Drei Jahre war sie auf der Flucht. Jetzt sollen die ergreifenden selbst gemalten und geschriebenen Geschichten der jungen Mahboubah übersetzt und professionell für eine Publikation aufbereitet werden.

CHF 4’211

120% of CHF 3’500

"120 %"
This is how it worksä

The «all or nothing» principle applies: The project only receives the funds if the funding target is reached or exceeded.

43 backers

Successfully concluded on 31/8/2019

Darum geht’s

Auf ihrer dreijährigen Flucht aus Afghanistan in die Schweiz erhielt die damals 19-jährige Mahboubah von einem Psychiater in Serbien einen Malblock und Stifte. «Male!», riet er ihr, «male um dein Leben». So malte denn Mahboubah zum ersten Mal im Leben. Und sie hörte nicht mehr auf damit. Sie malte überall. Im Dunkeln, in Abstellkammern, in Wäldern und in Heimen. Sie zeichnete ohne Anleitung, ohne Studium, ohne Handwerk. Und ohne Pause. Denn sie hatte endlich ein Mittel gefunden, um temporär aus ihrem Gefängnis zu entweichen: Geschichten erzählen. Diese Geschichten betreffen nicht nur sie, sondern unzählige andere Frauen. Und sie betreffen eben auch uns. Deshalb braucht es jetzt eine professionelle Vorgehensweise, um Mahboubahs Wunsch nach einer Veröffentlichung zu erfüllen

Das Besondere an meinem Projekt

Die Geschichte einer jungen Afghanin auf der Flucht kann nur diese selbst erzählen. Dafür braucht sie aber unsere Unterstützung. Denn autodidaktische Künstlerinnen und Künstlerinnen aus anderen Kulturen haben es in der westeuropäischen Kunstwelt besonders schwer. Oft lassen sich ihre Werke nicht in eine Schublade einordnen und fallen deshalb überall zwischen Stuhl und Bank. Dabei entgeht einer solchen Künstlerin nicht nur die Anerkennung. Sondern unserer Gesellschaft gehen wichtige Narrative verloren – und der Kunstwelt «andere» Stimmen.

Es braucht also eine Vermittlung.

Im Falle von Mahboubah geht es um eine Art naives aber ausdrucksstarkes Gesamtkunstwerk, zu dem wesentlich auch Sprache gehört. Sie tut das im Sinne eines mündlichen Storytellings oder indem sie auf ihrem Handy poetische Texte zu den Bildern schreibt. Wie bei den Bildern hat sie auch hier einen ganz eigenen, teilweise eben eigen-artigen Stil erfunden.

Dafür brauche ich Unterstützung

Hinter dem Projekt einer «Über-Setzung» steht viel mehr als eine Übertragung von einer Sprache in die andere. Um dieses Werk für die westeuropäischen Kunstwelt zugänglich zu machen, braucht es eine künstlerisch und menschlich äusserst sensible und bestens informierte Person, die sowohl die Codes der orientalischen als auch die der westeuropäischen Welt kennt.

Wir haben das grosse Glück, dafür die junge Kulturvermittlerin und Komponistin Sahereh Astaneh gefunden zu haben. Sie wird für dieses Projekt einige Male in die Schweiz reisen, viele Gespräche mit Mahboubah und anderen involvierten Personen führen – und das Ganze in eine künstlerische Vorlage für ein Buch, für einen Film, eine Animation oder für ein Bühnenwerk fassen.

Sahereh studierte Komposition an der Universität Sooreh/Teheran und absolvierte einen Master in Musik- und Tanzwissenschaft an der Universität Salzburg sowie in Musikvermittlung an der Anton Bruckner Privatuniversität. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im interkulturellen Lernen sowie in Grenzüberschreitungen zwischen den Kulturen.