Darum geht’s

In der Schweiz gibt es ca. 10’000 gehörlose Menschen, die eine Gebärdensprache nutzen. Die Studierendenzahlen an Fachhochschulen und Universitäten steigen kontinuierlich. Doch die Zahl der studierenden Gehörlosen bleibt auf sehr niedrigem Niveau. Wie können die bestehenden Barrieren abgebaut werden? Welche Massnahmen sind nötig? Wie können Hörende, Gehörlose und Hörbeeinträchtigte in den Hochschulen und Bildungsinstitutionen gemeinsam und von einander lernen - von den Studierenden über die Dozierenden bis hin zur Administration? Unser Video zeigt unsere Ansatzpunkte. Im Video wird die deutschschweizerische Gebärdensprache DSGS von drei Personen auf verschiedenen Sprachniveaus verwendet: einer hörenden Lernerin; einer Gehörlosen, die zuerst Lautsprache lernte und heute Gebärdensprache als Primärsprache verwendet; und einer Hörenden, die muttersprachlich – bilingual und bimodal – mit Gebärdensprache und Lautsprache aufgewachsen ist. In unserem Projekt «Bildungszugänge für Gehörlose und Hörbeeinträchtigte» erforschen wir gemeinsam mit Gehörlosen die Hindernisse, suchen nach Beispielen guter und erfolgreicher Praxis und Massnahmen, um einen besseren Zugang zu einem Studium für Gehörlose und Hörbeeinträchtigte zu ermöglichen. Dazu planen wir qualitative Interviews mit Gehörlosen und Hörbeeinträchtigten - in Gebärdensprache - durchzuführen.

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Das Besondere an unserem Projekt

Gehörlose werden oft für «geistig minderbemittelt» gehalten, obwohl sie nur eine andere Sprache verwenden als die Mehrheitsgesellschaft. Sie sind kognitiv voll leistungsfähig und bringen ausserdem besondere visuelle Fähigkeiten mit, z. B. ein deutlich besseres und schnelleres visuelles Detailverständnis als Hörende. Jedoch kommen Stärken und Potenziale von Gehörlosen in unserer Gesellschaft bislang kaum zur Geltung. Sie fehlen auch als gut ausgebildete Fachkräfte. Im Projekt arbeiten und forschen Hörende und Gehörlose zusammen. Als ersten Schritt haben wir eine schweizweite Umfrage unter Gehörlosen, ihren Familien, Schulen und Unterstützer-Organisationen durchgeführt, um ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Bildungssituation zu erhalten. Erste Ergebnisse sind bereits verfügbar (s. BFC Conference 2018, https://bfc.unige.ch/ ).

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Dafür brauchen wir Unterstützung

Damit wir die Interviews mit gehörlosen Personen durchführen können, brauchen wir deine/ Ihre Unterstützung. Interviews müssen in der Erstsprache der Befragten durchgeführt werden, um authentische Informationen im O-Ton der Gehörlosen zu erhalten; zunächst in der Deutschschweizerischen Gebärdensprache DSGS, der grössten Schweizer Gebärdensprache. Wenn wir mehr als unseren Zielbetrag an Spenden erhalten, können wir zusätzlich Interviews in der französischen Gebärdensprache der Romandie, LSF-SR, und der italienischen Gebärdensprache des Tessins, LIS machen. Gehörlose Forschungsmitarbeitende werden die Interviews durchführen, und mit hörenden Übersetzer/innen und Dolmetscher/innen bei der Auswertung der Video-Interviews zusammenarbeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Interviews durchführen, übersetzen/dolmetschen und auswerten, sollen angemessen bezahlt werden. Die Interviewten sollen eine kleine Entschädigung erhalten. Und unser Anliegen soll bekannter werden. Dazu dient dieses Crowd-Funding. Das gespendete Geld kommt der ganzen Gebärdensprachgemeinschaft der Schweiz, aber auch der ganzen Gesellschaft zugute. Denn wir werden innovative Lernmethoden für alle entdecken und entwickeln. Und unser Bildungssystem profitiert davon.

Mehr zum Projekt «Proposal and Implementation of a Swiss Research Centre for Barrier-Free Communication» (Project P-16)» unter: https://bfc.unige.ch/en/ Es wird mit Unterstützung von swissuniversities 2017-2020 an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur und an der Universität Genf aufgebaut. Der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS (https://www.sgb-fss.ch/) hat uns bei der Konzeption und Umsetzung der schweizweiten Umfrage unterstützt.

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