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„Die seltsamen religiösen Umgänge sind aber Prozessionen von nackten Menschen. Am 14ten Februar 1589 war eine solche Prozession in der Pfarrey St. Nicolas-des-Champs, wos bei mehr als tausend Personen beiderlei Geschlechts, Männer und Weiber, Jünglinge und Mädchen, alle nackend zu sehen waren. Das nehmliche geschah am 24sten Februar desselben Jahrs den ganzen langen Tag. Man sieht also, dass diese Art von Spaziergängen ihre Liebhaber und Liebhaberinnen gefunden haben muss. Nachher wiederholte man diese Ceremonien auch nächtlicher Weile, und weckte oft die Pfarrer auf, um den Zug zu führen. Ein Pfarrer von Saint Eustache, der sichs einfallen liess, einige Vorstellungen gegen diese hieraus nothwendig erfolgenden Unordnungen sich zu erlauben, wurde als Ketzer behandelt.“

Aus: „Zeichnungen zu einem jetzigen Gemälde des Zustandes von Paris“, von Georg Friedrich Rebmann, Erstes Bändchen, Altona, bey der Verlagsgesellschaft 1798, Seite 108