Darum geht’s

Robert Menasse, Milo Rau und Ulrike Guérot werden ein Manifest schreiben, das von KünstlerInnen aus und in ganz Europa zum selben Zeitpunkt verlesen wird. Es geht um die Entwicklung einer gesamteuropäischen Staatlichkeit, die für eine europäische Gemeinwohlsicherung und die Nutzung europäischer öffentlicher Güter sorgt. Sechs Monate vor den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament wollen wir neue Wege zur Gestaltung der europäischen Demokratie aufzeigen und Bürgerinnen und Bürger zur Partizipation auffordern. Die Idee einer freien, gleichberechtigten Wertegemeinschaft darf nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaft beheimatet sein, sondern muss in den öffentlichen Raum hinausgetragen werden. Jede Person ist hiermit dazu aufgerufen, Partei für ein sozial und rechtlich geeintes Europa zu ergreifen und die europäische Demokratie zu entnationalisieren. Diese europäische Staatlichkeit als «Europäische Republik» ist dabei nur als Ansatz- und Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Weltregierung und ihrer Parlamentarisierung gedacht.Die «Europäische Republik» stellt nur den Ausgangspunkt dar, um einen Zustand zu erreichen, der im Grunde genommen der globalen Verwirklichung des ersten Satzes der allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1789 gleichkommt: «Alle Menschen sind geboren frei und gleich in ihren Rechten». Das ist das kulturelle und ideengeschichtliche Erbe Europas. Darum ist es die politische Aufgabe Europas, dies im 21. Jahrhundert zu verwirklichen!

Das Besondere an meinem Projekt

Am 10. November 2018 - wenn wir 100 Jahre Ende 1. Weltkrieg und 100 Jahre Ausrufung mehrerer Republiken feiern - soll die Europäische Republik von geschichtsträchtigen Balkonen in ganz Europa ausgerufen werden. Wir wünschen uns die Partizipation Kunstschaffender aller Sparten um die gemeinsame Ausrufung der Europäischen Republik als künstlerische Intervention, laut und prominent an die Gesellschaft zu tragen. Zu diesem Zweck sollen von möglichst vielen Balkonen Europas Flyer mit dem Manifest der Europäischen Republik verteilt und verlesen werden. Die Balkone werden zudem mit Visuals, literarischen Texten und theatralen Einlagen bespielt, die alle einem Konzept folgen. Diese Intervention soll von einer großen medialen Öffentlichkeit wahrgenommen und auf allen Kanälen übertragen werden. Das Projekt umfasst Veranstaltungen, Gespräche, Podiumsdiskussionen und künstlerische Interventionen vom 9. bis 11. November 2018 in vielen europäischen Theatern und organisiert BürgerInnendebatten, um die Proklamation der Europäischen Republik zu gestalten und zu begleiten. So könnte sich der europäische Wahlspruch, von der «Einheit in Vielfalt» verwirklichen.

Das Manifest enthält u.a. folgende Forderungen:

• Gleiche Rechte für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger

• Wegfall der nationalstaatlichen Ebene und die Übertragung der Souveränität von den Nationalstaaten auf die Bürgerinnen und Bürger

• Transnationale Demokratie

Im Anschluss an die künstlerische Intervention, an der sehr viele Theater beteiligt sind, gibt es einen Katalog zur Aktion, der auf der Buchmesse 2019 von Robert Menasse vorgestellt wird. Am Tag der Aktion können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auf der Website als BürgerInnen der Europäischen Republik eintragen.

Dafür brauche ich Unterstützung

Das Geld wird einerseits für die Koordination aller teilnehmenden Länder und Personen andererseits als Honorar für die partizipierenden KünstlerInnen aller Sparten aufgewandt. Zudem soll das Geld für die Übersetzungen des Manifests in mind. 10 Sprachen verwendet werden. Ein Teil davon soll auch an die Erstellung der Website gehen sowie an die Publikation eines Kataloges, der Bilder sowie Statements von BürgerInnen und das Manifest enthält.