Urs Lehni hat 2010 zum dritten Mal einen Eidgenössischen Preis für Design gewonnen; diesmal mit seinem Projekt 'Rollo Press', das aus der Idee enstanden ist, unabhängig von Auftragsgebern Publikationen im Kleinverlag herausgeben zu können. Bis heute sind rund zwanzig Bücher erschienen.
Im Jahr 2007 hat Urs Lehni das Herzstück von 'Rollo Press', einen alten Schablonendrucker der japanischen Firma Riso, erstanden. Dieser ähnelt einem Kopierapparat und ermöglicht ein Schnelldruckverfahren in Siebdruckqualität. Der Risograph GR 3770 ist im Gegensatz zu anderen Druckern viel umweltfreundlicher und ermöglicht eine kostengünstigere Produktion. Durch seine Kompaktheit erlaubt der Risograph eine Mobilität, die sich Urs Lehni gerne zunutze macht. 'Rollo Press' geht immer wieder auf Reisen, um Ausstellungen mit temporären Workshops zu bereichern.
Urs Lehni war in Zürich einer der Ersten, der Bücher und Magazine auf Eigeninitiative produzierte. Bereits zwei Mal fand auf Initiative von Urs Lehni und Benjamin Sommerhalder (Nieves) die 'Zürcher Zine Session' statt. Zines sind Hefte, Magazine oder auch Bücher, die in Eigenproduktion erscheinen. Sie ermöglichen Grafikern, ihre Ideen auszuleben, ohne dabei auf grosse Verlagshäuser angewiesen zu sein. Im Gegensatz zu institutionellen Buchproduktionen erlaubt der Kleinverlag eine viel freiere und kompromisslosere Arbeitsweise. Die Kreativität wird nicht durch ökonomische Aspekte gebremst und jeder einzelne Schritt, von der Idee bis zum Vertrieb (www.rollo-press.com), liegt ganz in den Händen der jeweiligen Macher.
Inspiriert wurde Urs Lehni auch von William Morris, der sich in seinem Werk 'Art and Its Producers and the Arts and Crafts of Today: Two Addresses' (1901) für ein allumfassendes Handwerk ausspricht. Nur das gereiche dem Gestalter zu Freude und diese wiederum sei Voraussetzung für die Produktion von wahrer Schönheit. Der Kreis schliesst sich dann, wenn der Betrachter sich an den aussergewöhnlichen und frischfarbigen Publikationen von 'Rollo Press' erfreut.