Wir sind hoch gerührtVon Parnassia, am 5.12.2016 09:50

Lieber Holzpressen-Unterstützende

noch nicht einmal eine Woche sammeln wir für unseren Lebenstraum! Und sind schon so weit im Sammelergebnis. Allen unseren sehr herzlichen Dank für diese Solidarität.

Das Projekt zieht auch bei uns in der Offizin grosse Kreise! Weltweit erhalten/kaufen wir von überall spannendes Material, Kopien, Broschüren, Fotos zu den knapp 60 historischen Holzpressen, die überlebt haben. Auch hier herzlichen Dank für jede Hilfe.

Etwas ganz besonderes zeichnet sich ab: die Presse im Rätischen Museum ist ja nicht komplett; es fehlen wichtige Teile. Nun hat sich die Kuratorin, die für die Presse zuständig ist, noch einmal auf die Socken gemacht und wurde im Aussendepot des Museums fündig. Wir werden morgen Dienstag nach Chur fahren und zusammen schauen, ob es ein weiteres Bestandteil der Presse ist oder etwas anderes. Wir halten Euch selbstverständlich auf dem Laufenden!

Unsere weltweiten Recherchen haben auch spannendes zutage gebracht: in Colonial Williamsburg (eine Art lebende Freilicht-Museum-Stadt, die die amerikanische Gründerzeit von etwa 1770 abbildet) gibt es selbstverständlich auch ein Printing Office: eine Stadtdruckerei. Genauso wie man um 1770 auf Holzpressen gedruckt hat. Die Setzer und Drucker dieser Werkstatt scheinen das voll routiniert als Alltagsarbeit zu betreiben, also keine Museums-Show wie in den Europäischen Druckermuseen. Für uns ein riesiger Glücksfall: endlich jemand, der Auflagen drucken kann. Ihr findet hier die Verlinkung zu einem Youtube-Filmchen, das den Drucker von Williamsburg an der Arbeit zeigt: ein Doppelbogen der Williamsburg Gazette entspringt der Druckerpresse.

Es beginnt sich in unseren Köpfen abzuzeichnen, dass wir nächstes Jahr für einige Detailfragen (wie zB die Herstellung originaler Druckertinte oder das Neubeledern von Druckerballen, das nirgends richtig beschrieben ist) nach Williamsburg fahren werden.

Dieses Unterprojekt wird natürlich unser Projektbudget weiter belasten und wir sind dankbar für weitere Unterstützungen und Bekanntmachung unseres Projektes.

Näheres zum Fund in Chur folgt gegen Wochenende. A bientot!

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Ein riesiges Merci !Von Parnassia, am 2.12.2016 12:11

Liebe Unterstützende der Druckerpresse

UNGLAUBLICH – UNBELIEVABLE – INCRRRRRREDIBILE ! ! !

Erst seit 22 Stunden läuft unser Projekt und wir haben die Minimalgrenze schon geknackt. Die «Caramagna» wird erstehen ! Euch allen ein riesiges herzliches Dankeschön. Wir bleiben aber weiter dran.

Ihr habt Euch vielleicht gewundert, was der Name «Caramagna» im Projekt soll.

Es gibt einige (wenige) Hinweise, dass früher Druckerpressen einen Namen hatten. So trug/trägt zum Beispiel die Presse, die 1990 auf einem Dachboden in Brixen gefunden wurde, den Namen «Klarissa». Die Drucker waren eben mir ihren «Maschinen» sehr eng, quasi auf Gedeih und Verderben, verbunden. Ähnlich, wie Schiffe einen Frauennamen tragen (und entsprechend ja auch getauft werden).

Unsere Druckerpresse wird den Namen «Caramagna» tragen. Das ist der Name eines kleinen Flusses im Südpiemont, wo wir seit Jahren unsere glücklichen Ferien – an der Grenze von reicher italienischer Kultur und wildester Natur – verbrachten. Und wo in absehbarer Zeit die Succursale der Officina Parnassia Vættis entstehen wird.

In Caramagna klingt auch etwas Carlo Magno an: Karl der Grosse. Er war ja, Jahrhunderte vor aller Druckerkunst, der erste grosse Förderer der Europäischen Geisteswissenschaften, von Textbewusstsein und höchststehender handgeschriebener Buchkunst.

Die Bilder zeigen die Caramagna im gezähmten Unterlauf, gegen Visone und einen Blick durch die wilde Natur richtung Prasco, in dessen Castello vor zweihundert Jahren der berühmte Botaniker Giorgio de Gallesio lebte (Herausgeber des verrücktesten gedruckten Agrarbuches «Pomona Italiana»).

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