Der doppelte Schock...

Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative war für uns ein Schock. Fast noch schockierter sind wir aber darüber, wie seither landauf landab und von rechts bis links verkündet wird, es reiche doch aus, das Potential der einheimischen Fachkräfte besser zu nutzen, dann würde die Zuwanderung automatisch zurückgehen. Die im Jahre 2011 lancierte Fachkräfteinitiative wird seit dem 9.Feb. 2014 zu einem vermeintlichen Migrationsverminderungsinstrument.

Angesprochen werden dabei vor allem gut ausgebildete Mütter mit Kindern, die angeblich zu wenig Erwerbsarbeit leisten, sowie ältere Arbeitnehmende, die angeblich zu früh ihr Arbeitspensum reduzieren.


Wer füllt die Lücke im Haushalt?

Wir sind überzeugt davon, dass die Gleichung «Fachkräfte mobilisieren = weniger Zuwanderung» nicht aufgehen wird. Denn selbst wenn es mit der Fachkräfteinitiative tatsächlich gelingen sollte, den Beschäftigungsgrad von Frauen auszuweiten, wird dies dazu führen, dass ein grosser Teil der von diesen Frauen bisher unbezahlt geleisteten Arbeit in den Familien (Haushalt, Betreuung, Pflege) künftig bezahlt geleistet werden müsste.

Unsere Erfahrungen und bisherige Studien zeigen, wer da üblicherweise einzuspringen pflegt: Es sind Migrantinnen, und wenn die Zuwanderung weiter eingeschränkt wird, Migrantinnen ohne Aufenthaltsbewilligung, die Sans-Papiers!

Klarheit schaffen – Massenignoranz verhindern

Mit unserer Studie «Abschätzung der Folgen der Umsetzung der Fachkräfteinitiative auf den bezahlten Niedriglohnbereich in privaten Haushalten, insbesondere für niedrig qualifizierte Migrantinnen und Migranten und Sans-Papiers» wollen wir uns mit Zahlen und Fakten in die politische Diskussion einbringen und die grosse Bedeutung der haushalts- und personennahen Dienstleistungen für die gesamte Gesellschaft aufzeigen. Dabei soll auch die Unterscheidung in nützliche hochqualifizierte und entbehrliche niedrigqualifizierte Migrantinnen und Migranten hinterfragt werden.

Die Studie wird von einem qualifizierten Team der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführt: Prof. Dr. Carlo Knöpfel, Prof. Dr. Peter Zängl, Sarah Madörin, und sie soll bis Ende September 2015 fertiggestellt sein.

Finanzierung

Die Studie kostet CHF 25’000. CHF 5’000 übernimmt die Anlaufstelle aus der eigenen Projektkasse, CHF 11’000 wollen wir über Crowdfunding hereinholen, den Rest über Anfragen bei Stiftungen, Gewerkschaften, weiteren Organisationen und ausgewählten Einzelpersonen.

Belohnungen

Schau dir unsere «goodies» an. Es ist sicher für alle etwas passendes dabei! Paella essen bei Inés Mateos, eine der letzten Kochschürzen der vergangenen Kampagne «Keine Hausarbeiterin ist illegal» ergattern, mit einer extra für dieses Projekt gezeichneten Illustration von Lukas Künzli (klick hier für Beispiele seiner früheren Arbeiten) deine Wohnung verschönern, und vieles mehr.