Im kolumbianischen Indio-Reservat von Caño Mochuelo steht ein Rohbau, der für die Herstellung von Kunsthandwerk gedacht war. Es fehlt aber an Geld für Mobiliar und Werkstätten. Das will ich ändern!

CHF 13’242

110% de CHF 12’000

"110 %"
Comment ça fonctionneä

Le principe du «tout ou rien» s’applique: l’argent ne sera reversé au projet qu’à condition d’avoir atteint ou dépassé l’objectif de financement.

57 contributeur*rices

Clôturé avec succès le 15.1.2018

Ein Rohbau soll mit Leben gefüllt werden

Llanos heisst die immense, schwach besiedelte, heisse Tiefebene im Osten Kolumbiens. Deren Flüsse münden später in den Orinoko und weiter südlich in den Amazonas. Grosse Rinderherden ziehen umher. Die Llanos sind auch die Brutstätten seltener Vögel. In den Llanos gibt es auch einige Indio-Reservate. Die Indios stehen unter grossem Druck. Sie müssen mit ansehen, wie ihre Kulturen und ihre unterschiedlichsten Sprachen langsam unter die Räder geraten und der offiziellen Landessprache, dem Spanischen, weichen. Ihre einzige Chance, ihre Identität zu wahren, besteht wohl darin, wenigstens mit ihren ausserordentlichen gestalterischen und kunsthandwerklichen Fähigkeiten wahrgenommen zu werden. Sie verfertigen mit natürlichen Materialien, die dortselbst wachsen oder existieren, schöne Gebrauchsgegenstände, Schmuckstücke, Kleider und andere Accessoires, die sich durchaus vermarkten lassen. Doch ihnen mangelt es an gemeinsamer Infrastruktur, wo sie sich gegenseitig unterstützen und Werkzeuge gemeinsam benützen können. In der Sikuani-Siedlung Getsemani, einem 600-Seelen-Dorf des Indio-Reservats Caño Mochuelo, Casanare, gibt es aber ein leerstehendes, grosses Haus. Es wurde vor Jahren mit Hilfe der katholischen Kirche erbaut. Es war als selbstverwaltetes Zentrum für Frauen gedacht, die dort gemeinsam ihr handwerkliches Geschick üben, Produkte herstellen, sich austauschen und sich weiterbilden können. Das Vorhaben aber kam auf halbem Weg zum Erliegen. Wegen Geldmangels. Diesem Haus fehlt alles: die Infrastruktur, das Mobiliar, die Werkzeuge zum Weben, Töpfern, Flechten, Schneidern, Tische und Stühle für Zusammenkünfte, eine anständige Küche, abschliessbare Stau- und Lagerräume. Das hier vorliegende Projekt zielt darauf ab, diesem Haus Leben einzuhauchen und somit einen substantiellen Beitrag zu leisten zum Überleben der Sikuani-Kultur und zur Herstellung von Kunsthandwerk, das ausschliesslich von Frauenhänden geschaffen wird, und das in städtischen Zentren und bei Touristen auch Abnehmer findet. Mit dieser Art von «Investition» liesse sich auch die wirtschaftliche Situation der Einheimischen verbessern.

So soll das Projekt umgesetzt werden

Das gesammelte Geld soll ausschliesslich für Sachauslagen für das Frauenhaus verwendet werden und bleibt unter Aufsicht von mir, dem Projektverantwortlichen. So kann ich sicherstellen, dass es nicht in verschiedenen Händen allmählich versickert, und dass das Haus zum Schluss nicht so leer dasteht wie heute. Im Dorf Getsemani habe ich Vertrauensleute, die bei unserer Explorationsreise unsere liebenswürdigen Gastgeber waren: Das Ehepaar Floro und Ana Gualdron und deren Söhne Clemo, Duval und Hiraya. Hiraya war unser Reiseführer und ist stark vernetzt in der Kunsthandwerk-Szene Kolumbiens. Er schreibt an seinem ersten Roman und versteht sich als Mittelsmann zwischen seinem Volk der Sikuani, dem Indio-Reservat Caño Mochuelo und der westlichen Welt. Der Umsetzungsprozess des Vorhabens geht so, dass die verantwortliche Frauengruppe im Dorf gemäss der dannzumal vorhandenen Geldsumme eine Liste der notwendigen Anschaffungen zusammenstellt inkl. Transportkosten. Man muss sich vorstellen: nach Getsemani gelangt man von der Bus-Endstation Cravo Norte, Arauca, nur mittels einer zweistündigen Bootsfahrt auf dem Rio Casanare. In der Trockenzeit gibt es Trampelpfade, auf welchen man sich entweder zu Pferd oder mit einem Motorrad fortbewegen kann. Ich werde also persönlich die Anschaffungen überwachen, bin aber nicht zuständig für die Liste der Anschaffungen. Ich denke, die verantwortlichen Frauen wissen am besten, womit ihnen am meisten gedient ist.

Was passiert, wenn es weitergeht?

Die Dörfer des Indio-Reservats Caño Mochuelo wurden dort erst vor 30 Jahren angesiedelt. Früher waren sie teilweise Nomaden und wanderten in siebenjährigen Zyklen weite Strecken von Ort zu Ort. Heute jedoch müssen in den 14 Dörfern acht unterschiedliche Ethnien miteinander den Rank finden. Jede Ethnie spricht eine eigene Sprache, die vom Nachbardorf jeweils nicht verstanden wird. Beim Handwerk jedoch lassen sich Ähnlichkeiten ausmachen, die Formsprachen und die Symbolik weisen grosse Gemeinsamkeiten auf. Die Belebung dieses Frauenhauses könnte im Erfolgsfall auch zur Integration und Festigung der gesamten indigenen Community des Reservats beitragen.