus Ihre noch scheinbar heile Welt in Ungarn 1943 .

Mein Projekt soll vor dem erschreckend schmalen Grat zwischen vermeintlicher Normalität und unbeschreiblichem Alptraum warnen.